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Schreibende Zu(ku)nft

Früher als es noch die Herrschaftshäuser gab leistete man sich einen oder mehrere Hofberichterstatter welche die Aufgabe hatten, die „Politik“ der herrschenden Kaste möglichst euphorisch zu verbreiten. Heute würde man „public relations“ dazu sagen. Und leider fürchte ich, dass wir diesen Zustand bald wieder haben werden.

Heute wies mich nämlich ein Freund auf einen Artikel in der taz hin in dem berichtet wird, dass Blogger mittlerweile beim Bundestag ausgesperrt werden. So wird nun diversen Bloggern wie Markus Beckedahl oder Vera Bunse keine Akkreditierung als Journalist gewährt, schlimmer noch, man bastelt wieder an einem Gesetz zur Einführung eines Presseausweises der dann Bloggern natürlich verwehrt wird, denn sie sind ja keine echten Journalisten.

Ich kenne druchaus Blogger die Markus Beckedahl oder Sascha Lobo sehr kritisch gegenüberstehen und sie für Selbstdarsteller halten, bei Beckedahl dürfte die Abneigung durch die Aufrufe zur finanziellen Unterstützung von netzpolitik.org verstärkt werden. Aber unabhängig davon schreiben Blogger mittlerweile bessere Artikel als die, ja man muss sie leider schon Hofberichterstatter nennen, Journalisten des sogenannten Qualitätsjournalismus.

Letztere haben letztes Jahr auch ein Leistungsschutzrecht geschenkt bekommen. Damit sich kein Blogger erdreisten kann einfach aus ihren Artikel abzuschreiben ohne dafür zu bezahlen. In Verbindung mit dem Aussperren von Bloggern aus der politischen Berichterstatung bekommt dieses Leistungsschutzrecht einen ganz bitteren Beigschmack.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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