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Eurodämmerung

Zypern soll gerettet werden. Und diesmal ist die Qualität des Rettungspaketes ein ganz besonderes: Das Geld, das der Bürger auf der Bank hat wird einfach angezapft. Einlagen unter 100.000 Euro werden mit 6,75% zur Kasse gebeten, wer mehr Geld hat darf auch mal 9,9% abdrücken.

Die Schlußfolgerung daraus ist einfach: Geld auf der Bank ist nicht sicher. Wer sein Geld daheim im Sparstrumpf hat fährt in Zypern momentan besser als der Sparer, der sein Erspartes zur Bank gebracht hat.

Bankraub mit staatlicher Lizenz? Die Leute sind stinksauer, zumal sie momentan auch keine Möglichkeit mehr haben, ihr Geld z.B. am Geldautomaten abzuheben oder ins Ausland zu überweisen. Der von den „Rettern“ legitimierte Raubzug findet statt. Und weil morgen Feiertag ist und man aber Angst vor einem „Bank run“ hat bleiben die Banken auch am Dienstag geschlossen.

So, und jetzt malen wir uns mal aus, was in den anderen krisengeschüttelten Ländern nach diesem Wochenende passieren wird. Glaubt irgendwer ernsthaft, dass die Spanier, Italiener, Griechen, Portugiesen oder sonstwer in Euroland noch das Vertrauen hat, dass sein Geld auf der Bank gut aufgehoben ist? Nachdem jetzt in Zypern der Damm gebrochen ist und das Vertrauen zerstört?

Gucken wir diese Woche mal ganz genau in die Mitgliedsstaaten der Eurozone und was an den Banken passieren wird. Sollte es zum „bank run“ kommen, dann haben wir ja schon vorgesorgt, wie ich schon im August 2012 angemerkt habe.

Mit dem Sündenfall Zypern wurde dieses Wochenende die Eurodämmerung eingeläutet. Und es ist nicht nur ein lokales Event, sondern könnte auch zum globalen Crash führen.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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