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Datenschutz und Privatsphäre

Soziale Netze sind schön und nett, aber was mich nervt ist dieses ständige Betteln nach weiteren Kontaktdaten. Natürlich wird das in den sozialen Netzen nicht so formuliert sondern man macht es dem Benutzer mit „Laden Sie Ihr Adressbuch hoch und sehen sie, wer von ihren Freunden noch bei uns ist“. Wie so was dann von der anderen Seite aussieht konnte ich diese Woche erleben.

Ich staunte nämlich nicht schlecht, als ich von Xing eine Mail bekam, dass ein Kollege sich mit mir vernetzen möchte. Xing, da war doch was. Ja, vor vielen Jahren hatte ich mal für kurze Zeit einen Account bei Xing, den habe ich aber im Mai 2008 gelöscht. Die Anfrage kam aber auf einer Mailadresse rein, die zum einen in 2008 noch gar nicht existierte (häufige Umstrukturierungen innerhalb der Firma sorgen ja alle paar Jahre für neue Mail-Adressen) und zum anderen gebe ich bei Sozialen Netzwerken grundsätzlich keine Firmen-Mail-Adresssen an sondern immer meine private Mailadresse.

Also mal geguckt, wo ich lande, wenn ich den Link klicke der mir in der Mail angeboten wurde. Nämlich auf dieser Seite von der ich einen Screenshot gemacht habe und alles private verpixelt habe.

screenshot-xing

Ich komme also auf einer Registrierungsseite raus bei der meine Mailadresse schon vorbelegt ist, sonst aber nix, also gibt es wohl kaum mehr als diese Mail-Adresse die jetzt bei Xing bekannt ist. Und natürlich will ich kein Xing-Mitglied mehr werden, werde als diese Einladung einfach ignorieren.

Aber der Vorfall zeigt sehr schön, wie schnell man doch in die Netze der Datenkraken gerät. Natürlich bin ich jetzt auch neugierig und habe mal in die Datenschutzbestimmungen bei Xing geschaut. Da steht dann unter dem Punkt „8. Einladungen“, dass Nutzer andere Personen einladen können. Nun, diesen Kollegen sehe ich quasi täglich, er hätte mich wohl angesprochen, wenn er tatsächlich eine solche Einladung geschickt hätte. Interessant ist auch der Passus in den Datenschutzbestimmungen der folgendes aussagt: „Jede eingeladene Person hat die Möglichkeit, der Nutzung seiner E-Mail-Adresse für Einladungen zu widersprechen.“ Die eingeladene Person wäre ja ich, aber ich sehe aus dem was ich bekommen habe keinerlei Hinweis, wie ich denn einer Nutzung meiner Mailadresse für solche Einladungen widersprechen soll. Leider bin ich auch momentan mit zuviel wichtigeren Dingen beschäftigt als bei Xing nachzufragen, wie ich das denn bewerkestelligen kann.

Also aufgepasst, wenn Euch das nächste Soziale Netzwerk dazu auffordert, ihm Zugang zu Euren Adressbüchern zu geben. Das könnte bei manchen Leuten die Ihr in Euren Kontakten habt nicht so gut ankommen, vor allem wenn das Soziale Netzwerk dann gleich sozusagen in die Offensive geht.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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