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Minderwertige Menschen?

In Dresden gab es unlängst eine Aktion einer Frau die eigentlich eine Welle der Empörung lostreten müsste. Nein, ich spreche jetzt nicht vom #Bombergate der Piratenpartei weil eine Aktivistin da ihren nackten Oberkörpfer gezeigt hat auf dem eine Danksagung an General Harris stand, diese Aktion war sicher nicht zum Vorteil der Partei und sollte als „wir machen in jungen Jahren Lebenserfahrung“ abgehakt werden. Was jetzt passiert ist wurde von einer Schriftstellerin gemacht die als Jahrgang 1954 in diesem Jahr 60 Jahre alt wird und eigentlich die nötige Reife haben sollte um so etwas eben nicht zu tun. Was ist passiert?

Stefan Niggemeier berichtet darüber heute. Es geht um die Rede von Sibylle Lewitscharoff im Schauspielhaus in Dresden am vergangenen Sonntag sich sehr negativ über Kinder äußerte die durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden.

Sie seien »Halbwesen«, »zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weißnichtwas«.

Sagt im Jahr 2014 jemand, den man ähnlich wie Thilo Sarazzin zu den Intellektuellen in Deutschland zählen müsste. Jemand der genügend Lebenserfahrung haben sollte um solche Gedanken nicht öffentlich zu äußern. Zumal sie hier Menschen zu stigmatisieren versucht denen sie es nicht ansehen kann, ob sie nun durch einen „natürlichen Zeugungsvorgang“ oder eben durch „künstliche Befruchtung“ gezeugt wurden. Was auch vollkommen unerheblich ist, denn das Grundgesetz sagt ja, dass niemand wegen seiner Herkunft benachteiligt werden darf, und bei Herkunft kann man auch ganz abstrakt den Zeugungsvorgang mit einbeziehen.

Zum Glück hat der Leiter des Dresdner Schauspielhauses einen sehr gut formulierten offenen Brief an die Rednerin geschrieben der auch im verlinkten Artikel veröffentlich ist. Und ja, dem Schlußsatz aus dem Brief kann ich nur voll und ganz zustimmen:

Ihre Worte sind nicht harmlos, Frau Lewitscharoff. Aus falschen Worten wird falsches Denken. Und dem folgen Taten. Deshalb sind es gefährliche Worte.

Ja, erst sind es die Worte die das Klima vergiften. Und dann folgen die „unerklärlichen Taten“ die von den geistigen Brandstifern zu verantworten sind, die aber keiner je zur Verantwortung ziehen wird.

Dieser Vorfall zeigt auf der anderen Seite wiederum wie wichtig es ist, dass möglichst wenige Daten anfallen und die wenigen gut geschützt sind. Nehmen wir nur mal für einen kurzen Moment das eigentlich Undenkbare an, nämlich dass wir eine Regierung bekommen die so denkt wie eben Frau Lewitscharoff. Dann wären Patientendaten die darauf hinweisen, wer künstlich befruchtet wurde für diese Leute sehr gefährlich, denn sie würden eben zur Stigmatisierung und Ausgrenzung dieser Menschen genutzt werden können.

 

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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