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Robin Hood im Kapitalismus

Kaum bemerkt von der Presse ist diese Woche eine Filialleiterin einer Bank verurteilt worden, weil sie Gelder von Reichen mal kurz auf die Konten der Armen gepackt hat, damit diese nicht bei der Prüfung ihres Überziehungskredites rausfliegen.

Ok, ich korrigiere mich, in der deutschen Presse war das nicht groß drin, im Ausland schon. Meine Frau zeigte mir Artikel auf den Online-Seiten der italienischen Presse, dort ist diese Frau in den Leserzuschriften zum Helden erkoren und man würde sogar für sie sammeln, sollte sie Geld benötigen.

Und hier: Untreue in 117 Fällen, und damit verurteilt zu einem Jahr und 10 Monaten auf Bewährung. Auf der anderen Seite haben wir fleißige Politiker die dafür sorgen, dass viel Geld von den Armen zu den Reichen verschoben wird und was bekommen die? Ist doch klar, einen Aufsichtsratsposten wenn sie ihre politsiche Laufbahn beendet haben. Und natürlich buchen die das Geld auch nicht wieder zurück , sondern belassen es wo es ist, nämlich bei den Reichen.

Natürlich hat die Dame gegen bestehende Gesetze verstoßen, aber anders als die Turbokapitalisten die mal schnell aus Profitgier wieder etliche Leute „freisetzen“ hat sie wohl die Existenzgrundlage ihrer „Opfer“ nicht nachhaltig geschädigt. Man könnte es fast als unbürokratische Zwischenfinanzierung sehen und wie wir ja im Grundgesetz nachschlagen können gibt es den Artikel der da meint, Eigentum würde verpflichten. Mit der kapitalistischen Messlatte gemessen hat die Dame wohl gefehlt, mit der menschlichen Messlatte hat sie aber gewonnen. Wahrscheinlich deswegen auch die Aussetzung der Strafe auf Bewährung.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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