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Liebes Kartellamt

Die letzten Tage wurde mal wieder eine Sau durchs Dorf des Qualitätsjournalismus getrieben. Es gab wohl Preisabsprachen bei Kartoffeln und in den letzten 10 Jahren wurden so die Verbraucher um mindestens 100 Millionen Euro geschädigt, die Bildzeitung spricht gar von einer Milliarde.

Wenn wir also mal von einer Milliarde Euro „Schaden“ in 10 Jahren ausgehen, dann hat uns dieses Kartoffelkartell also im Jahr 100 Millionen Euro mehr für unsere Kartoffeln bezahlen lassen als ein am freien Markt entstander Preis gewesen wäre. Kartoffeln gehören nun mal zu den Grundnahrungsmitteln in Deutschland. Und in Deutschland gab es 2011 rund 41 Millionen Privathaushalte und somit Kartoffelkonsumenten. Runden wir das der Einfachheit halber mal auf 40 Millionen runter, dann hat die Kartoffelmafia also jeden Privathaushalt um 2,50€ im Jahr geschädigt.

Ich finde es schon toll, dass das Kartellamt solchen Peanuts für den einzelnen hinterher rennt, denn in der Summe kummuliert das natürlich schon zu stolzen Profiten für die am Kartell beteiligten Anbieter.

Was mir allerdings dabei nicht aus dem Kopf gehen will ist, dass wenn ich zum Tanken fahre und 50 Liter tanke, dann variiert der Gesamtpreis für die Tankfüllung meines Autos auch schon um 2,50 Euro, abhängig von der Tageszeit an der ich die Tankstelle ansteuere. In der Rush-Hour ist es erfahrungsgemäß teurer als außerhalb der Stoßzeiten. Und diese Berg- und Talfahrt der Benzinpreise im Verlauf eines Tages beoabachte ich an allen Tankstellen hier in der Gegend, es scheint fast so als würden die sich auch absprechen. Aber nein, kann ja gar nicht sein, sonst wäre ja sicher das Kartellamt schon aktiv und würden denen auf die Finger klopfen…

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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