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Hyperinflation

Heute kam der Schlichterspruch zu Suttgart-21: Ja, man will den unterirdischen Bahnhof bauen und natürlich die von den Gegnern bemängelten Kritikpunkte beheben. Ich hatte das Vergnügen diese Nachricht im Autoradio zweimal zu hören. In der 19 Uhr Ausgabe der Nachrichten hieß es, dass ein Ausstieg aus dem Projekt mit bis zu 1,5 Milliarden Euro zu Buche schlagen würde und damit sehr teuer wäre. Eine Stunde später, in den 20 Uhr Nachrichten wurden diese Kosten dann bereits mit 2,8 Milliarden Euro beziffert. Da soll noch einer sagen,das wäre keine Hyperinflation wenn sich die Kosten innerhalb einer Stunde fast verdoppeln.

Die Bahn und die Politik wird über diesen Schlichterspruch sehr froh sein, denn jetzt können sie ja argumentieren, dass man festgestellt hat, dass der Bau des unterirdischen Bahnhofes notwendig wäre. Und man hat zugleich auch das Argument für steigende Kosten in der Hand, denn die werden jetzt natürlich den von den Gegnern erzwungenen Verbesserungen angelastet werden.

Fazit: So wie es aussieht wird in Stuttgart ein weiteres vom Steuerzahler finanziertes Milliardengrab entstehen das keinerlei Nutzen für die Allgemeinheit bringt aber dafür einigen Leuten ihre Pfründe sichert. Jetzt können wir mal auf die Landtagswahl am 27. März 2011 gespannt sein. Mir schwant jedenfalls Fürchterliches.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

2 Kommentare

  1. Man sollte sich mit der Frage beschäftigen ob sich die öffentliche Hand überhaupt entschulden kann. Die Kosten steigen, Geld drucken möchte man angeblich nicht also wie sollen dann die Milliarden bezahlt werden?

  2. Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich habe mich jüngst mit demselben Thema beschäftig. Es stellte sich mir die Frage ob eine hohe Inflation (Hyperinflation) oder eine Deflation schlimmer ist. Betrachtet man die Inflation, so wird man schnell feststellen, dass ein gewisses Maß für die Wirtschaft gesund ist. Steigt diese jedoch über eine gewisse Höhe (Hyperinflation) so ist sie immens bedrohlich. In einer gesunden Wirtschaft wird es immer Konjunkturzyklen geben. Je nach Zyklus herrscht entweder eine Inflation oder Deflation vor. Erst der Eingriff seitens der Staaten / Zentralbanken mithilfe der Geldpolitik führt zum ausufern beider Seiten. Die Ursache für eine hohe Inflation (Hyperinflation) wird immer in der Geldpolitik gelegt. Eine normale und gesunde Deflationsphase (Wirtschaftsabschwung) wird in der Regel nicht zugelassen. Die Zentralbanken versuchen diese Phase mit der Geldpolitik zu umgehen. Die daraus resultierende expansive Geldpolitik stellt die Grundlage für eine Hyperinflation dar. Einer sehr hohen Inflationsphase geht somit meist eine Deflationsphase voraus, auch wenn diese durch die expansive Geldpolitik oftmals nicht zu sehen ist. Ob eine jetzt Deflationsphase oder eine hohe Inflationsphase schlimmer ist, kann meiner Meinung nicht eindeutig beantwortet werden. Bei einer Hyperinflation kann ein Neustart (in der Regel ein Währungsneustart) schneller vonstattengehen. Die Auswirkungen finden hierbei in einem sehr kurzen Zeitfenster statt. Das Endergebnis einer Deflation ist meist nichts anderes … jedoch wird der Crash in der Regel nach hinten verschoben …