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Ich mag die neue griechische Regierung

Nachdem Tante Jay ja schon vor einer Woche über die neue Regierung in Athen gebloggt hat möchte ich mich auch mal äußern.

Ja, ich bin begeistert. Auch wenn unsere Presse schimpft dass der neue griechische Finanzminister seine EU-Kollegen düpiert hat finde ich den Vorgang schlichtweg Klasse. Denn  Finanzminister Varoufakis hat wohl ganz klar erkannt, dass Griechenland schlicht und einfach bankrott ist und es seinen Bürgern gar nichts hilft, wenn Griechenland weitere Überbrückungskredite annimmt die letztlich doch nur dazu da sind die Gläubiger zu bedienen und, wie auch schon in der Vergangenheit nichts aber auch gar nichts an der Situation in Griechenland verbessern. Und wie dereinst schon Janis Joplin gesungen hat „Freedom is just another word for nothing left to lose“ weiß die Griechische Regierung, dass sie nichts mehr zu verlieren hat und somit aber auch alle Freiheiten hat, die übliche und als wirkungslos erwiesene „Medizin“ für ihre Probleme auszuschlagen und mal etwas neues zu versuchen.

Ja, die Medizin der neoliberalen Hohlköpfe Troika die davon ausgehen, dass der Patient problemlos genesen wird wenn man ihn systematisch ausbluten läßt bis keine Blut mehr in ihm ist. Heiner Flassbeck hat heute schön dokumentiert, mit welchen katastrophalen Auflagen wir die Griechen überzogen haben. Und während die Vorgängerregierung noch auf dieses Diktat einging und das Volk weiter in die Armut schickte hat diese neue Regierung sich wohl auf die Fahnen geschrieben, die katastrophalen Zustände in Griechenland zu verbessern und nicht die Rendite der Finanzmärkte. Eine Regierung, die tatsächlich etwas tut um die Mißstände und Probleme in ihrem Land zu beseitigen, davon können wir Deutschen ja nur träumen. Uns erzählt man lieber wie gut es uns allen im Durchschnitt geht und die Regierung lobt sich selbst in den Himmel.

Die neue griechische Regierung hat meine Hochachtung und ich wünsche ihr alles Gute und jeden nur denkbaren Erfolg bei der Behebung der Schäden die dank der Engstirnigkeit der „Helfer“ passiert sind.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

4 Kommentare

  1. Carsten Kettner

    13/02/2015 @ 13:29

    Bei aller Kritik an der Arbeit der Troika und an der Strategie per Spardiktat ein ganzes Land ausbluten zu lassen, frage ich mich dennoch, wo die Kredite in Höhe von rund 250 Mrd. EUR, die vor der Bankrotterklärung ins Land geflossen sind, hingegangen sind.
    Nachhaltig wurde damit auch nicht gewirtschaftet, sondern lediglich verkonsumiert.
    Dass die „Hilfen“ der EU diesen Schuldenberg letztlich noch hat wachsen lassen, ist jedoch unbestritten

    • So, wie ich die vielen Nachrichten heute (unter anderem ein interessantes Interview auf WDR 5) verstanden habe, waren die Hilfen in erster Linie dafür da, die vorhandenen Schulden zu tilgen. Ob eine Umschuldung und konsequente Verfolgung in den Steuerbehörden da nicht sinnvoller gewesen wäre…………….. ich glaube schon.

      • Genau Schulden tilgen bzw. wir verkaufen irgendwelche Rüstungsgüter an die Griechen (die die gar nicht brauchen, aber die Abnahme ist sozusagen Bedingung für unsere „Hilfe“) und dann fließt das Geld gleich wieder zurück weil die U-Boote und sonstiger Müll ja bezahlt werden müssen. Am Ende hat Griechenland ein U-Boot mehr, aber keinen Cent mehr in der Kasse, dafür aber mehr Schulden. Unser Außenhandelsüberschuß ist das Defizit der anderen, einfach mal Flassbeck lesen. Der thematisiert das andauernd, nur will es keiner hören.

        • Tschuldige, ich habe mich mehr als besch….. ausgedrückt…………….. sorry

          Schulden zu tilgen => alte Aufträge erfüllen die sich in der Handelsbilanz der anderen EU-Staaten wiederfinden (damit diese dann eben nicht so verheerend aussieht)

          und gleichzeitig sparen auf Teufel komm raus (immer da, wo man ohne „Knüppel“ dran gehen kann, also beim kleinen Mann)

          ohne an den inneren Verhältnissen was Grundlegendes zu ändern. Dass wurde von der Troika (gerade im Steuersystem) auch nicht zwingend gefordert.