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Warum ich die Facebook-App deinstalliert habe

Vorhin habe ich die Facebook-App von meinem Android-Smartphone gekickt.

Das geschah aus zweierlei Gründen.

Der eine Grund war dieser Artikel über die Unverschämtheiten die sich die nächste Version der Facebook-App herausnehmen will. Damit ist die Schmerzgrenze deutlich überschritten und bevor ich riskiere, dass mir ein automatische Update in der Nacht diesen datenschutztechnischen Alptraum aufs Smartphone bringt fliegt das Ding eben komplett runter. Genutzt habe ich es eh kaum.

Der zweite Grund der mich in dem Beschluss bestärkt hat war dieser sehr nachdenkliche Artikel von Juna über Facebook und die sogenannten „Freunde“. Ja, es gibt ein paar Leute die ich nur mittels Facebook „konatktieren“ kann und deshalb werde ich meinen Account noch nicht löschen sondern eben für die Browseranwendung am PC behalten. Aber die Anzahl der Kontakte ist überschaubar, meine Lieblingsunternehmerin hier in Augsubrg, ein paar Zweige der Verwandtschaft und Freunde meiner Frau und ein paar alte Bekannte aus der IRC-Zeit.

Ja, damals, lange vor Facebook war das soziale Netz IRC (Internet Relay Chat) und damals haben wir lange Nächte in den Chats verbracht. Und man traf sich sogar im Real Life, mal in Florenz, mal in Venedig, mal in Belgien, mal in Las Vegas. Ein paar echte Freunde und Freundinnen habe ich so gefunden und eine dieser Freundinnen dann sogar geheiratet.

Aber es war eben nur „Chat“, man war entweder live dabei oder eben nicht. Klar konnte der IRC-Cleints Chatlogs speichern, aber die wurden kaum im Web veröffentlicht. Heute besetehen die Social Networks ja zu einem nicht vernachlässigbaren Teil aus Dingen, die man vielleicht irgendwann bereut so öffentlich ins Netz gestellt zu haben, spätestens dann wenn der Personalchef bei der nächsten Bewerbung mal guckt, mit wem man in der Freizeit so rumhängt. Darf er zwar offiziell nicht, tut er aber bestimmt trotzdem.

Na ja, das ist alles lange her. Heute bin ich gerne bei Twitter um dort kurze und doch gute Lebensweisheiten zu lesen, ich hänge sehr sporadisch noch bei Google+ rum und hin und wieder gucke ich auf Diaspora was andere Posten. Und ja, einen LinkedIn-Account habe ich auch noch und mache da ein paar fachbezogene Diskussionen bei denen ich es sogar manchmal bis zur Auszeichnung „Top Meinungsbildner der Woche“ bringe. Bei Slashdot hieß der Fachausdruck dafür noch „karma whore“. 😉

Seit Snowden konzentriere ich mich aber wieder deutlich mehr auf die Blogger die mir lieb und wichtig geworden sind. Die habe ich alle im RSS-Feed den ich nach Wegfall des Google-Reader nun mit Feedly beackern muss. Einige von meinen Lieblingsbloggern sind sogar als „must read“ getagged damit mir in dem Wust von 150+ Feeds nicht was durch die Lappen geht. Leider ist Feedly beim Update von manchen Blogs recht lahm, den Artikel von Juna habe ich zuerst via Twitter gesehen, Feedly zeigte mir den erst heute abend.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

1 Kommentar

  1. Hi Reiner,

    meine G+ App habe ich auch seit einem halben Jahr nicht mehr auf meinem Androiden installiert. Es ist erstaunlich, wie ruhig es dadurch wird 😉 … keine nervigen Benachrichtigungen mehr und man hängt nicht mehr ganz so viel am Smartphone rum.

    Auch meine G+ Kreise habe ich auf ein Minimum reduziert, weil ich mich mehr auf Diaspora konzentrieren will.

    Mit den Blogs geht es dir ja ähnlich wie mir. Ich bin noch nicht lange als Blogger dabei, lese aber auch sehr gerne Blogs, weil Social Network Posts so unglaublich kurzlebig sind. Ein Blog ist dann doch nochmal was anderes als ein SN, in dem die Leute allen möglichen Schwachsinn posten 😉