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Schokolade essen gegen Pegida?

Der Ferrero-Marketing-Abteilung ist ein genialer Coup geglückt. Denn die bekannte Kinderschokolade zeigt nun auf den Verpackungen Kinderbilder von Fußballern der Nationalelf. Allerdings eben Fußballer mit Migrationshintergrund. Was ja eigentlich kein Problem wäre, wenn da nicht die Dummköpfe von Pegida wären, die das gleich wieder als „antideutsch“ sehen und den Untergang des Abendlandes herbei beschwören. Und nicht genug dass diese Idioten sich so aufführen, ich lese dann in meiner Twitter-Timeline auch noch Kommentare wie „ich kaufe Kinderschokolade als Zeichen gegen Pegida“. Das ist zwar nett, aber leider geht man damit nur den Marketing-Leuten von Ferrero auf den Leim. Ich selbst lehne Kinderschokolade seit vielen Jahren ab. Und das nicht, weil irgendwelche Fußballer-Visagen die Schachteln zieren, sondern aus ganz anderen Gründen.

Im Jahr 2002 gab es einen Rechtsstreit in Österreich bei der das Unternehmen Ferrero die Domain „kinder.at“ für sich beanspruchte, denn „Kinder“ wäre ja die Marke von Ferrero. Damals wurde dieses Ansinnen von Ferrero zum Glück vom OLG Wien abgelehnt und diese Ablehnung vom Obersten Gerichtshof bestätigt worden. Damals war ich gerade frisch in die Vater-Rolle gewachsen und habe mir gedacht, was für ein Scheiß will Ferrero da machen. Natürlich erwarte ich unter einer Domain mit „Kinder“ im Domainnamen erst mal Informationen für Eltern und Kinder und keine Schokoladenwerbung. Und so findet man nun zum Glück unter kinder.de eben auch ein Familienportal und keine Schokolade.

Doch die Zeiten ändern sich. Die ICANN hat ja vor einigen Jahren die Top-Level-Domains freigegeben und so ist jetzt unter anderem auch eine Top-Level-Domain „.kinder“ möglich. Und die beansprucht natürlich Ferrero für sich. Und im Oktober 2015 haben sie diese Top-Level-Domain tatsächlich zugesprochen bekommen.

Tja, die Proteste gegen die Registrierung der Top-Level-Domain „.kinder“ für Ferrero kamen wohl zu spät was wiederum zeigt, dass man wohl ständig wachsam sein muss um solche Coups zu verhindern. Für die nächsten 10 Jahre werden also Web-Adressen die auf „.kinder“ enden (habe zum Glück noch keine gesehen) dann zur Schokoladenseite des Interents führen.

Meiner Abneigung gegen Ferrero tut das keinen Abbruch und ich werde auch weiterhin diie Produkte dieses Konzerns vermeiden. Natürlich gibt es auch andere Gründe Kinderschokolade zu meiden, z.B. dass darin Palmöl enthalten ist.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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