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Volksverhetzung

Heute bin ich froh, das die Redaktion der BILD-Zeitung Hunderte von Kilometern weit weg ist, denn bildhetzewas sich dieses Schmierblatt heute wieder geleistet treibt meinen Blutdruck in ungeahnte Höhen und könnte durchaus justizable Folgen haben, sollte ich einen der Verantwortlichen in meinen direkten Aktionsradius bekommen. Zudem sollte dieser Vorgang  durchaus mal vor einem ordentlichen Gericht in Hinblick auf §130 StGB (Volksverhetzung) geprüft werden. Die Bild-Zeitung hetzt ganz offen gegen die Griechen und fordert „NEIN! Keine weiteren Milliarden für die gierigen Griechen.“ Das Sturmblatt der Volksverdummung ist wohl wenig begeistert von den Vorschlägen aus Athen und hetzt nun in nicht mehr akzeptabler Weise offen gegen die „gierigen Griechen“. „Gierige Griechen“ ist eine böswillige Verleumdung der griechischen Opfer der über Jahre den Griechen aufgezwungenen Austeritätspolitik und damit ist nach meiner bescheidenen Ansicht der Straftatbestand der Volksverhetzung enstprechend §130 Absatz 2 erfüllt.

Der deutsche Journalistenverband wettert inzwischen gegen diese üble Kampagne der Bild die ihre Leser aufgefordert hat, diese Schlagzeile hochzuhalten und dann Selfies an die Bild-Redaktion zu schicken. Erschreckend ist ja, dass es offensichtlich genügend Idioten da draußen gibt, die bei dieser Hetze dann auch an mitmachen. Interessant ist für mich auch die Gestaltung dieser Kampagne, die Farbe blau habe ich in der Vergangenheit eher weniger mit der Bildzeitung verknüpft, sondern eher mit der AfD. Aber vielleicht ist ja das genau die Absicht hinter der Verwendung dieser Farbe.

Was Bild hier betreibt ist längst kein Journalismus mehr, keine Berichterstattung sondern eben Hetze unter dem Deckmantel der Pressefreiheit, die der Verlag ja sogar mit einem Leistungsschutzrecht vor bösen Verwertern ihrer geistigen Flatulenzen verteidigen musste.

Es ist für mich erschreckend, wenn hier unter völliger Ausblendung der Realität weiterhin von den „gierigen Griechen“ geschrieben wird. Diie Milliarden um die es nun geht sind ja nun nicht dazu bestimmt, weiterhin die Investoren vor Verlusten zu bewahren, sondern sollen wohl in erster Linie dazu dienen, dass Griechenland wieder aus dem Schlamassel rauskommt den es dank der neoliberalen Politik der Troika aufgebürdet bekommen hat. Es geht nicht darum, die Finanzhilfen in rauschenden Festen sinnlos zu verpulvern, sondern es geht um die elementaren Grundbedürfnisse des griechischen Volkes. Grundbedürfnisse wie eine warme Unterkunft und eine funktionierende Gesundheitsversorgung. Das hat mit „Gier“ so wie es die Bild-Zeitung suggerieren will rein gar nichts zu tun. Es geht bei den Griechen ums nackte Überleben, wer hier von Gier spricht sollte mal dringend einen Drogentest machen.

Auf Twitter formiert sich unter dem Hashtag #NEINzurBILD mittlerweile der Widerstand gegen diese Hetzkampagne mit vielen kreativen Selfies, die aber wohl anders aussehen als sich die Bild-Redakteure vorgestellt haben. Dass die Hetze der Bild-Zeitung gegen Griechenland nichts neues ist zeigt hingegen ein Postillion-Artikel aus dem Jahr 2011.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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