Links für 2011-08-17

Wieder gibt es ein paar interessante Links:

  • Kalter Krieg zwischen Google, Apple und Microsoft” – Zeit Online belichtet den Patentstreit bei den Smartphones und Tablets
  • Did Apple “photoshop” a picture to make its point in Samsung case?” – Jan Wildeboer stellt fest, dass in der Klageschrift von Apple vs. Samsung in Sachen Verkaufstopp für das Samsung-Tablet dieses falsch abgebildet wurde um den Eindruck einer Produkt-Kopie zu erwecken. (in Englisch)
  • Bankenbanditismus” – Der Schockwellenreiter hat ein interessantes Video mit Jean Ziegler zur Finanzkrise und den Maßnahmen gefunden.
  • Hurra, wir sparen uns kaputt” – Wolfgang Lieb von den NachDenkSeiten über den katastrophalen Sparkurs überall in Europa.
  • Dumm wie Boironstroh” – Der Schockwellenreiter berichtet über eine Firma die einen Blogger wegen seiner Meinung zu ihren homöopathischen Mitteln abmahnen will und dabei einen ganz und gar nicht homöopathischen Streisand-Effekt auslöst.

Eigentlich…

…wollten wir unsere Tochter Anna als Mitglied beim WWF anmelden. Immerhin gab es in den letzten Wochen beim örtlichen Supermarkt schöne Sammelbildchen von Tieren die vom WWF geschützt werden.

Doch dann stolperte ich am Donnerstag über einen Tweet “Warum ich meine WWF-Mitgliedschaft gekündigt habe”. Der verlinkte Artikel hat dann auch das Video einer Fernsehdokumentation die aufzeigt, dass der WWF auch mit Konzernen zusammenarbeitet die bei mir auf der schwarzen “NoGo”-Liste geführt werden, also Konzernen denen ich keinen Cent von meinem Geld zukommen lasen will. Ganz oben auf dieser Liste ist Monsanto, der Gentechnik-Monopolist. Über Monsanto gab es vor langer Zeit auf arte mal die Dokumentation “Mit Gift und Genen”, wer die nicht gesehen hat kann sie hier bei Youtube ansehen. Alternative kann ich hier auch wieder die Bücher von Vandana Shiva empfehlen die sehr eindrucksvoll beschreibt, was in Indien und den Nachbarstaaten alles an Schweinerein passiert von denen wir in Europa nichts mitkriegen sollen.

Tja, WWF, dumm gelaufen. Spare ich mein Geld eben oder investiere es dort, wo ich noch darauf vertrauen kann, dass nicht mit dem Teufel paktiert wird.

Megaposter zum Minipreis

Was dabei herauskommt, wenn Marketingleute keine Ahnung von Mathematik haben sieht dann so aus wie das was ich heute morgen im Prospekt eines Elektronikmarktes gefunden habe:

18 Cent für einen Fotodruck mit einer Diagonalen von ca. 1,50 Meter, das ist wahrlich ein Schnäppchen. Das nämlich kommt heraus wenn man die 10x15cm ausmultipliziert. :-)

Ja, ich weiß natürlich schon, dass hier Fotos im Format 10cm x 15cm gemeint sind. Aber andererseits habe ich Kinder im schulpflichtigen Alter die im Rahmen des Matheunterrichts lernen müssen, dass Längenangaben jeweils auch eine Maßeinheit haben müssen und da nerven solche falschen Vorbilder natürlich mächtig  und zum anderen ist ja hier auch eindeutig die Diagonale des Bildes bemaßt und nicht die Seiten.

Money for nothing

So heißt ein Song von Dire Straits aus den 80er Jahren der auf dem Album “Brothers in Arms” veröffentlicht wurde. Geld für nichts. Heute morgen durfte ich mir das Frühstück von einem Artikel samt Kommentar vermiesen lassen bei dem es auch um Geld für nix ging.

Beim seit letztem Jahr schwelenden Kopiergebührenstreit für Kinderlieder hat Bayern nun als erstes Bundesland eine unbürokratische Lösung gefunden, es wurde mit der GEMA ein Pauschalvertrag geschlossen.Bezalen dürfen die Kommunen. Für 8500 Kindergärten in Bayern nur sagenhaft günstige 290.000 Euro!

Mit dem Pauschalvertrag kommen dafür nun jedoch die Kommunen auf. Sozialstaatssekretär Markus Sackmann (CSU) sprach bei der Unterzeichnung von einer Gesamtsumme von 290 000 Euro. Sein Ministerium hatte zuletzt zwischen den Parteien vermittelt. Er freue sich besonders, sagte Sackmann, dass es Bayern als erstes Bundesland gelungen sei, eine unbürokratische Lösung zu finden. Zumal der Betrag „weit unter dem liege“, was Gema und VG ursprünglich verlangt hatten. „Das ist ein guter und schöner Tag für die Kinder“, meinte auch Gemeindetagspräsident Uwe Brandl.

290.000 Euro pauschal für was bitteschön? Hätte der Herr Sozialstaatsekretär Sackmann sich ein wenig mehr für das Thema interessiert und nicht einfach von den Interessenverbänden einsacken lassen, dann hätte er bestimmt gemerkt, dass es von den Musikpiraten ein gemeinfreies Kinderliederbuch mit 50 Seiten und eigentlich allen bekannten Stücken für exakt 0,00 Euro gibt. Ein Werk, das jeder Kindergarten beliebig oft ausdrucken und vervielfältigen darf.

290.000 Euro für etwas, was man auch Umsonst von Ehrenamtlichen Helfern bekommen kann. Money for nothing. Ok, pro Kindergarten sind das gerade mal knapp 35 Euro, aber es geht hier schlicht ums Prinzip. Und das Prinzip lautet wohl, dass man sich gerne von Lobbyverbänden einseifen lässt, dann einen faulen Kompromiss schließt der “weit unter den ursprünglichen Forderungen” (die ja kaum begründbar waren) liegt und sich dann selbst als “unbürokratisch” und “ein schöner Tag für Kinder” beweihräuchert.

Besonders schlimm war dann auch der Kommentar der Augsburger Allgemeine der daneben abgedruckt war und der die Meinung vertrat, dass ja jetzt die Urheber ihren gerechten Anteil bekämen. Das ist hirnrissig, denn zum einen sind die Urheber der bekannten Kinderliedel seit mehr als 70 Jahren tot (sonst wären diese Lieder nämlich nicht gemeinfrei), zum anderen ist eine “Pauschale” immer ein Gießkannenprinzip und keine echte Leistungsvergütung. Letztlich machen die GEMA und die Liederbuchverlage den Profit. Sozusagen ein “leistungsloses Einkommen” welches man keinem Hartz IV Empfänger geben will… hier aber schon.

Der Lack ist ab

Eines der Themen dieser Tage ist unser Herr Verteidiungsminister und die Zitierfehler bei seiner Dissertation. 475 Seiten hat diese Doktorarbeit und laut aktueller Statistik auf dem Guttenplag-Wiki wurden bislang auf 255 Seiten (64,89 %) Plagiate gefunden.

Es ist beschämend für den Bildungsstandort Deutschland, dass dieser selbstinszenierte Geck für so ein Pamphlet auch noch die Auszeichnung “summa cum laude” bekommt. Da drängt sich förmlich der Gedanke auf, ob denn diese Arbeit nicht sorgfältig geprüft wurde.

Guttenberg hat in einer Privataudienz vor ausgewählten Journalisten verlauten lassen, dass ihm vielleicht der eine oder andere Fehler unterlaufen wäre und er das ja in einer Neuauflage ausbügeln könnte. Zeitgleich fand die Bundespressekonferenz statt und die Journalisten dort waren sehr erfreut über die Informationspolitik des Herrn Verteidigungsministers:

Nun will Guttenberg also seinen Doktortitel ruhen lassen. Als ob der Doktortitel ein Ding wäre das man auch mal in die Ecke legt oder nicht. Ich selber habe ja “nur” ein Diplom und als ich damals meine Diplomarbeit geschrieben habe gab es noch kein Internet und kein einfaches Copy&Paste. Aber selbst wenn hätte ich mich geschämt wenn ich nur abgekupfert hätte statt selbst etwas zu fromulieren. Und einer meiner gelegentlichen Alpträume basiert auf demSatz “Die Fachhochschule Augsburg verleiht Rainer König den akademischen Grad Diplom-Informatiker (FH)” der meine Diplomurkunde ziert.  Dieses dämliche “verleiht” führt in meinen Alpträumen nämlich zu dem Szenario, dass die den Titel wiederhaben wollen was mich im Traum dann mächtig unter Streß setzt.

Guttenbergs Tiitel wird hoffentlich eingezogen. Natürlich könnte man “in dubio pro reo” sagen, aber die Beweislage scheint erdrückend zu sein. Und wenn 65% seiner Zitate mit Fehlern behaftet sind, dann ist so was nicht mehr “unabsichtlich passiert” oder “durchgerutscht”, das kann man nicht mehr mit bodenloser Schlamperei erklären sondern muss auf Vorsatz tippen. So er denn diese Arbeit tatsächlich selbst erstellt hat und nicht einen Ghostwriter damit beauftragt hat.

Die Uni Bayreuth hat jetzt den Skandal an der Backe. Und das deutsche Bildungsystem sowieso.

Wir bringen das Briefgeheimnis ins Internet

Das war die Werbebotschaft des TV-Spots den ich gestern kurz vor den 8 Uhr Nachrichten sah. Schöne freakige Animation und dann ein grinsender Briefträger der die ePost ausfährt. Wie die schöne neue Welt des Briefgeheimnis im Internet tatscählich aussieht kann man erahnen, wenn man sich das “Kleingedruckte” in den AGB ansieht. Richard Gutjahr hat das getan und kommt zu der Frage “Der E-Postbrief – Die Gelbe Gefahr“. Ich persönlich werde auf die “Vorteile” von E-Post jedenfalls verzichten.

(via Heiseforum)

ICE heißt auf deutsch Eis

Aber der gleichnamige Zug kann unter Umständen alles andere als “cool” sein. So ist es nun am Wochenende mit mehreren ICEs passiert. Bei Temperaturen bis zu 50°C im Zug sind mehrere Fahrgäste in den überfüllten Zügen zusammengebrochen und mussten ins Krankenhaus. Früher als die Bahn noch mit “alle reden vom Wetter, wir nicht” warb konnte man in den Zügen wenigstens noch die Fenster aufmachen und so für Luftzirkulation sorgen. Heute hat man einen Zug bei dem man ohne Klimaanlage eben dann ins Schwitzen kommt und anscheinend ist das nicht das erste Mal, dass die Klimaanlage ausfällt. Da frage ich mich dann schon, ob der ICE-Zuschlag im Sommer in ” Sauna-Zuschlag” umbenannt werden muss.

Ich selber hatte mal das Vergnügen in Johannesburg in einen Airbus steigen zu dürfen der dort schon den ganzen Tag in der Sonne stand. Und  nachdem ich meinen Platz eingenommen hatte war es auch sehr warm. Auf Anfrage wurde dann erklärt, dass die Klimaanlage ausgefallen sei, man könne nicht kühlen, nur heizen, also später im Flug wäre das kein Problem denn da ist es draußen ja kalt, aber bis zum Start durften wir auch schön schwitzen.

Ich habe mir damals vorgenommen, die betroffene Fluggesellschaft künftig zu meiden. Aber was macht der Bahnkunde im Fernverkehr der auf die ICE-Verbindungen angewiesen ist weil sonst eh keine Verbindungen da sind?

Die edlen Spender für Haiti

Telepolis hat heute einen Artikel über Haiti und ein Geschenk des amerikanischen Konzerns Monsanto. Letzterer bietet sich an, dem vom Erdbeben gebeutelten Inselstaat 475 Tonnen Saatgut zu “schenken”. Was auf den ersten Blick wie eine edle Geste aussieht erweist sich auf den zweiten Blick als Danergeschenk. Zum Glück wissen die Menschen in Haiti, was da auf sie zukommt:

Der Hybrid-Mais, eine Kreuzung aus zwei Sorten gentechnisch veränderter Monsanto-Sorten, bringe die einheimische Landwirtschaft langfristig in Abhängigkeit zum Großkonzern, er verdränge lokale Sorten und verlange teure Neubestellungen des Saatguts, da die Saatkörner des aus dem Geschenk erwachsenen Mais nicht zum Wiederanbau taugen.

Saatgut das sich nicht mehr reproduziert wurde ja schon in den Büchern von Vandana Shiva erwähnt, die ich zu Weihnachten bekommen habe. Wer sich so richtig auskotzen will, dem sei der Film “Monsanto – Mit Gift und Genen” nahegelgt, den es natürlich auch im Netz gibt. Ich habe den Film vor einiger Zeit auf ARTE gesehen und aufgenommen.