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Eindrücke vom Schwabentag

Heute war hier in Augsburg der Schwabentag bei dem der Bezirk Schwaben und viele Behinderten-Hilfsorganisationen auf das Thema Behinderung aufmerksam machten. Ich war mittags dort und habe mich umgesehen.

Viele Stände mit bekannten und weniger bekannten Organisationen. Imposant war ein Stand bei dem auf die Probleme der Kleinwüchsigen Menschen aufmerksam gemacht wurde, denn da gab es einen auch für uns „Normalgroße“ einen reichlich übedimensionierten Stuhl auf dem man mal Platz nehmen konnte um zu sehen, wie sich das für einen Kleinwüchsigen bei unseren Standardmöbeln anfühlt.

20160625_133403Mein persönliches Highlight war die Autismus-Kabine des Cartias-Verbandes. Auf die hat mich vor langer Zeit Anita aufmerksam gemacht und mir überhaupt erst die Idee gegeben, zu diesem Schwabentag zu gehen. Nach der ersten Runde durch die Halle habe ich dieses Ding aber nicht gefunden, also nochmal zur Information und die konnten mir dann die Zielkoordinaten geben.

Die Autismuskabine sieht im Prinzip aus wie die Anprobier-Kabine in einem Bekleidungsgeschäft. Doch statt des Spiegels hat man eine Scheibe die wie ein Ultra-Weichzeichen-Filter aus der Fotografie wirkt. Draußen vor der Kabine steht ein Flipchart und man geht da mit einer Liste rein. Auf dem Flipchart werden dann Fotos von Leuten in verschiedenen Gemütszuständen gezeigt und man muss ankreuzen, was man da als Gemütszustand erkennt, bzw. vermutet, denn durch den Ultra-Weichzeichner sieht man eben leider nicht viel (siehe das Foto rechts). Nach 5 Fotos ist der optische Teil beendet und dann wird einem noch über Lautsprecher eine Geschichte erzählt. Diese ist allerdings mit jeder Menge Störgeräuschen hinterlegt, ungefähr so wie damals die weit entfernten Kurzwellensender ziemlich verrauscht hier im Transistorradio empfangen werden konnten. Sprich, man hört eigentlich nur viel Hintergrundrauschen und eigentlich keine Geschichte, zumindest ich hatte nicht den Eindruck eine Geschichte gehört zu haben.

Klar, das was das „simuliert“ wird sind auch nur Metaphern. Ich denke nicht, dass mein Sohn einen ständigen Störpegel im Ohr hat oder alles nur verschwommen sieht, aber mit diesen doch relativ einfachen Mittlen bekommt man schon einen Eindruck wie es ist, wenn man zwar etwas „erfassen“ will, aber das wegen irgendwelcher Hemmnisse nicht geht. Klar, den Weichzeichner können wir entfernen, das was bei Autisten die Erkennung von Gemütszuständen behindert leider nicht so einfach.

Insgesamt war es eine interessante Veranstaltung und sie war gut besucht. Danke an Anita für den Hinweis zu dieser Veranstaltung.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

1 Kommentar

  1. Ein Weichzeichner ist „leicht“ unpassend, es ist eher so das alles zu scharf, zu detailreich ist…..