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DVB-T Recording unter Linux

Vorgestern war es soweit, ich habe meine erste Sendung mit Kaffeine aufgezeichnet. Das hat recht gut funktioniert und am Ende (was leider zu früh programmiert war, mir fehlen ein paar Minuten am Schluß weil die überzogen haben) hatte ich einen TS (Transport Stream) auf der Platte.

Der ist nun natürlich nicht direkt auf eine DVD zu brennen sondern muß erst mal in MPEG-2 umgewandelt werden. Damit gingen meine Probleme schon los. Ein wenig Googlen und ich fand heraus, daß z.B. avidemux sich dafür eignet. Aber leider ist avidemux alles andere als ein schnelles Tool, de Versuch damit den Stream zu codieren habe ich letztlich nach knapp einer Stunde aufgegeben wiel das Ding nicht fertig war und zwischenzeitlich von anderen Tools überholt wurde.
Eines dieser Tools war replex welches man sich schnell mal selber kompilieren muß. Dafür klappt die Umsetzung recht flott. In den Debian-Paketen habe ich dann ncoh dvbcut gefunden, damit kann man bei solchen TV-Aufnahmen auch wunderbar Werbung oder Vorspann und zuviel Aufgenommenes nach Ende rausschneiden.

Also habe ich den Stream mit dvbcut umgesetzt, was anfangs nicht so recht klappen wollte weil ich zwar eine Start-Markierung gesetzt hatte, aber keine Ende-Markierung. Das muß ich mir für die Zukunft merken, daß man bei dvbcut nicht davon ausgehen darf, daß das Ende implizit mit dem Ende des Streams zusammenfällt.

Dann kam der Teil des DVD-Authorings.

Hier hatte ich mir zum Ziel gesetzt die 90 Minuten der Sendung in ein paar Kapitel aufzuteilen damit man die verschiedenen Kabarettisten gezielt „ansteuern“ kann. Zunächst habe ich mich mit qdvdauthor versucht, aber hier hatte ich das übliche Problem daß mir die 90 Minuten der Sendung nach Einlesen des MPEG-2 in qdvdauthor mit einer Länge von nur 30 Minuten angezeigt werden. Doch dazu später.

Als nächstes probierte ich ein paar andere Anwendungen zu denen es Pakete auf http://debian-multimedia.org gibt. Der KDE DVD Author Wizard führte zu einem Rechnerstillstand. DVDStyler war für mich nicht so intuitiv zu bedienen als daß ich herausgefunden hätte wie ich die Aufgabe damit lösen kann. Ein sehr schönes Tool ist mandvd , allerdings habe ich da keine Möglichkeit um ein Menü mit Kapitlen zu generieren (auf jeden Fall habe ich keine solche Möglichkeit gefunden).

Immerhin konnte ich mit mandvd eine DVD-Datenstruktur erzeugen. Interessant hierbei war auch, daß ich das Zeugs unter K3B als DVD-Video-Project brennen muß, mache ich nur ein DVD-Data-Project beschwert sich Kaffeeine hinterher daß es die DVD nicht lesen kann.

Schön bei mandvd ist auch, daß man einzelne Bilder als Hintergrundbilder für Menüs aus dem Film ausschneiden kann. Aber die Funktionen zur Menüerstellung sind noch sehr rudimentär verglichen mit qdvdauthor.

Das war für mich dann die Herausforderung. Wie kann ich dem Ding abgewöhnen, daß es mir die Filme in falscher Länge anzeigt. Google hat auch hier weitergeholfen und so kam letztlich raus, daß es an einem Fehler in der xine-Engine liegt. Der gleiche Stream wird auch in xine mit falscher Länge angezeigt. Als Lösung bietet sich an, als Engine auf mplayer umzusteigen. Da das Debian-Paket von debian-multimedia.org fest mit xine kompiliert ist war wieder mal Selbermachen angesagt. Ich habe dann gleich mal den RC3 der Version 1.0.0 probiert, aber mit diesem bin ich kläglich gescheitert. Der RC2 funktioniert zwar halbwegs, aber hier fehlt mir die Funktion für die Thumbnails der Kapitelanfänge. Also zurück zur 0.1.5-Version. Frisch übersetzt mit mplayer-Support und schon zeigt das Ding nach dem Einlesen des Streams die korrekte Länge an.

Dafür habe ich nun einen Wermutstropfen bei den Chapters. Die Thumbnails werden falsch erzeugt, ich sehe keinen I-Frame (also ein komplettes Bild) sondern die „Klötzchen“ die der Encoder macht wenn er „B“-Frames (oder „P“-Frames) erhält. Damit ist die Option ein Bild für den Kapitelanfang in ein Kapitel-Submenü aufzunehmen erst mal gestorben. Ich habe dazu gestern noch einen Forum-Eintrag im qdvdauthor-Forum erstellt, mal sehen ob darauf eine Antwort kommt.

Immerhin scheint sich bei qdvdauthor einiges zu tun, die Foren scheinen lebendig und vielleicht ist die Final der 1.0.0-Version dann wirklich ohne diese ärgerlichen Bugs.

Heute geht es jedenfalls abends weiter mit der Aufnahme des Silvesterkonzertes aus Berlin. Morgen kommt dann das Neujahrskonzert dazu und dann gucke ich mal, ob ich daraus eine DVD backen kann.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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