Das Marathon-Kind

Anna im Stadtlauf-TrikotHeute morgen musste ich trotz Sonntag früh aufstehen. Geholfen hat mir dabei eine kalte Hundeschnauze die mich um 5:30 berührte. Auch Anna durfte dann um 6:20 raus weil sie heute beim 9. Augsburger Stadtlauf mitmachen durfte.

Treffpunkt war um 8:00 vor der City Galerie und so fuhren wir mit der Straßenbahn bis zum Moritzplatz und liefen das letzte Stück. Ich hatte während der Woche mal bei den Stadtwerken angerufen und nachgefragt, ob vielleicht Shuttle-Busse eingesetzt werden da ja das Parkhaus in der City-Galerie bei so einer Veranstaltung kaum erreichbar bzw. wieder zu verlassen ist. Aber nix wars, egal, wir gingen ja eh zu einer “Lauf”-Veranstaltung.

Überraschend war dann auch, dass die Gastronomen in der City Galerie sich das Geschäft weitgehen entgehen ließen. Gerne hätte ich einen Kaffee getrunken, doch bei den zwei Cafes im Obergeschoss staute sich das Publikum genauso wie vor dem total überlasteten “stillen Örtchen”.

Um 9:50 war es dann so weit, die Kinder der dritten und vierten Klassen durften an den Start gehen. Die Laufdistanz für die Kinder betrug nur 1,2 Kilometer und so war der Pulk in dem Anna unterwegs war dann auch nach ein paar Minuten schon wieder da. Für jeden Teilnehmer gab es eine Medaille und nach Abschluß des Laufs machten wir uns dann wieder auf den Fußmarsch Richtung Königsplatz um von dort mit der Straßenbahn nach Hause zu fahren. Die Eisdiele am Moritzplatz sorgte dabei für die Marschverpflegung die es in der City Galerie leider nicht gab.

Sonntagsruhe 2.0

Heute morgen 8:45, ich bringe gerade den Müll raus da denke ich, ich steh am Nürburgring. Motorenlärm und Reifenquietschen in durchaus nicht zu ignorierender Lautstärke. Also mal bei den lokalen Ordnungshütern nachgefragt ob ich irgendwas verpasst habe und die meinten, dass auf dem Parkplatz der Impuls-Arena eine Drifting Veranstaltung stattfindet. Ein Blick in die Zeitung zeigt mir dann, dass wir dieses zweifelhafte Vergnügen noch den ganzen Tag haben werden. “Meet the drift king” nennt sich das und ich hätte nicht schlecht Lust da mal rüberzugehen und den Veranstaltern zu sagen was der lokale King hier von der akustischen Luftverschmutzung am Sonntag hält. Danke auch an das Ordnungsamt das solche Krawall-Orgien genehmigt, nicht genug dass wir die übliche Stadion-Geräuschkulisse “geniessen” dürfen, in der spielfreien Zeit wird dann die Arena für andere Lärm-Veranstaltungen genutzt. Wenn meine Kinder um diese Uhrzeit etwas lauter sind beim Spielen muß ich mit Ärger rechnen, aber bei so einer Veranstaltung “muss ich durch” wie es der Ordnungshüter am Telefon so schön formuliert hat. Mich beschleicht der Verdacht, dass von den Leuten im Ordnungsamt die so was genehmigen keiner hier wohnt.

Da ist man mal ein paar Tage im Urlaub…

und schon überschlagen sich die Ereignisse. Da nimmt man die Zeitung aus dem Briefkasten wenn man wieder heimkommt und was springt einem entgegen? Der Bundespräsident hat sich überraschend doch für die “Rente mit 67″ entschieden. Das ist dann doch mal ein historisches Ereignis, auch wenn die Begründung für den Rücktritt sehr seltsam erscheint. Immerhin, Respekt Herr Köhler für diesen Schritt. Wenn sich doch unsere Angie daran ein Beispiel nehmen würde.

Die Zeitung von gestern teilt mir mit, ich wäre Lena. Und ich muss zugeben, ich habe den Singwettbewerb nicht am TV verfolgt, denn als der lief hatte ich ein schönes Abendessen mit meiner Frau in einem netten Restaurant in Genua. Und ich habe trotz des ganzen Medienrummels um Lena bis jetzt immer noch nicht eines ihrer Lieder gehört. Und hey, ich lebe trotztdem. Und wo wir gerade beim Thema Musik sind, wir waren im Urlaub in einem kleinen Musikgeschäft das einen ganz besonderen Flair hatte. Obwohl der Laden relativ überschaubar von der Fläche war und die beiden Besitzer das Rentenalter schon deutlich überschritten hatten strahlte der Laden eine ganz eigene Atmosphäre aus. Es gab sehr viele schöne Instrumente, von der Blockflöte über die E-Gitarren bis hin zur Violine oder dem Kontrabass. Sozsagen der “Tante Emma Laden” für Musik.

Tja, und dann gibt es noch die unangenehmeren Nachrichten. Dass BP es nicht schafft mit “Top Kill” ihr Ölbohrloch zu stopfen war ja eigentlich klar. Die Sache wächst sich zum absoluten Desaster aus und es ist sehr schmerzlich zu sehen, wie die Natur am Golf von Mexico im Ölsumpf untergeht. Die andere Nachricht die mir sauer auf den Magen schlägt, ist dass Israel nun auch meint, Piraterie betreiben zu müssen. Anders kann ich den Überfall auf den Hilfskonvoi für Gaza in internationalen Gewässern nicht bezeichnen. Und wenn Israel dann wie heute in der Zeitung beschrieben sich auch noch erstaunt zeigt, dass sich die Überfallenen diesem Überfall zur Wehr setzen, dann frage ich mich schon, ob die komplett ein Rad abhaben.

In Augsburg geht es so chaotisch wie immer zu. Für den heißgeliebten Königsplatzumbau feilen wir mittlerweile am dritten Bürgerbegehren und es bleibt abzuwarten, wann tatsächlich mal irgend eine Art von Umbau passieren wird, mittlerweile sind wir ja nur dabei, alles zu zerreden und nichts mehr zu tun. Klar, der Königsplatz ist alles andere als einfach umzubauen, aber das ist ja auch keine Neuigkeit. Ob man statt der Fuggerstraße jetzt einen Tunnel bauen soll oder nicht ist in meinen Augen nur eine unbedeutende Randnotiz des Problems. Die Kernfrage ist doch, ob wir wirklich alle Straßenbahnlinien an einem Punkt in der Stadt kreuzen müssen oder ob eine andere Netztopologie im Nahverkehr nicht sinnvoller wäre.

So, jetzt bin ich wieder da, wieder online und darf mich erst mal durch den RSS-Feed wühlen um zu sehen was es sonst noch so gab.

Aus für MammaNetz

Leider kein Aprilscherz, was da heute in der Zeitung steht. Das MammaNetz, eine Anlaufstelle zur Betreuung von Frauen mit Brustkrebs muss zum Jahresende aufgeben:

Es ist eine Diagnose, die schockiert und Angst macht: Brustkrebs. 57 000 Frauen bekommen sie jedes Jahr in Deutschland gestellt. Was sie danach brauchen, ist kompetenter Rat. In Augsburg bekamen sie ihn bei mammaNetz: Die Begleitstelle für Frauen mit Brustkrebs betreute jedes Jahr über 200 Patientinnen – zwölf Monate lang, von der Diagnose bis zur Nachsorge. Ende 2010 ist nun Schluss: mammaNetz muss die Arbeit einstellen, weil Geld fehlt.

Auch wenn ich keine Frau bin und daher wohl nie Bedarf an den Beratungen haben finde ich es sehr traurig dass so ein sinnvolles und in meinen Augen notwendiges Angebot mangels Geld eingestellt wird.

Natürlich kann man argumentieren, dass so ein Angebot medizinisch nicht unbedingt notwendig ist. Aber wenn man sich mal in die Situation der Betroffenen hineinversetzt, dann dürften diese sehr froh um so ein Angebot sein. Gerade gestern habe ich in dem Buch das ich gerade lese (“Switch: How to change things when change is hard”) über ein Projekt in Kalifornien gelesen bei dem man für Frauen mit Brustkrebsverdacht eine zentrale Anlaufstelle hat und das Ziel, dass die dort ankommende Patientin alle notwenidgen Untersuchungen in einem Gebäude bekommt und am selben Tag noch eine Diagnose. Das erspart der Patientin ständig neue Termine mit irgendwelchen Fachärzten ausmachen zu müssen und dann Tage und wochenlang auf die Diagnose warten zu müssen.

MammaNetz hatte zwar eine andere Zielsetzung aber war eben ein integraler Bestandteil in der Nachsorge. Wenn das nun wegfällt, dann fehlt einfach ein soziales Angebot, sprich das soziale Leben wird wieder um einen wichtigen Aspekt beschnitten. Aber Hauptsache man kann die nächste Gesundheitsreform mit Kopfpauschale ausrufen oder mit viel mehr Geld irgendwelche maroden Banken aus der Patsche helfen. Manchmal denke ich, die Prioritäten in unserem Land sind massiv falsch sortiert.

Es lebe der Sport…

…denn er ist gesund und macht uns hart. So sang vor vielen Jahren Rainhard Fendrich. Mittlerweile kommen mir aber an dieser Theorie arge Zweifel auf, wenn ich heute in die Zeitung schaue. Dort steht:

Die paar Meter Fußweg zwischen Unterführung und Anlage wollte der Verband den Sportlerinnen und ihrem Tross aber nicht zumuten.

Das Problem ist das Karl-Mögele-Stadion in Göggingen und das ist nicht direkt mit den Luxusbussen zu erreichen mit denen die FIFA die Spielerinnen bei der Frauenfußballweltmeisterschaft 2011 zu ihren Trainingsplätzen bringen will.

Wenn es an ein paar Metern Fußweg scheitert, dann frage ich mich schon, ob der Sport gesund ist oder ob man den Sportlerinnen nicht gleich einen Rollstuhl zur  Verfügung stellen sollte. Für mich, der eigentlich keine Sportskanone ist aber trotzdem jeden Tag seine paar Kilometer mit dem Hund läuft ist so etwas nur sehr schwer zu verstehen.

Auf dem Pulverfass!

Boah, da liest man nichtsahnend seinen RSS-Feed und dann springt einem doch gleich der Name der Stadt in der man lebt mehrfach ins Geischt. Ja, es hat sich doch tatsächlich einer gedacht, er könne seine Domain für ein Blog “augsburgr.de” nennen. Freundlicherweise hat er bei der Stadtverwaltung angefragt ob sie damit ein Problem haben.

Ja, sie haben und postwendend bekam er eine Anwaltsrechnung mti Abmahngebühren in Höhe von mehr als 1800 Euro. Weil er den Namen Augsburg in seiner Domain verwendet hat und irgend ein Besucher ja dann vermuten könnte, das wäre ein offizielles Blog von Augsburg.

Ausführliche Berichte gibt es bei Netzpolitik, Blogsburg und der Augsburger Allgemeinen. Und ja, jetzt komme ich mir vor wie auf einem Pulverfass, denn natürlich ist in meiner Domain auch der Name des Stadteils von Schilda, äh Augsburg enthalten in dem ich lebe. Lustigerweise habe ich damals, als ich die Domain registrierte explizit auf koenig-augsburg verzichtet, denn wie die Augsburger wissen gab es den als Person für viele Jahre und er war sozusagen ein Augsburger Unikum. Aus Respekt vor dieser Augsburger Persönlichkeit bin ich also nur der König des Stadtteils Haunstetten, beides durch Geburt sozusagen erworbene Namensrechte.

Auch Blogsburg dürfte in Schwierigkeiten kommen, denn die haben ja den Untertitel “Augburger Geschwätz” und zeigen ein Bild vom Augsburger Rathaus. Da muss ja jeder Besucher förmlich annehmen, dass er hier sozusagen mit der Pressestelle des Oberbürgermeisters verbunden ist und alles was da steht sozusagen “Augsburger Gesetz” ist. So wie das deutschlandweit einmalige Dönerverbot, aber das ist ein anderes Kapitel.

Mal sehen wie diese Geschichte weitergeht. Ich schäme mich jedenfalls dafür, dass wir so eine seltsame Stadtregierung haben. Es ist schon blöd, Sportbekleidungshersteller die das Internet nicht verstanden haben kann man ja boykottieren, aber was macht man wenn man in so einer Stadt wohnt. Hier ist mein Lebensmittelpunkt und ich will nicht wegziehen. Aber zumindest ganz deutlich hier sagen: Ich bin keiner von denen und finde das, was da abgeht rechtlich für höchst bedenklich.

Update: Provinzblog verlinkt den passenden Artikel im Spiegel zu diesem Vorfall. Und ich habe gerade eben bei Heise-Online gepetzt, bin mal gespannt wann die das bringen.

Update 21:59 Uhr: Die Stadt rudert heftig zurück, berichtet nun die Augsburger Allgemeine.

Noch ein Update: Über die Kommentare auf Netzpolitik.org bin ich auf das Blog der Abgemahnten gestoßen. Dort gibt es eine weitere Beschreibung der Ereignisse und eine Übersicht über die Berichte im Web.

Auch wenn die Stadt jetzt zurückgerudert ist fände ich es trotzdem schön, wenn ein Gericht diesen Fall überprüfen würde um Rechtssicherheit zu schaffen. Immerhin bin ich mit dem “Haunstetten” in meinem Domain-Namen ja auch Verwender eines Stadtteilnamens und könnte ebenso von der Abmahnkeule getroffen werden, auch wenn ich der festen Überzeugung bin, dass ich als “König von Haunstetten” niemanden in Sachen Namensrecht auf den Schlips trete. Und ich möchte dieses Blog auch ungern in “König von Wrstlbrmpft” umtaufen müssen.

Man stelle sich nur mal vor, früher hätte es auch diesen Abmahnzirkus gegeben. Da hätte am Schluß noch JFK für sein “Ick bin ein Berliner” eine saftige Rechnung bekommen.

Apropos Rechnung: Laut Google gibt es ungefähr 7.390.000 Treffer für allinurl: augsburg
d.h. wenn man jedem dieser über 7 Millionen Namensrechtmissbraucher eine Abmahnung über knapp 1900 Euro zusendet könnte die Stadt mal schnell knapp 14 Milliarden Euro einnehmen. Vielleicht war das ganze ja nur ein Versuch, den städtischen Haushalt zu sanieren… (So, jetzt braucht es dann doch das Tag “Glosse”) :-)

Herr, schmeiß Hirn vom Himmel

Heute gab es in der Print-Ausgabe der Augsburger Allgemeinen wieder einen Artikel zum Bildungstreik 2009. Besonders fröhlich stimmte dabei der letzte Absatz:

Richtig sauer über die Aktion sind allerdings Studenten der Wirtschaftswissenschaften, die vor dem großen Hörsaal stehen, weil ihre Vorlesung ausfällt. Zwar sollen Vorlesungen ab 15 Uhr in die Mensa verlegt werden. Ganz schlimm werde es aber am Freitag, wenn das Audimax den ganzen Tag für die Fakultät gebucht sei, sagen sie. Sollte der Hörsaal dann immer noch besetzt sein, werde man ihn notfalls zurückerobern.

Da haut es mich echt um. Liebe Studenten der Wirtschaftswissenschaften, habt ihr eigentlich schon bemerkt, dass aktuell in den besetzten Hörsälen der Universitäten Geschichte geschrieben wird? Dass das Anliegen, das die Demonstranten dort vertreten eigentlich auch in Eurem Interesse sein müsste? Könnt ihr mit dem Schwachsinn nicht bitteschön warten bis ihr in irgendwelchen Firmenleitungen und Banken als Schlipsträger hochoffziell Unsinn erzählen düft? Müsst ihr Euch tatsächlich schon während des Studiums so geben, dass alle gängigen Klisches vom BWL-Vollpfosten erfüllt sind?

Sorry für diese harten Vorwürfe. Aber in meinem Leben habe ich schon soviel Müll von den Wirtschaftseliten gelesen und erlebt, dass so eine Meldung quasi nur noch das Sahnehäubchen ist. Zugegben, es gibt auch Wirtschaftler die durchaus vernünftige Postitionen vertreten und wissen was sie tun, aber das ist nach meinen Beobachtungen eine erschreckende Minderheit. Und der Mehrheit dieser sogenannten Experten haben wir wohl auch unsere gegenwärtige Krise zu verdanken.

Ein paar Links zum Bildungsstreik

Endlich tut sich was im Bildungsland. Die Studenten gehen gegen das bescheuerte System auf die Straße und machen das recht gut organisiert wie man auf der Seite “Uni Augsburg brennt” sehen kann. Hier ist wohl der größte Hörsaal fest in der Hand der Studenten und ich drücke ihnen alle verfügbaren Daumen, dass sie mit ihren Anliegen gehört werden. In Jena hat man derweil auch mal schnell Pfefferspray zur Hand um sich gegen die Demonstranten zu wehren. Die Ruhrbarone berichten schließlich von Massenfestnahmen in Essen wo Demonstranten und auch Kinder eingekesselt wurden. Das weckt diffuse Erinnerungen an die Krwalle um das Jugendzentrum “Komm” in Nürnberg während meiner Jugendzeit. Damals wurden auch weit über 100 Jugendliche mit Blanko-Haftbefehlen festgesetzt und ohne dass man deren Eltern informiert hätte.

Besonders freut mich allerdings das was heute in den Hinweisen des Tages auf den Nachdenkseiten zu lesen ist:

Solidaritätserklärung der 40. Mitgliederversammlung des
Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi)
vom 15.11.2009
Quelle: BdWi [PDF - 792 KB]

Also sind es nicht nur die Studenten denen dieses bekloppte Bildungssystem zuwider ist, sondern auch die Wissenschaftler die sich wohl bei diesem verkorksten System zurecht um Nachwuchs sorgen.

Parken nach Gehör

Diese Parkmethode hat heute wohl einer benutzt der vor unserem Auto parkte. Bemerkt habe ich das daran, dass unser Kennzeichen nun einen horizontalen Knick etwa in der Mitte hat und der Kennzeichenhalter zersplittert ist. Anscheinend hat also jemand unser Auto beim Ein- oder Ausparken getroffen. Und sich dann wie es so schön im Gesetzestext heißt “unerlaubt von der Unfallstelle entfernt”. Da kommt Freude auf. Ich muß mal in der Werkstatt anfragen, was so ein Kennzeichenhalter kostet, aber eine Anzeige wird wohl nix bringen. Und der Schaden ist zwar minimal, aber trotzdem ärgerlich.