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Die neuen deutschen Raubritter

Nun ist es also amtlich. Fraport bekommt 14 griechische Flughäfen zum Schnäppchenpreis von nur 1,2 Milliarden Euro. Wie Fefe heute richtig festgestellt hat also für ein Viertel dessen was wir bislang in den Berliner Hauptstadtflughafen BER gepumpt haben gibt es hier 14 gewinnbringende Flughäfen. Das grausame ist aber der kriminelle Hintergrund zu dem Deal.

Denn natürlich trennt sich die griechische Regierung nicht freiwillig von ihren Cash-Cows und behält dafür die unrentablen anderen Airports, sondern sie wurde von den Gläubigern zu diesem Deal gezwungen. Die Aasgeier kommen also nun ganz ungeniert und krallen sich das griechische Tafelsilber während das Land ökonmisch am Boden liegt.

Wo die Reise gemäß der neoliberalen Agenda der Troika hingehen soll ist längst klar und wird von Sabine Leidig in einer Pressemitteilung der Linksfraktion auch so beschrieben:

Neben der Infrastruktur sollen auch Wasserversorgung, Bahn und Energieversorgung privatisiert werden sowie in den Bereichen Bildung und Gesundheit.

Es gibt unzählige Beispiele auf der Welt die belegen, dass die Privatisierung von Infrastruktur und Daseinsvorsorge meistens in einer Kostenexplosion für die Kunden und letztendlich ein einem Verfall dieser Infrastruktur (Stichwort bei Fefe, Infrastrukturapokalypse) endet, denn natürlich ist kurzfristiger Profit wichtiger als langfristiger kostenintenisver Erhalt der Infrastruktur. Und bei der Wasserversorgung hört der Spaß sowieso auf, denn Wasser darf keinesfalls zum Eigentum von Konzernen mutieren sondern muss ein natürliches Allgemeingut bleiben an dem jeder partizipieren darf. Natürlich zahle ich für die Dienstleistung „Wasser am Wasserhahn“ meine Obolus denn es ist bequemer als mit einem Eimer zum Brunnen zu rennen, aber man stelle sich mal vor ihr dürftet nicht mehr aus einem Bach das Wasser schöpfen um einen Schluck zu trinken weil irgendwer behauptet es gehöre ihm.

Ich kann mich daher Sabine Leidig nur in der Einschätzung anschließen, dass ein solcher Vertrag sittenwidrig ist und daher zu prüfen wäre, ob hier der Straftatbestand der Erpressung nach §253 StGB vorliegt. Und wieder einmal schäme ich mich für die Taten der amtierenden deutschen Regierung die diese Verbrechen zu verantworten hat, aber offensichtlich von niemandem zur Verantwortung gezogen wird.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

2 Kommentare

  1. ein anderer Stefan

    19/08/2015 @ 09:43

    Und gestern in irgendwelchen Nachrichten wurde das dann so berichtet, dass die Griechen dem Verkauf „endlich“ zugestimmt hätten, gerade so, als wäre das eine Wohltat, dass sie die Flughäfen endlich loswerden würden. Mit Griechenland wird gerade so verfahren wie das in manchen Filmen (Wallstreet mit Michael Douglas fällt mir ein) gezeigt wird: Die profitablen Bereiche werden rausgelöst und gewinnbringend (für wen?) verkauft, der Rest wird „abgewickelt“. Die Menschen? Scheissegal.
    Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte….

  2. Der Sommerschlussverkauf im Laden „Griechenland“ hat nun begonnen. Gewinnbringende Teile der Infrastruktur werden nun im Versteigerungsverfahren veräussert. Interessant dürfte dabei sein, wie Griechenland künftig ohne gewinnbringende Infrastruktur (Flughäfen, Häfen, Wasser, Strom usw.) je Schulden zurückzahlen soll oder kann…
    Es ist ein perfinder Plan, wenn man vom Versagen der griechischen Regierung, nein nicht die derzeitige und dem eigenen Versagen noch profitieren kann und vorallem will.
    Fraport gehört Frankfurt und dem Bundesland Hessen, dieser „Verkauf“ ist unter dem Strich nichts anderes als staatlich legitimierte Leichenfledderei, denn Griechenland ging es vor der Krise die 2008 ihren Lauf nahm schon nicht gut, durch die Sparpolitik der EU hat man den kranken Patienten ins Koma versetzt. Unfähig, irgendwelche mittel- und langfristige Ziele zu planen und umzusetzen waren und sind die Griechen dazu verdammt dem Lauf der Geschichte zuzuschauen ohne aktiv eingreifen zu können.

    Ja, auch das ist die EU. Da geht es nicht um „gemeinsam“, sondern jeder Staat kämpft für und um sich selbst. Dieser Kampf wird sich künftig noch verschlimmern.
    Wollen das die EU-Bürger jenseits der Springer-Hetze? Ich glaube kaum.