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Mein neues Patenkind ist ein Teil einer Nähmaschine

Heute habe ich PayPal mal genutzt um eine gute Freundin zu unterstützen. Nämlich die manomama Sina Trinkwalder, deren kleines Unternehmen wunderbar wächst und die jetzt für August weitere Mitarbeiter einstellen könnte, hätte sie denn die notwendigen Nähmaschinen für die neuen Mitarbeiter.

Wenn ich mir die Wachstumsraten bei manomana anschaue, dann bin ich begeistert, denn ich weiß, dass jeder neue Mitarbeiter bedetuet, dass ein Mensch die Chance hatte dem Teufelskreis der (Langzeit-)Arbeitslosigkeit zu entfliehen und nun eine Arbeit hat, bei der er Respekt und Wertschätzung die sich unter anderem auch in einer fairen Bezahlung ausdrückt zu erfahren. Das sollte eigentlich das Ziel eines jeden Arbeitsvermittlers sein, aber die stecken die Leute lieber in 1-Euro-Jobs oder „Weiterbildungsmaßnahmen“.

Sina schreibt auf ihrer Maschinenpaten-Seite:

Zwar loben uns Politiker gerne für unser Engagement, und lassen sich gerne mit uns sehen, und bei Gesprächen mit Banken hören wir auch immer wieder, wie toll alle unsere Arbeit finden. Das hören wir gerne, noch lieber wäre es uns aber, wenn Politiker und Banker einfach mal Geld in die Hand nehmen und uns unterstützen würden – nicht nur mit hübschen Urkunden und Trophäen.

Genau. Mit Urkunden und Trophäen kann man keine Nähmaschinen finanzieren, mit Geld könnte man es. Und es mutet sehr seltsam an, dass unsere Politik auf der einen Seite etliche Milliarden zur Rettung der Banken bereit stellen kann, es aber an 75.000 Euro für 30 Nähmaschinen scheitern soll. Sinas Unternehmen repräsentiert einen Mittelstand der hier sozusagen am ausgestreckten Arm verhungern soll während die Spekulanten mit ihren unsozialen Nahrungsmittelspekulationen oder den unproduktiven Finanzmarktprodukten in Saus und Braus leben.

Darum habe ich heute mein PayPal-Guthaben geplündert und das an Sina überwiesen. Es ist vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein (ok, bei den aktuellen Sommertemperaturen ist der Stein eher lauwarm), aber viele Tropfen könnten dann auch den gewünschten Regenguss zum Anregen weiteren Wachstums bringen.

Trotzdem bin ich stinksauer auf unsere Politik. Wie oben geschrieben schiebt man die Leute ja gerne in „Weiterbildungsmaßnahmen“ um sie aus der Arbeitslosenstatistik raus zu rechnen, aber letztlich ist es eine Nullnummer, denn der Betroffene erhöht damit seine Chancen nicht weil diese Maßnahmen meist eh nur „Beschäftigungstherapie“ sind. Auch erhält er für diese Maßnahme nur weiterhin seine „Stütze“ und und wird vom System durch Sanktionsandrohungen gezwungen, da ohne aufzumucken mitzumachen. Der Anbieter der „Weiterbildung“ dürfte hingegen ganz guten Reibach machen.

Wer bei Sina anfangen kann fällt auch aus der Arbeitslosen-Statistik, aber eben mit dem kleinen Unterschied, dass es für ihn ein Schritt nach vorne ist und die Chance aus dem Hartz-IV-Sumpf zu entfliehen. Und wieder sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, statt sich ständig von der Springer-Presse als „Sozialschmarotzer“ beschimpfen zu lassen.

Wenn also die Politik hier keine Unterstützung für so ein Projekt geben will, dann muss ich fast vermuten, dass eine Absicht dahinter steckt. Oder vielleicht die Angst, dass Leute die wieder eine Perspektive haben sich nicht mehr so einfach unterdrücken lassen…

Nix genaues weiß man nicht, aber ich weiß, dass Sina Eure Unterstützung braucht. Sozusagen Crowdfunding. Also mitmachen und in eine bessere Zukunft investieren…

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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