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Schuldiger für Börsencrash gefunden

Die Tagesschau berichtet heute dass nun in China der Sündenbock Schuldige für den Börsencrash von neulich gefunden wurde. Der Mann heißt Wang Xiaolu und schreibt laut Tagesschau normalerweise wenig beachtetet Artikel im chinesischen Wirtschaftsmagazin „Caijing“. Doch im Juli hat er einen Artikel geschrieben indem er berichtete, die chinesische Regierung wolle Geld aus dem Aktienmartk abziehen. Daraufhin verloren die chinesischen Börsen 40%.

Ernsthaft? Ein lausiger und sonst kaum beachteter Journalist saugt sich ein Gerücht aus den Fingern und die Börsenkurse purzlen um 40% nach unten? Wenn das wahr ist, dann bestätigt es mal wieder den Spruch den ich vor vielen Jahren mal von Börsenguru Andrej Kostolany gehört habe. Der sagte nämlich in einem Radiointerview sinngemäß: „Wenn ich mich in einer Stadt so richtig amüsieren will, dann gehe ich an die Börse. Denn nirgendwo anders gibt es so viele Idioten auf so wenig Raum.“

Ja, Idioten. Eine Story die verunsichert und schon regiert die Panik. Und dann denken wir an diesen Beitrag der neulich in Facebook Wellen schlug. Ein Börsenmakler sagt ganz klar, dass sein Goldenes Kalb um das er tanzt der Profit ist und irgendwlche Finanzkrisen oder kaputte Staaten wie Griechenland spielen in seinem Weltbild keine Rolle. Sein Job sei es schließlich an der Börse Geld zu machen und diese Geldgier ist genau die Wurzel allen Übels. Und wie Kostlany schon beschrieben hat sind es Idioten. Geldgierige Idioten und vor allem gefährliche Iditoen, denn sie haben die Hebel um Staaten ins Finanzchaos zu stürzen. Und wie die Vorfälle an der chinesischen Börse zeigen sind diese Idioten sogar zu bescheuert um irgendwelche Meldungen zu hinterfragen. Klar, im Zeitalter des Hochfrequenzhandels und der weltweiten Vernetzung macht immer nur der Erste den meisten Profit, also wird wider alle Vernunft reagiert, panisch und unkontrolliert.

Vielleicht ist aber dieser Journalist nur der Sündenbock der jetzt vorgezeigt wird um die Börsen zu beruhigen weil ja alles ganz anders ist… Nix genaues weiß man nicht, außer dass unsere Finanzmärkte längst jenseits jeder Moral operieren und dringend unter Kontrolle gebracht werden müssen.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

2 Kommentare

  1. Carsten Kettner

    01/09/2015 @ 09:02

    Die Idiotie pflanzt sich ja bis in die höchste Politik fort, wo ebenfalls wie das Kaninchen auf die Schlange auf den Kapitalmarkt gestarrt wird, wenn irgendwelche politische Entscheidungen anstehen. Siehe Griechenland, siehe Zinsänderungen etc.
    Die Börse ist ein gigantischer Spielplatz von Egomanen, Geschichtenerzählern, Küchenpsychologen und Scharlatanen – ein eigener Mikrokosmos, eigentlich völlig unbedeutend, aber gnadenlos überschätzt.
    Ich frage mich immer wieder, warum Unternehmenswerte derart beeinflusst werden, wenn wortwörtlich ein Sack Reis in China umfällt oder die relative Mondfeuchtigkeit zunimmt. Entweder die Analysten auf dem Parkett meinen das wirklich ernst oder die Kommentatoren haben von nichts eine Ahnung.