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Wenn Dein eBook-Reader alles verrät

Vor etwa zweieinhalb Jahren habe ich es mal in den Netdigest geschafft, mit einem flapsigen Artikel über ein neues (fiktives) Amazon-Feature:

Demnächst auf Amazon: „Kunden die dieses Buch nicht fertig gelesen haben haben auch folgende Bücher nicht fertig gelesen…“ 🙂

Was damals echt nur ein Gag war wird jetzt wohl  von der Wirklichkeit eingeholt.

Slashdot hat jetzt einen Artikel der New York Times verlinkt bei dem es darum geht, was man beim elektronischen Bücherlesen alles an Erkenntnissen gewinnen kann, wenn der eBook-Reader oder die Lesesoftware hier fleißig Daten sammeln. Und man kann eben auch feststellen, wieviele Leser ein Buch tatsächlich zuende gelesen haben. Oder sogar rausbekommen, wer gleich am Ende anfängt um zu sehen, wie das Buch endet.

Da bin ich doch relativ froh, dass meine eBook-Reader noch sehr altbacken sind und tatsächlich nur Lesegeräte im klassischen Sinn darstellen. Betankt wird das ganze via USB aus meiner Calibre-Bibliothek und obwohl mein Sony WLAN kann ist das aus Stromspargründen ausgeschaltet. Es gibt also keinen Weg für Rückmeldungen über mein Leseverhalten.

Bei anderen Readern wie dem Kindle oder auch den neueren Modellen, die mit „Ihre Bücher in der Cloud“ werben dürfte das anders sein. Wenn die allwissende „Cloud“ meine Bibliothek speichert und auch meine Leseaktivität trackt (was sie ja muss wenn ich jederzeit meinen Lesestand mit unterschiedlichen Geräten synchronisieren kann), dann könnte das schon ein interessantens Bergwerk fürs Data Mining werden.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

3 Kommentare

  1. Mal ganz abgesehen davon, dass ich richtige Bücher liebe. Und auch, dass diese in der kompletten Wohnung ihren Platz suchen.

    Ich staune und staune und staune …………..

    diesen Punkt hatte ich weder bedacht (also die Möglichkeit)

    noch wäre ich jemals auf die Idee gekommen, dass jemand es für notwendig erachtet, zu prüfen, was ich wie, in welchem Tempo oder überhaupt lese.

    Der Hintergrund ist mir durchaus klar, also warum man diese Daten gerne erheben will.

    Aber welche Schlussfolgerungen werden denn dann daraus gezogen? Werden demnächst die Schriftsteller noch mehr gegängelt? Es wird ja durchaus jetzt schon marktbezogen produziert.

    Werden wir noch mehr mit geistigem Müll ala Boris Becker gequält?

    Oder soll das Profiling nur uns als Mensch noch durchsichtiger machen?

    Zusätzlich zu dem, was die NSA und die Internethändler jetzt schon von mir wissen, weil ich halt meine Finger nicht stillhalten kann.

    Ich bin sehr froh, dass ich meinen Buchhändler, ob meiner Querbeet-Lesetätigkeit, immer noch in Erstaunen versetzen kann. 😉 Und ich werde weiter brav dort einkaufen, damit dieser noch lange für mich da ist. Und einen wie auch immer gearteten Reader werde ich mir bestimmt nicht anschaffen. Ich geh dann mal meine Bücher pflegen. 😉

    • Für mich ist mein eBook-Reader mittlerweile unverzichtbar, alles was Fachbücher oder Romane sind landet da drauf, denn meine Billy-Regale sind voll und ich habe keinen Platz mehr. 🙂

      Ja, das Profiling ist wohl der Versuch, den Umsatz noch um 0,1% zu steigern.

  2. Pingback: Noch ein Grund gegen DRM bei eBooks | König von Haunstetten