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Reader Upgrade

Diese Woche bekam ich in der Firma einen unerwarteten Bonus und weil ich nebenbei auch noch Geburtstag hatte habe ich mir dann einen neuen eBook-Reader gegönnt. Die Wahl fiel auf den Sony PRS T1 den ich dann bei Libri bestellt habe. Der Reader kam dann auch gleich am nächsten Tag an und ich habe den dann auch gleich ausprobiert.

Schön ist, dass der Reader mit einem 6-Zoll-Display dann doch ein klein wenig größer ist als mein alter Cybook Opus. Der Sony Reader ist auch ein klein wenig flacher als der Opus, auch wenn man das auf diesem Bild nicht seiht.

Bild mit altem und neuem Reader

Cybook Opus und Sony PRS T1

Beim ersten Einschalten habe ich natürlich die Benutzeroberfläche ausprobiert. Der Sony-Reader hat einen Touchscreen und wird mit den Fingern oder dem beiliegenden Stift bedient. Die Oberfläche ist sehr aufgeräumt und leicht zu durchschauen. Als nächstes habe ich mal meine DRM-freien O’Reilly-Books und ein paar Titel vom Projekt Gutenberg auf den Reader geladen. Das war gar kein Problem unter Linux weil der Reader dort einfach als USB-Massenspeicher erkannt wird. Ich habe dann auf diesem Massenspeicher verschiedene Ordner wie „Computer“ und „Gutenberg“ angelegt, aber diese Arbeit hätte ich mir sparen können, denn in der Bücherliste erscheinen alle Bücher zusammen. Das ist der erste spürbare Unterschied zum Opus, denn der folgt brav der von mir angelegten Ordnerstruktur. Beim Sony kann man Bücher hingegen zu „Kollektionen“ zusammenfassen, dort werden aber wohl nur Links auf das eigentliche Buch hinterlegt.

Calibre erkennt den Reader auch sofort und kann problemlos mit ihm umgehen. Die nächste Hürde war dann mein derzeitiger Lesestoff, ein Buch mit DRM. Also mal blauäugig Adobe Digital Editions in Wine aufgerufen, den Reader angestöpselt und gestaunt, denn es passierte genau nix. Also weiter probiert, diesmal das virtuelle Windows-XP das ich auf meiner Maschine habe. Die USB-Speichergeräte kann ich problemlos durchrouten, doch auch hier Fehlanzeige in Adobe Digital Editions. Eine schnelle Suche mit Google zeigt dann, dass der Reader von ADE nicht unterstüzt wird, sondern man muss die Sony-Software installieren. Die habe ich schon auf einem der USB-Laufwerke des Readers gefunden, dachte ich zumindest. Fehlanzeige, dieses Setup tut in der VM genau nix. Also im Internet gesucht und die neueste Version der Sony-Software gefunden. Die kann man zwar installiern, aber sie verweigert in der virtuellen Maschine die Zusammenarbeit mit dem Reader und hängt sich ständig auf.

Also nächstes Experiment, die Software unter Wine installieren. Das schlägt leider ebenso fehl. Fazit: Mit meinen Linux-Mitteln komme ich an dieser Stelle absolut nicht weiter. Also habe ich heute den Windows-PC meiner Tochter genommen und dort die Software installiert. Soweit so schlecht, den Reader konnte ich damit auch erst mal nicht autorisieren. Das ging erst nachdem ich auch noch ADE dort installiert habe und den PC mit meinem ADE-Account autorisiert hatte. Dann erlaubte die Sony-Software auch ein Autorisieren des Readers und ich konnte meinen Lesestoff wieder runterladen und auf den Sony Reader bringen.

Also ganz ehrlich, DRM ist Sch…e. Ok, jetzt mit einem „autorisierten“ eBook-Reader wird es vielleicht einfacher, aber wenn ich den Aufwand sehe, den es macht ein DRM-Buch auf den Reader zu bringen und das mit dem Aufwand vergleiche, ein nicht verkrüppeltes ePub auf den Reader zu schieben, dann wird mir schlecht. Beim Sony Reader kommt verschärfend hinzu, dass man eben neben ADE auch noch ein eigenes Programm braucht weil ADE mit dem Reader nicht kann. Das ist eigentlich schon ein K.O.-Kriterium.

Aber gut, schauen wir lieber auf die schönen Seiten des Sony Readers. WiFi kann er, aber leider ist die Firmware noch nicht so weit, dass ich vom Reader aus Bücher kaufen könnte. Der Touchscreen ist wie gesagt eine tolle Sache und besonders schön sind die integrierten Wörterbücher mit denen man ein Wort blitzschnell nachschlagen kann. Damit macht dann auch das Lesen von Büchern in einer Sprache in der man nicht so fit ist Spaß.

Der Reader ist auch recht flott was den Seitenaufbau und die Navigation angeht. Und man kann zu beliebigen Stellen Notizen anfügen oder Lesezeichen setzen. Das ist gegenüber dem Opus ein echtes Plus, denn der merkt sich nur für jedes Buch wo man gerade ist, aber eben nicht mehr.

Schön ist auch die Volltextsuche im gerade gelesenen Buch. Das ist gerade bei den Fachbüchern nützlich von denen ich mittlerweile viele auf dem Reader habe.

Fazit: Ich bin zufrieden, auch wenn DRM geschützte Bücher weiterhin ein Ärgernis sind. Aber vielleicht lernt der Buchhandel auch hier irgendwann einmal. Die Präferenz für mich als Kunden sind in jedem Fall Bücher, die keine Verkrüppelung durch DRM haben. Und davon gibt es, gerade bei Fachbüchern ja gottseidank jede Menge.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.