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Ein Rücktritt der sehr weh tut

So etwas hat mich heute sehr bestürzt. Nein, ich meine nicht das Ende der Koch-Show in Hessen, das geht mir mehr oder weniger am Allerwertesten vorbei denn der Nachfolger von Koch ist wohl auch nicht viel anders. Was mich wirklich getroffen hat war diese Meldung im Spiegel auf die ich über die Hinweise des Tages bei den NachDenkSeiten gekommen bin.

Georg Schramm wird die Anstalt verlassen. Nicht weil er „geheilt ist“ sondern weil er sich mehr auf persönliche Bühnenauftritte statt TV konzentrieren will weil diese für ihn wichtiger sind. So lautet die Begründung die aber sowohl im Spiegelforum als auch an anderer Stelle mit einem verwunderten Stirnrunzeln wahrgenommen wird.

Ich persönlich bedaure diesen Schritt zutiefst. Denn Georg Schramm ist jemand, der tatsächlich etwas Vernünftiges in diesen Zeiten der Unvernunft sagt. Seine Einschätzungen sind zum Teil sehr polemisch und unterschwellig hatte man Angst, dass er für diesen harten (aber gerechtfertigten) Kurs über kurz oder lang beim Sender in Ungnade fallen wird. Nun geht er und er wird ein Loch hinterlassen das nicht einfach wieder zu schließen ist.  Schade, denn mit der Anstalt hatte er die Möglichkeit an einem Abend Millionen von Fernsehzuschauern zu erreichen, die Reichweite einer Theaterbühne erscheint im Vergleich dazu doch gering.

Wenn es tatsächlich sein freier Entschluß ist das zu tun dann müssen wir das respektieren. Trotzdem wünsche ich mir, dass bei seinen Bühnenauftritten jemand das filmt und im Internet einstellt, denn seine bissigen Kommentare zum Tagesgeschehen waren immer das Salz in der Suppe des täglichen Wahnsinns und gaben einem Hoffnung, dass es doch noch intelligente Leute gibt die sich nicht scheuen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.

Schade, denn Georg Schramm war sozusagen auch das Argument für die GEZ-Gebühren. Hoffen wir dass sein Weggang nicht der Anfang vom Ende der Anstalt ist, denn eine Slapstick-Sendung wie es Scheibenwischer am Schluß war möchte ich mir nicht antun. Dafür rentiert es sich dann nicht mehr bis spät in die Nacht wach zu bleiben.

Georg, mach es gut und geniesse Dein Bühnenpublikum. Und lass öfter mal was hören.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

1 Kommentar

  1. Oh! Das ist wirklich schade! Ich vermute, Georg Schramm war einer, führenden Köpfe der Anstalt. Mit seinem Weggang entsteht mit Sicherheit eine Lücke, die nicht so einfach geschlossen werden kann. Inwieweit sich das auf die Behandlungsqualität in der Anstalt auswirkt bleibt abzuwarten. Meine Vermutung, basierend auf ähnlichen Begebenheiten bei anderen Sendungen (Scheibenwischer etc.), ist, das die Qualität abnimmt und die Anstalt nur noch sich selber behandelt. Letztlich, so vermute ich, wird sie zur normalen Spaßfacktory verkommen. Schade, aber vielleicht sehe ich auch zu schwarz und alles wird besser.