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Ein Kalender für Stefan

Mein Sohn Stefan ist Autist. Zumindest ist das die „amtliche“ Diagnose die wir haben nachdem er bis zum Alter von 5 Jahren nicht gesprochen hat. Mittlerweile plappert er wie ein Wasserfall, hat aber trotzdem noch einige autistische Verhaltensmuster. Eines davon ist, dass er sich sehr schwer mit Änderungen im geplanten Ablauf abfinden kann. Eine Pädagogin riet uns dazu, ihm solche Änderungen mit einem Kalender zu erleichtern. So einen Kalender habe ich heute gebastelt.

Kalender auf einem Whiteboard

Whiteboard Kalender

Als erste Zutat gab es ein Whiteboard in der Größe 60×90 cm das noch Platz an einer freien Stelle in meinem Büro fand. Mit der Wasserwaage habe ich dann eine leere Kalendereinteilung gezeichnet, da die Zeichenbreite 56 cm beträgt lag es nahe,  pro Wochentag 8 cm zu verwenden. Als Zeilenhöhe habe ich 7 cm genommen. Die oberste Zeile enthält den Monatsnamen, dann kommen die Namen für die Wochentag und dann eben die Kalendermatrix. Damit man den Kalender jeden Monat neu „bauen“ kann wurden die Tagesnummern auf ein dickeres Blatt Papier gedruckt und ausgeschnitten. Auf der Rückseite dieser Nummern finden sich kleine selbstkelbende Magnete die es im Bürofachhandel unter der Bezeichnung „magnetoplan magnetische Takkis“ auf einer Rolle ähnlich wie Fotoecken gibt. Diese Takkis sind 20×30 mm groß, entsprechend groß wurde daher auch die Tagesnummer gedruckt. Nun hieß es noch Schilder für Stefans Lieblingsaktivitäten zu erstellen. Die habe ich in 40×50 mm Größe gedruckt und dafür Bilder hergenommen, die ich entweder selbst aufgenommen habe (z.B. seine Lieblingsstraßenbahn) oder eben via Google-Bildersuche zusammengesucht habe. Damit passen 15 Schilder auf eine A4 Seite, die wird nach Ausdruck laminiert und dann die Schilder ausgeschnitten und mit den Takkis versehen.

Nun kann jedem Tag eine Aktivität zugeordnet werden und falls diese verschoben werden muss kann man sie einfach von der Tafel abnehmen und auf den neuen Tag wieder plazieren.

Wir werden dieses Schema nun im Januar mal ausprobieren und sehen, wie Stefan darauf reagiert. Den Kalender hat er natürlich schon entdeckt und auch gleich die übrigen Aktivitätenschilder auf entsprechende Tage verteilt.

Die Kosten für das ganze Projekt waren nicht allzu hoch, ein günstiges Whiteboard gibt es für ca. 25 Euro und die Takkis kosten auch nicht die Welt. Den Rest (Papier, Drucker, Laminiergerät) haben wir eh schon.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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