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Trau keiner Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast

Dieses Zitat schreiben die einen Winston Churchill zu, die anderen meinen es wäre auf Joseph Goebbels zurückzuführen. Beim Blick auf die Titelseite der Augsburger Allgemeinen heute kam es mir aber sofort in den Sinn als ich die Schlagzeile mit dem phänomenalen Rückgang der Arbeitslosenzahlen sah.

Natürlich stand im Artkel dann auch drin, dass die „neuen“ Arbeitslosenzahlen jetzt nach einer geänderten Berechnungsmethode ermittelt werden. Damit fallen viele Leute raus die in Fördermaßnahmen stecken oder sich ihren Job über einen privaten Arbeitsvermittler suchen.

Angeblich wäre das so Ende 2008 so beschlossen worden, allerdings dauerte die Anpassung der IT bis heute. Ist schon toll, dass sich die IT extra beeilt hat damit die „positive Bilanz“ just ein wenig mehr als eine Woche vor der Europawahl veröffentlicht werden kann.

Da stelle ich mir dann doch die Frage, ob das so beabsichtigt wurde um eben auch hier wieder auf Stimmenfang zu gehen. Und warum es so extrem schwer ist, für eine Übergangszeit die Zahlen nach der alten und nach der neuen Methode anzugeben damit man eben sieht, ob dieser „Aufschwung“ tatsächlich einer ist oder halt nur durch die geänderte Berechnungsmethode verursacht wurde.

Aber anscheinend ist es ja gerade in sich mit kreativen Methoden die Welt so hinzurechnen daß sie einem gefällt. Die Banken betreiben das ja auch ganz ungeniert bei ihren Bilanzen und jetzt muß halt auch die Arbeitslosenstatistik angepasst werden um das zu erreichen woran die Politik bislang gescheitert ist.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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