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Opt-Out bei der Organspende

Gerade eben lese ich im Newsfeed der Augsburger Allgemeinen:

Politiker diskutieren eine Reform des Systems der Organspende in Deutschland. Ein Vorschlag lautet, dass jedem Hirntoten  Organe entnommen werden dürfen, wenn der Mensch zu Lebzeiten keinen Widerspruch eingelegt hat.

Im verlinkten Artikel steht dann auch der Grund, es gäbe zuwenig Spenderorgane. Ich selber habe einen Organspendeausweis in meiner Brieftasche und auch kein Problem damit, wenn Teile meines Körpers nach meinem Ableben einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden, aber trotzdem kann ich nachvollziehen, dass andere vielleicht nicht per default ausgeschlachtet werden wollen. Hier können auch Ängste vor Szenarien wie in den Filmen „Flesich“ oder „Coma“ die beide Ende der 70er Jahre das Thema des Mißbrauchs in der Medizin aufgriffen.

Die Frage muss also lauten, wie Leute die definitv keine Organspende machen wollen dieses Opt-Out bewerkstelligen sollen. Ein Zettel in der Brieftasche statt des Organspendeausweises auf dem steht „Ich stimme einer Organspende nicht zu“? Eine Verfügung beim Notar? Beides leicht auszuhebeln.

Was mir beim Lesen des Newsfeed auch spontan in den Sinn gekommen ist war, dass diese Regelung bei Politikern einige Probleme machen könnte, denn manche Vertreter dieser Spezies haben durchaus schon zu Lebzeiten bewiesen dass sie eigentlich hirntot sind. 🙂

Ok, Spaß beiseite. Auch als Befürworter der Organspende habe ich hier meine Skepsis ob damit nicht Leute die eben dagegen sind langfristig einfach ignoriert werden.  Klar wird sich jeder Kranke freuen wenn sein Leben dank einer Organspende verlängert werden kann, aber die philosophische Frage ist halt, was machen wir mit Organen von Leuten die das zu Lebzeiten abgelehnt haben?

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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