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Die unterste Schublade

Heute bin ich über einen Artikel bei der Süddeutschen Zeitung gestolpert den ich nicht unkommentiert lassen möchte. Unser allseits „beliebter“ Golfspieler- und Golfklubförderer Thilo Sarrazin hat wieder mächtig vom Leder gezogen. Nicht nur über die Bundeshauptstadt hat er kräftig abgelästert, sondern natürlich auch wieder die unterste Schublade aufgezogen um über das „Prekariat“ zu lästern.

Es gebe auch das Problem, „dass 40 Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden“, sagt er, und sie füllten die Schulen und die Klassen.

Tja, Herr Sarrazin, die „elitäre Oberschicht“ behauptet von sich ja immer, sie würde 50% des Steueraufkommens bestreiten, da bin ich schon froh, dass die „Unterschicht“ 40% der Geburtenrate hat, denn diese Kinder zahlen irgendwann mal meine Rente. Und wenn diese Geburtenrate tatsächlich so hoch ist, wie vereinbart sich das dann mit dem „demographischen Problem“ das immer dann hervorgezaubert wird wenn man die gesetzlihce Rente schlechtreden will?

Zudem gebe es in Berlin stärker als anderswo das Problem „einer am normalen Wirtschaftskreislauf nicht teilnehmenden Unterschicht“, so Sarrazin. „Wir müssen in der Familienpolitik völlig umstellen: Weg von Geldleistungen, vor allem bei der Unterschicht.“

Sehr gut beobachtet Herr Sarrazin. Um am sogenannten Wirtschaftskreislauf teilzunehmen braucht man das,. was den Kreislauf in Gang hält. Beim Menschen ist es Blut und bei der Wirtschaft ist es… na, was wohl? Richtig G-E-L-D. Und genau das wollen sie ja der „Unterschicht“ vorenthalten und den Leuten die sie nicht unterstützen wollen dann auch noch „Konsumverweigerung“ (ein anderes Wort für „nicht am Wirtschaftskreislauf teilnehmen“) vorwerfen?

Und die „Unterschicht“ wäre auch keine „Unterschicht“ wenn nicht Leute wie sie da wären die sich selbst als „Elite“ bezeichnen und hemmungslos die Umverteilung von unten nach oben propagieren würden. Ja, ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da hatten wir noch keine neoliberalen Politiker und sonstige Mietmäuler, da ging es den Menschen noch vergleichsweise gut und alle konnten am Wirtschaftskreislauf teilnehmen.

An dieser Stelle möchte ich besonders dem Artikelschreiber der Süddeutschen Zeitung für folgende Zeilen danken:

Dabei ist Sarrazin, der auch schon mal Vorstand der Deutschen Bahn war, in Frankfurt ausgerechnet für Risikocontrolling zuständig.

Er selbst ist derzeit das größte Risiko der Bank.

Das Geschwalle von Sarrazin ist heute auch Thema bei Radio Utopie.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.