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Zu dumm fürs Referendum

Als letzten Sonntag die Griechen über ihr Schicksal abgestimmt haben hat man der Regierung Tispras vorgeworfen, dass die Fragestellung unklar war und der griechische Bauer vielleicht gar nicht verstanden hat worum es ging. Morgen können sich die Augsburger ein klein wenig wie die Griechen fühlen, es kommt zu einem Bürgerentscheid über die Frage, ob die Stadtwerke Augsburg mit Erdgas Schwaben fusionieren sollen oder nicht. Alles ganz einfach, oder? Dachte ich auch, bis ich dann vorhin bei der Hunderunde auf einem Wahlplakat der Grünen eine Preview auf den Stimmzettel morgen bekommen konnte.

Die Grünen haben freundlicherweise auch gleich ihre Vorstellung davon eingetragen, wo der Zettel anzukreuzen ist. Und so sieht dieses Meisterwerk aus:

stawafusionWow. Eine einfache Frage die man mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten könnte wird auf drei Fragen aufgeteilt. Das bietet supertollen Spielraum für Interpretationsmöglichkeiten. Was ist, wenn ich bei Bürgerentscheid 1 und 2 jeweils mit „Ja“ stimme? Ist dann der Stimmzettel gültig oder ungültig, denn ich bin ja dann gleichzeitig für und gegen die Fusion. Oder was passiert mit meiner Stimme wenn ich bei Bürgerentscheid x gar nix ankreuze? Fragen über Fragen. Ich fürchte, da haben die Griechen es vor einer Woche zumindest vom Formular her deutlich einfacher gehabt…

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

4 Kommentare

    • Und ich dachte Augsburg hätte zahlreiche Schilda- und Abderiten-Geschichten inspiriert (Kerzenstumpenstreit u.ä.). Schilda ist nicht ein Stadtviertel von Augsburg, Augsburg ist Schilda 😉