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Schuften für Coca Cola

Neuerdings höre ich bei meinen Runden mit dem Hund ja immer irgend einen Podcast. Heute war eine Reportage von SWR2 unter dem Titel „Schuften für Coca Cola“ dran. Ich kann Euch allen diesen Podcast nur wärmstens empfehlen, auch wenn er nicht geeignet ist, den Blutdruck zu senken oder das Wohlbefinden zu erhöhen. Aber es bestätigt mich in meinem Entschluß lieber Leitungswasser zu trinken als den Großkonzernen wie Nestle oder Coca Cola mein Geld in den Rachen zu schmeißen.

Es geht um afrikanische Wanderarbeiter die in Kalabrien in Süditalien zur Orangen- und Clementinen-Ernte eingesetzt werden und dabei einen Hungerlohn verdienen. Man ist zunächst geneigt den Bauern denen die Plantagen gehören die Schuld für diese Ausbeutung zu geben, lernt aber dann, dass die Bauern selbst ausgebeutet werden, sprich von ihren Produkten alles andere als reich werden, denn die Preise diktiert nicht mehr der Produzent sondern der Großabnehmer. Und der argumentiert mit dem weltweit niedrigsten Preis für Orangen, nämlich dem was Orangen in Brasilien kosten, da wo die Arbeitskräfte noch viel billiger sind als hier. Globalisierung zum Nutzen aller, nicht wahr? Ich bin allerdings schon erstaunt, dass die Bauern in Europa sich die Preise vom brasilianischen Markt diktieren lassen, denn wenn die Limonadenhersteller glauben, sie können dort billiger einkaufen, dann sollen sie es doch machen und mal sehen, wie sie die Orangen zum Nulltarif von ihrem Einkaufsplatz Brasilien zu ihrem Absatzmarkt Europa transportieren.

Insgesamt eine sehr erschütternde Reportage die zeigt, dass unsere Welt sich offensichtlich fest in der Hand einiger Großkonzerne befindet und das auch ohne Freihandelszone oder TTIP. Wer glaubt, mit einem Freihandelsabkommen und Geheimverträgen und Geheimgerichten würde das dann zukünftig besser werden, der glaubt bestimmt auch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

1 Kommentar

  1. Das Schlimme ist, so weit braucht man gar nicht schauen…………..

    Großhandelskonzerne wie Aldi, Lidl, Metro, Rewe, Edeka usw. usf.

    diktieren hier die Preise für Gemüse und Obst. Die Preise werden bereits jetzt festgelegt. Für Ware, die noch nicht mal gesät oder gepflanz ist. Der Erzeuger geht Kontrakte ein, die er erfüllen muss.

    Hat er zu wenig, dann muss er teuer zu kaufen. Hat er zuviel, wird der Rest in die Biogas-Anlagen gekarrt. (so wie mit den Kartoffeln geschehen im letzten Herbst)

    Die Mär von Angebot und Nachfrage regeln den Markt ist schon lange zu den Akten gelegt worden.

    Das Einzige was gesichert ist durch solche Verträge, ist der Cash-flow. Wenn der Erzeuger bei der Bank einen Kredit benötigt, dann kann er zumindest Kontrakte vorlegen. Für den Erhalt von Arbeitsplätzen und eine vernünftige Landwirtschaft ist das nicht gedacht.