Artikelformat

Wer hat uns verraten?

Sozialdemokraten. So lese ich heute mit Entsetzen, dass unsere umkipperprobte Arbeitsministerin Andrea Nahles nun die Langzeitarbeitslosen vom Mindestlohn von 8,50 € ausklammern will.

Leider scheint es sich bei dieser Meldung nicht um einen Aprilscherz zu handeln, sondern eben um den Verrat an den Leuten, die eigentlich den Mindestlohn am dringendsten benötigen würden.

Die Andrea Nahles, die früher den Mindestlohn kompromisslos forderte, nimmt nun etwa eine Million Langzeitarbeitslose davon aus.

Na, dann ist doch auch ohne besondere Hellseherische Fähigkeiten klar, wohin die Reise geht. Langzeitarbeitslose dürfen weiterhin in Niedriglohnjobs unter Sanktionsandrohung „verpflichtet“ werden und der Arbeitgeber kommt billig davon. Der ehemalige Langzeitarbeitslose darf dann wieder versuchen, als Aufstocker irgendwie über die Runden zu kommen und wird dann zu gegebener Zeit (kurz bevor er möglicherweise doch noch Mindestlohn bekommen müsste) wird er wieder dem Arbeitsmarkt übergeben und man rekrutiert sich neue billige Langzeitarbeitslose mit denen man dann ähnlich verfährt. Wollen wir wetten? Bei einem aktuellen massiven Überangebot an Arbeitslosen denen nur sehr wenige offene Stellen gegenüberstehen ist das einfach auszumultiplizieren dass diese Leute weiterhin von den sogenannten „Sozialdemokraten“ komplett ausgebeutet werden. Und das Sahnehäubchen auf die menschenverachtende Sozialpolitik der Arbeitsministerin ist dann auch der folgende Satz aus dem Artikel:

Angeblich wollte die Arbeitsministerin die Jobchancen der Langzeitarbeitslosen nicht gefährden, deshalb, also quasi nur aus Barmherzigkeit, stimmte sie diesem Kompromiss zu.

Frau Nahles, ich empfehle ihnen mal eine aktuelle Version des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland aufzuschlagen und anfangen zu lesen. Es reicht, wenn sie die ersten drei Artikel lesen. Da stehen so interessante Begriffe wie „Menschenwürde“ oder gar „Gleichheit vor dem Gesetz“ drin. Was also bitte macht einen Langzeitarbeitslosen „ungleich“ und begründet damit die Ausnahme von der Mindestlohnregelung?

Mir fehlen leider die Worte um meine Abscheu und Verachtung über diesen Betrug am Wähler und an den bedürftigen Menschen auszudrücken.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

4 Kommentare

  1. Tja. An der Gültigkeit des Spruchs hat sich seit der Weimarer Republik anscheinend nichts geändert. Nur der Grund ist ein anderer … :-/

  2. (Ich gehe mal davon aus dass der Spruch aus der Zeit der Weimarer Republik kommt? Stichwort Dolchstoßlegende etc…)

    • Woher er kommt kann ich Dir nicht sagen. Aber anscheinend hat der Verrat eine lange Tradition in dieser Partei.

  3. Carsten Kettner

    02/04/2014 @ 07:49

    Nein, das heißt nicht Verrat, sondern Sachzwang…
    Auch wieder sehr gut an den Ergebnissen (welche eigentlich?) des gestrigen Energiegipfels abzulesen. Es bleibt alles beim alten, und die Kanzerlin konstatiert, dass sie sich darüber freut, dass sich alle darin einig sind, dass die Energiewende notwendig sei (sinngemäß). Dass der Staat Preistreiber Nummer 1 bei Strom und Gas ist, wird ausgeblendet. Klar, die Kanzlerin prüft ja noch nicht einmal die eigene Stromrechnung (hat sie gesagt).