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Brombeerfackel

Vor einem Jahr habe ich in Sachen Mobiltelefon eine neue Plattform ausprobiert und mir damals einen Blackberry Curve 8520 geholt. Das Ding habe ich damals selbst bezahlt weil mein altes Handy schlapp machte. Ende Dezember war es dann wieder soweit, dass ich meinen Vertrag mit einem Handy verlängern konnte und da war natürlich die Frage, was für ein Telefon ich nehmen sollte.

Als Linux-Profi hat natürlich die Android Plattform einiges an Reizen und so war eines der zur Auswahl stehenden Geräte das HTC Desire. Der Gegenkandidat aus dem Blackberry Lager war der Blackberry 9800 „Torch“, ein Gerät mit Tastatur und Touch-Screen (das haben die wohl beim Palm Pre abgekupfert). Nach vielen Gedanken habe ich mich dann für das Torch entschieden und zwar aus folgenden Gründen:

  • Die Blackberry-Plattform ist angenehm zu bedienen und ich muss nicht wieder was Neues lernen. Nicht dass ich vorm Lernen Angst hätte, aber es frißt einfach Zeit und Zeit habe ich zur Zeit recht wenig.
  • Die Weiterleitung von Mails auf den Blackberry ist wirklich problemlos und da bei T-Mobile jetzt die Blackberry-Push-Option eine Mail-Flatrate ist kann ich nun alle meine Mailboxen auch auf dem Blackberry lesen.
  • Der Blackberry hat ein paar schöne Gimmicks die man nicht vermissen möchte, z.B. die Nachttisch-Uhr wenn das Ding in der Ladestation steckt (die ist beim Torch echt gelungen) oder der Magnet-Clip im Holster der vom Gerät erkannt wird und somit das Display abschaltet und die Tastatur verriegelt wenn das Gerät im Holster steckt.

Gestern hatte ich dann endlich Zeit, vom Curve auf das Torch umzusteigen. Dazu musste ich mich wieder mal in die Niederungen von Windows begeben und die Desktop-Software auf einem Windows-PC installieren. Das war recht aufwendig und langwierig, aber als diese Hürde genommen war ging es vergleichsweise einfach. Altes Gerät über USB anstöpseln und „Gerät wechseln“ auswählen. Dann lädt die Desktop-Software alle Daten vom alten Gerät runter, danach wird dieses abgestöpselt und ausgeschaltet. Dann die SIM und Micro-SD-Karte rausgenommen, ins neue Torch eingesetzt, Akku rein und einschalten. Wenn das Gerät läuft dieses an die USB-Strippe und wenn es vollständig erkannt ist werden die gerade vom alten Gerät geholten Dateien aufs neue Gerät gespielt. Das hat auch bis auf ein paar Probleme gut geklappt:

  • AppWorld musste von Hand aktualisiert werden weil das runtergeladene Appworld auf dem Curve nicht zum Torch passte.
  • Die Twitter-App wurde nach dem Wechsel zwar in AppWorld als installiert geführt, aber nirgends fand ich mein Icon um sie zu starten. Könnte daran liegen, dass ich sie auf dem Curve in den Home-Screen geschoben habe.
  • Die gespeicherten Bluetooth-Geräte sind nach dem Wechsel weg, d.h. man muss sie wieder neu verbinden.
  • WLAN musste auch von Hand aktiviert werden, aber zumindest waren die Settings da.

Bei den Apps machte Black Market (Einkaufzettel) die Grätsche, auf dem neuen Gerät sehe ich nur noch die Checkboxen aber nicht die Schrift der Einkaufsliste. Der Entwickler hat auf meine Anfrage binnen 10 Minuten geantwortet dass er an einem Bugfix arbeitet, bis dahin habe ich ein paar andere Einkaufzettel-Apps ausprobiert. Shopper war schon ganz interesssant, kam in der Web-Oberfläche nicht mit den Umlauten zurecht die mein Browser in UTF-8 serviert. Gelandet bin ich dann bei OurGroceries, die App nervt zwar ein wenig durch die Werbebanner mit denen das finanziert wird, aber dafür funktioniert das Erstellen der Einkaufslisten in der Web-Oberfläche tadellos.

Da das neue Torch auch GPS kann habe ich mir gleich mal den GPSLogger geholt. Der kann Tracks aufzeichnen, z.B. wenn man Jogging macht oder so wie ich mit dem Hund spazierengeht. Dann kann der GPS-Track exportiert werden, entweder als GPX (z.B. für OpenStreetMap) oder als KML für Google-Earth. Damit kann man dann auch schön seine Laufleistung ermitteln.

Ein echter Fortschritt im Vergleich zum Curve ist der Webbrowser. Der geht jetzt mal richtig schnell und kann sogar Videos von YouTube abspielen. Insgesamt ist das neue Blackberry OS6 schöner geworden.  Der Touchscreen funktioniert auch sehr gut und ist bei mir mit einer Folie von Folix geschützt die wirklich gut und vor allem blasenfrei zu montieren war.

Fazit: Ich bin rundum zufrieden mit dem Ding.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

4 Kommentare

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  3. Youdont Have Toknowme

    29/04/2011 @ 09:35

    Wenn du Linux-Profi bist, warum dann nicht das bereits erwähnte Palm Pre genommen? Das ist mehr Linux als Android und das obwohl es im Gegensatz zu Android nicht Open Source ist. Root-Zugang ist offiziell vorhanden (Einfach Telefon in developer-mode schalten), der Linux-Unterbau ist nicht so extrem abgespeckt wie bei Android sondern füllt sich eher nach einem Embedded Linux an wie man es auch von OpenWRT und so gewohnt ist. Da es auf ipkg aufbaut, ist es auch total easy OptWare zu installieren und man hat so vollen zugriff auf hunderte Linux-Software Pakete. So ist es ein leichtes auf der Kommandozeile OpenVPN zu installieren und Cronjobs zu einzurichten und so. Quasi ein echtes Hacker-Handy.

    • Um Gottes Willen. Welcher Mensch will denn was mit Linux am Mobiltelefon anfangen??? Die meisten Menschen wollen doch nur Ihre Kommunikation ausführen und Geld verdienen.