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Therapieren um jeden Preis?

Anita (die hier auch immer fleißiig kommentiert) hat mich per Mail auf eine sehr interessante Stellungnahme zum Thema ABA aufmerksam gemacht. Als Vater eines autistischen Kindes interessiert mich das natürlich und ja, ich stimme mit Anita überein, das muss man publik machen.

Zu meiner Schande muss ich ja erst mal gestehen, dass ich bei der Abkürzung ABA erst mal auf dem Schlauch stand. Google hilft und so gibt es wohl einen Wikipedia-Eintrag zu ABA. Viel interessanter ist jedoch die Einschätzung von Aleksander zu ABA, Aleksander ist selbst Autist und hat gerade in Buch über Autismus per Crowdfunding aufgelegt. Und letztendlich gibt es noch diese schöne Stellungnahme von Autismus Mittelfranken zu ABA (PDF) wo sie sehr gründlich darlegen, warum sie ABA ablehnen.

Und ja, ich kann diese Punkte sehr gut nachvollziehen. Ja, Autisten „ticken“ anders und gerade geht uns unser kleiner Autist mächtig auf die Nerven indem er ständig die gleichen Sätze wiederholt, bis zur totalen psychischen Erschöpfung der Eltern die erkältungsbedingt gerade nicht auf dem höchsten Belastbarkeitsniveau unterwegs sind. Aber die Erfahrung aus besseren Zeiten lehrt, dass man diese ständigen Wiederholungen einfach auch „wegstecken“ kann, irgendwann schalten die Ohren dann einfach auf Durchzug. Wenn er also jetzt in unserer persönlichen Streßsituation einfach nervt ist das zwar anstrengend, aber doch kein Grund ihn sozusagen „brechen“ zu müssen, nur damit er sich „normal“ bzw. der Situation angepasst verhält. Wir haben gelernt relativ gut mit den Eigenheiten unseres Autisten klar zu kommen und ich sehe keine Notwendigkeit, ihn in irgend eine Schablone zu pressen.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

2 Kommentare

  1. Danke!

    Was besonders perfide ist, wenn ein AutismusTherapieZentrum (ATZ = Finanzierung ausschließlich über das Sozialamt oder Jugendamt) diese Methode preferiert und entsprechenden Einfluss auf die Behörden hat, dann kann es passieren, dass

    wenn die Eltern diese Methode ablehnen, Ihnen unterstellt wird, dass sie nicht mitarbeiten und sie andere Hilfen (zB Schulbegleitung) gestrichen bekommen oder im schlimmsten Fall der Sorgerechtsentzug droht!!

    Zusätzlich ist die therapeutische Betreuung / Versorgung von Menschen mit Autismus sehr mangelhaft, so dass man oft nur in einem ATZ Hilfe finden kann.

    Gerade aus diesem Grund ist diese Stellungnahme so extrem wichtig.

    Denn aus Verzweiflung gehen die Eltern oft dann andere Wege. Der schlimmste Weg ist dann der mit MMS. Was Gott sei Dank in der reinen Form nun unter das Arzneimittelrecht fällt und in Deutschland keine Zulassung hat.

    http://www.junaimnetz.de/mms-chlorbleiche-gegen-autismus

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