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Gedanken zum 11. September

Heute ist ein besonderer Jahrestag. Der 11. September markiert etwas noch nie dagewesenes, etwas Ungeheuerliches und Furchteinflößendes.

Nein, ich meine damit nicht die seltsamen Ereignisse am 11. September 2001 an dem die Welt zuschauen konnte wie Amerika angegriffen wurde und was in der Folge zu einer ganzen Litanei an Terrorgesetzen und asymmetrischen Kriegen führte. Das Ereignis an das ich mich „erinnere“ liegt mittlerweile 40 Jahre zurück. Die Anführungszeichen schreibe ich, weil ich damals gerade mal 12 Jahre alt war und dieses Ereignis damals nicht bewußt wahrgenommen habe. Es geht um den Militärputsch in Chile bei dem der demokratische Gewählte Präsident Salvador Allende ums Leben kam und ein von den USA geduldeter Militärdiktator Augusto Pinochet an die Macht kam. Zeitgleich wurde Chile zum Experimentierlabor für den von Milton Friedman und seinen Chicago Boys gestalteten Neoliberalismus. Als direkte Folge dieses volkswirtschaftlichen „Consultings“ wurden zwischen 3000 und 4000 Menschen, meist unliebsame Gewerkschafter, gefoltert und getötet. Das ganze mit Billigung der damaligen amerikanischen Regierung.

Ich selbst fing an mich für Chile zu interessieren als ich in meiner Studienzeit für die lokale Ortsgruppe von Amnesty International aktiv war. Damals gab es eine Aktion „Campaign against treaty“ (Kampagne gegen Folter) und in diesem Rahmen waren wir „Aktivisten“ aufgefordert, besorgte Briefe an Regierungen und Botschaften zu schreiben und unserer Sorge über die Menschenrechtssituation dort Ausdruck zu verleihen. Oh ja, ich schrieb einige Brief an die chileniche Botschaft und auch direkt nach Chile, genutzt hat es natürlich nicht viel.

Weitere Informationen zu den damaligen Vorgängen in Chile gibt es heute bei den Hinweisen des Tages auf den NachDenkSeiten. Außerdem kann man hier wieder das Buch „Schockstrategie“ von Naomi Klein empfehlen die in diesem Buch unter anderem auch die chilenische Vergangenheit aufarbeitet. Ebenso interessant ist „Das Geisterhaus“ von Isabel Allende, einer Verwandten des damaligen chilenischen Präsidenten.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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