Artikelformat

Proteste an der Wall Street

Was ich hier in meiner Zeitung kaum gelesen habe ist eine Berichterstattung über Occupy Wall Street, die amerikanische Protestbewegung gegen die Banker, die Finanzkrise die von ihnen ausgeht und die ständig wachsende Armut im Land.

Den ersten ausführlichen Bericht dazu habe ich, wie kann es anders sein, am Freitag online gelesen. Telepolis berichtete über die Aktion und auch die dabei angewandte Polizeigewalt. Mittlerweile eskaliert die Situation und als heute 700 Demonstranten auf der Brooklyn Bridge verhaftet wurden nachdem JPMorgan Chase großzügig 4,6 Millionen Dollar an das New York Police Department gespendet hat, da hatte diese Eskalation durchaus ein „Geschmäckle“ wie man hier sagen würde.

Die Entwicklung war aber eigentlich vorhersehbar, wenn man sich die Situation in den USA genauer ansieht. Just heute hat Querschuesse eine Statistik über die Entwicklung bei den Beziehern von Lebensmittelmarken veröffentlicht. Während es vor über einem Jahr noch knapp über 40 Millionen waren haben wir mittlerweile über 45 Millionen Betroffene. Zudem war neulich zu lesen, dass die USA das Land mit dem prozentual größten Anteil an Häftlingen bei der Bevölkerung ist. Klar, auch die Leute die heute auf der Brooklyn Bridge verhaftet wurden werden wohl ihr Gerichtsverfahren bekommen, denn was gar nicht geht ist sich gegen das Establishment aufzulehnen.

Bei Telepolis gab es auch einen sehr interessanten Kommentar dazu mit folgendem Fazit:

Das sage ich schon seit Jahren: Die Freiheiten, die wir hier
geniessen, gelten nur so lange, wie sie als ungefährlich für das
System eingestuft werden. Wenn genügend Menschen diese Freiheiten
wahrnehmen, um sie zum Risiko werden zu lassen, ist es schnell vorbei
mit der „FDGO“.

Das würde durchaus erklären, warum Yahoo laut Keith Obermann alle Mails mit Verweis auf die Homepage von Occupy Wall Street filtert. Und das ist auch der Grund, warum alle ach so zivilisierten Staaten alles daran setzen die Kontrolle über das Internet zu erhalten, sei es unter dem Vorwand der Bekämpfung von Kinderpornographie oder eben um Urheberrechte gegen „Raubkopierer“ durchzusetzen.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

Kommentare sind geschlossen.