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Dein Fingerabdruck ist nicht sicher!

Die meisten modernen Smartphones haben heute auch einen Fingerabdruck-Sensor mit dem das Gerät von seinem Nutzer entsperrt werden kann. Das liest sich in den Hochglanzbroschüren ganz toll und kann gut vermarktet werden, doch wie sieht es tatsächlich mit der Sicherheit aus?

Also was würde beispielsweise passieren, wenn Dein Smartphone beschlagnahmt wird und irgend ein neugieriger Staatsbeamter unbedingt wissen will, was darauf gespeichert ist. In den USA empfehlen Anwälte, doch lieber eine Passphrase zu verwenden als einen Fingerabdruck. Der Grund ist, dass der 5. Zusatz zur Verfassung Beschuldigten das Recht zugesteht sich nicht selbst zu belasten und somit beispielsweise auch die Passphrase nicht herauszugeben. Bei einem Fingerabdruck ist das anders, der ist nicht durch den 5. Verfassungszusatz geschützt und man kann gezwungen werden, sein Smartphone damit zu entsperren. Ich fürchte, bei uns wird das ähnlich gehandhabt sein, darum besser eine Passphrase als ein Fingerabdruck, auch wenn der noch so verlockend einfach aussieht.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

1 Kommentar

  1. Dieses Recht sich nicht selbst zu beschuldigen kann auch irgendwie genereller gefasst werden: Du musst dein Handy nicht selbst entsperren. Wenn nun aber – natürlich rein zufällig – dein Smartphone – ganz unverhofft und nicht herbeigeführt – unter deinen Finger rutschen sollte, und dadurch – natürlich unbeabsichtigt – dein Fingerabdruck auf dem Scanner landet und dein Mobil-Computer entsperrt wird… Nunja, die Polizei kann ja nichts dafür, dass sie nun auf das Handy zugreifen kann.