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Neues Gadget mit Linux

Am Wochenende habe ich mir einen eBook-Reader geholt damit einige der Bücher die ich in meinem Leben noch lesen will mit wenig Platzbedarf gelesen werden können. Vor dem Kauf habe ich mir lange diverse Reader bei der örtlichen Buchhandlung angesehen. Der iRiver Story flog aus der engeren Wahl weil ich beim Ausprobieren so meine Probleme hatte, das kleingedruckte in der Bedienungsanleitung zu lesen. Blieben noch drei Kandidaten übrig, zwei Reader von Sony und der Cybook Opus. Der von der Ausstattung umfangreichere Sony-Reader hat in den Testberichten im Web ständig böse Kritiken wegen seines Touchscreens bekommen und der kleine Bruder hat nur 512 MB die man nicht erweitern kann. Außerdem habe ich seit ein paar Jahren eine Abneigung gegen alles wo Sony draufsteht, denn dank des Managements hat man aus einer qualitätsbewußten Firma ein Unternehmen gemacht, das seine Kunden gängelt und mit zum Teil böswillgen Methoden (man denke an das Sony-Rootkit) ausspioenieren will. Mir ist schon klar, dass die Ingenieure bei Sony nix dafür können, aber letztlich habe ich mich dann doch für den Cybook Opus entschieden.

Das Gerät ist relativ klein, nur ein 5-Zoll Schirm, aber zum Lesen reicht das erst mal gut aus. Unter der Haube läuft ein Linux und er hat auch kein Problem mit meinen Linux-PCs die ihn als USB-Massenspeicher erkennen wenn er eingeschalten wird. Vorher sollte man ihn aber mal für 3 Stunden übes USB-Kabel aufladen, eine eigene Ladebuchse hat er nicht.

Die Firmware die beim Kauf dabei war war relativ alt, also habe ich gestern mal die Firmware auf den aktuellen Stand hochgezogen. Das war total problemlos möglich und jetzt geht der Reader merklich flotter als zuvor. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die PDF-Darstellung mit der neuen Firmware schlechter skaliert als mit der vorherigen.

Wobei wir auch gleich bei den Mankos sind. eBooks als PDF sind für so ein Gerät leider nur zweite Wahl da man entweder eine sehr kleine Schrift hat wenn man eine PDF-Druckseite auf einmal darstellen will oder halt hin und her scrollen muss wenn man die Schrift größer will. PDF ist eben ein „Druckformat“ und leider kein eBook-Format.

Seine Stärke so richtig ausspielen kann der  Reader beim epub-Format. Das zeigt er schön im Blocksatz an und man kann zwischen 12 Schriftgrößen wählen.

Lesefutter gibt es genügend. Ich habe mal ein paar alte epubs aus der Zeit als ich mit Lucidor experimenterte aufgespielt und ein paar Bücher vom Gutenberg-Projekt das Tausende von gemeinfreien Büchern zum Download anbietet.

Einen Kontakt mit dem verhassten DRM (Digital Rights Management) konnte ich bisher vermeiden. Gestern habe ich ein Fachbuch über Immobilien als eBook (PDF) gekauft und der Download war ohne Einschränkungen möglich. Die Einschränkung ist, dass auf jeder Seite steht, dass dieses Buch für mich „erzeugt“ wurde. Kopien können also zu mir zurückverfolgt werden.

Preislich war das Immobilien-Buch auch um 10 Euro billiger als die Printversion. Trotzdem werde ich natürlich auch weiter bestimmte Bücher als Printausgabe lesen, z.B. das Buch über die Historie der Gitarren welches ich gerade lese käme auf so einem Mini-Reader angesichts der Farbbilder relativ schlecht, denn der eBookreader hat nur 8 Graustufen.

Aber reine Geschchten kann man mit dem Reader recht gut lesen und bei 1 GB internem Speicher der mit einer microSD-Karte (nicht SHDC) erweiterbar ist kann man eine relativ große Bibliothek immer in der Hemdtasche mitnehmen. Denn der Reader passt gut in eine Hemdtasche rein, auch wenn das vom modischen Standpunkt eher suboptimal ist.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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