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Noch ein Grund gegen DRM bei eBooks

Seit März hat unsere Familie ja nun 2 eBook-Reader. Heute wollte meine Frau dann mal ein eBook lesen und ich habe ihr das auf den Cybook Opus hochgeladen. Soweit so gut. Nach etwa 90 Seiten dann die Klage, dass das elektronische Umblättern immer länger dauert.

Warum das so ist liegt in der technischen Umsetzung begründet. Der Cybook Opus ist schon relativ alt und sein Prozessor ist bestimmt auch nicht der Schnellste. Und dieser Prozessor muß beim Lesen das Buch neu „rendern“, also für das Display aufbereiten, so wie Euer Webbrowser den Artikel hier für die Anzeige aufbereitet. Nun scheint der Opus wohl das Problem zu haben, dass man je weiter man in dem Buch ist umso länger warten muss, anscheinend wird bei jedem Umblättern das Buch bis zur Lesemarke nochmals gerendert, auch wenn man das nicht sieht. Aber man merkt es an immer längeren Zeiten fürs Umblättern.

Interessant ist aber auch, dass bei manchen Büchern dieses Phänomen auftritt, bei manchen jedoch nicht. Um zu verstehen warum das so ist müssen wir mal eine epub-Datei „sezieren“. Die ist nämlich nix anderes als ein ZIP-Container für den Inhalt und das kann man sich unter Linux z.B. mit Ark anschauen:

Für obigen Screenshot habe ich das Buch „Open Advice“ geöffnet. Man sieht sehr schön, dass dieses Buch aus vielen relativ kleinen HTML-Dateien besteht, sprich bei diesen kompakten Dateigrößen hat der Cybook auch gar keine Probleme mit dem Umblättern. Und natürlich, wenn ich in ark auf eine dieser HTML-Seiten klicke, dann sehe ich den Inhalt am Bildschirm.

Anders bei dem Buch, das Cristina lesen wollte. Es hat HTMLs die wesentlich größer sind und das ist wohl der Grund für das Umblätterproblem. Da das Buch aber zum Glück ohne DRM vorliegt war das auch kein Problem, denn dank Calibre kann man vorhandene eBooks problemlos konvertieren, auch von epub nach epub. In diesem Fall habe ich eine solche Umwandlung vorgenommen und als Ausgabeprofil den Opus gewählt. Zudem habe ich die Fragmentgröße von standardmäßig 260 KB auf 80 KB runtergezogen und jetzt klappt das mit dem Umblättern auf dem Opus problemlos.

Nun machen wir die Probe aufs Exempel, gleiche Aufgabenstellung nur diesmal mit einem DRM-geschützten Buch. Als Testobjekt muß Suna von Pia Ziefle herhalten, ein Buch das ich sehr empfehlen kann (trotz DRM) und das dank leiner Dateifragmente auch problemlos auf dem Cybook zu lesen ist. Gucken wir mal was ark dazu sagt:

Hier sehen wir zu Beginn einige XML-Dateien die die DRM-Infos darstellen. Öffnet man jetzt z.B. die markierte Datei „Suna-1.html“ in ark, dann sieht das so aus:

Also nicht wirklich lesbar, denn dank DRM ist der Inhalt verschlüsselt. Und das ist dann auch der Stolperstein für Calibre, wenn ich dort das Buch auf andere Fragmentgrößen konvertieren will, dann erhalte ich nur folgende Fehlermeldung:

Fazit: Hat man ein DRM geschütztes Buch mit zu großen Dateisegmenten und einen betagten Reader braucht mehr sehr viel Zeit um dieses Buch auf seinem Gerät zu lesen. Dank DRM ist eine einfache technische Lösung ausgebremst. Für mich ist das ein weiterer Grund gegen DRM.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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