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Das Märchen vom Aufschwung

Heiner Flassbeck blickt heute auf die sinkenden Reallöhne in der deutschen Wirtschaft und stellt fest, dass jede Euphorie über den angeblichen Aufschwung stark übertrieben ist.

2 Kommentare

  1. Irgendwann wird diese Haltung Deutschlands zum Niedriglohnsektor und dem Sturmreifschiessen der Binnennachfrage, ach was, dem mutwilligen und absichtlichen Versenken eben dieser Konsequenzen für eben Deutschland haben. Spätestens jedoch wenn sich die nächste globale Wirschaftskrise nicht mehr verleugnen lässt wird Deutschland bitter böse auf die Welt kommen und aus dem „Heile-Welt“-Denken aufwachen müssen. Die Binnennachfrage, welche die zyklisch auftretenden Durststrecken der Exportindustrie abfedern könnte existiert ja nicht einmal auf dem Papier geschweige denn ist sie ein Punkt bei der grossen Koalition. Würde man den toten Gaul „Binnennachfrage“ ernsthaft wiederbeleben wollen würde dies auf den Shareholder-Value der Grosskonzerne drücken und das geht nun mal schon gar nicht. Dies wäre vermutlich jetzt nicht einmal mehr machbar, weil der Lug und Trug schon derart „systemrelevant“ ist, dass man befürchten müsste, Deutschland würde Europa mit in die Katastrophe ziehen. Von dem her macht es „Mutti“ schon richtig. Nichts sagen, nichts bestimmen, mal schauen wie es weiter geht und wenn es scheppern sollte den Medien ein oder zwei Bauernopfer präsentieren.

    Du hast ja kürzlich gemeint, den „ich-bin-blöd“-Märkten bzw. deren Holdinggesellschaft ginge es schlecht. Stimmt. Aber weitergedacht… Warum bieten die 0%-Darlehen an, damit sich die Leute noch was kaufen? Müssten sie, wenn es ihnen einigermassen gut ginge ja nicht, die Akualität und Preise der Produkte sind meines Erachtens auch nicht wirklich attraktiv, sprich man versucht veraltete und überteuerte Ware den Bürgern anzudrehen. Es ist eigentlich eine geradezu schizophrene Situation in der sich diese Märkte befinden. Provokativ formuliert: es geht ihnen schlecht, also Ramschware an den Bürger bringen, überteuert, aber immerhin mit den 0%-Darlehen.
    Denkende Mitmenschen ohne viel Geld in der Brieftasche und dem Sparkonto machen ja um solche Angebote eine grossen Bogen, Verbraucherschützer warnen eindringlich von diesen Angeboten. Und dennoch finden sich immer mehr Menschen, die über ihre Verhältnisse leben (wollen?). Politik und Wirtschaft scheinen dieses „auf Pump“-Leben ja noch zu fördern und hier wird es sowohl für die Wirtschaft wie auch die Gesellschaft gefährlich. Irgendwann wird diese Rechnung presentiert werden, sie wird gigantisch sein. Und die Folgen, die Konsequenzen?

    Noch ein Gedanke dazu, um wieder zurück zum Thema zu finden…

    Ohne eben diese Darlehen ginge es den „ich-bin-blöd“-Märkten noch schlechter, es ist sozusagen eine Verweiflungstat.
    Im Umkehrschluss aber heisst es eben auch, das die Leute immer weniger konsumieren können oder wollen. Angesichts der immer öfters anzutreffenden geplanten Obsoleszenz der Produkte wirken die Signale noch stärker und sind ein Indiz dafür wie es wirklich um Deutschland bestellt ist.

    Man darf gespannt sein wie es weitergeht.

    rds
    rené

    • Wie kannst Du nur behaupten dass die Binnennachfrage am Boden liegt? Du solltest einfach mal die Systemmedien lesen, die Tageschau berichtet z.B. heute „GfK: Deutsche kauffreudig wie lange nicht mehr“ (Link). Das Traurige ist ja, dass wir für diese Propaganda auch noch jeden Monat Geld bezahlen müssen.