Artikelformat

Die Sache mit dem Klick

Als wir vor etwa 14 Jahren unser Haus gekauft haben habe ich sehr viel beim Renovieren selbst gemacht. Unter anderem alle Parkettböden gelegt, damals war das ein recht teures Klick-Parkett das wirklich einfach zu verlegen war, man fing mit der ersten Reihe an und das abgesägte Endstück ging links als der Start der nächsten Reihe an die Wand. Dann das nächste Teil mit der langen Seite einschieben und mit einem Schlageisen und einem wohl dosierten Schlag nach links ziehen und es rastet ein. Mit dieser Methode habe ich damals ca. 25m² Parkett im Wohnzimmer an einem Nachmittag verlegt. Entsprechend optimistisch bin ich jetzt bei meinem Kellerumbau mit 8 Paketen Klick-Laminiat vom Baumarkt an den Start gegangen. Das war Donnerstagabend….

Leider hat das Laminat eine etwas andere Verlegetechnik. Man legt wie gehabt die erste Reihe, doch dann muss man die komplette nächste Reihe zusammenstecken, diese schräg halten und in das filigrane aus Sägespänen gepresste Profil des Laminats einsetzen. Bei einer Arbeitsbreite von 5,10 m war das am Donnerstag der Horror schlechthin, wenn ich am Ende der 5,10m fertig war zeigte ein Blick zurück, dass der Anfang wieder auseinandergegangen war. Nach 2 Stunden habe ich dann verzweifelt aufgegeben und erst mal RTFM gemacht. Leider ist das „fabolous manual“ auch nur ein paar Zeichnungen, aber wozu hat man denn Internet. Bei Youtube bin ich dann fündig geworden:

Also habe ich mir am Freitag erst mal einen Satz solcher Holzkeile gebastelt. Damit ging die Verlegung dann leidlich gut auf dem 5,10m breiten Stück. Danach verringerte sich die Arbeitsbreite durch die Raumform auf 3,60m und da ging das Verlegen dann bis jetzt etwas besser. Zwar immer noch extrem mühsam im Vergleich zur früheren Verlegetechnik, aber immerhin ging es mit viel Rumrutschen auf den Knieen (die heute auch entsprechend über die Behandlung protestieren). Das aktuelle Zwischenergebnis sieht jetzt so aus:

20140426_090844Was weniger schön ist ist der Startbereich mit den 5,10m, dort sind deutlich sichtbare Fugen die ich wohl irgendwie verspachteln muss. Und der Arbeitsaufwand ist vergleichen zu früher mindestens das Doppelte, denn am Freitag war ich 7 Stunden am Werkeln um so weit zu kommen.

Natürlich ist das jetztige Laminat in einer anderen Preisklasse unterwegs als damals, mit 5€/m² ist es wahrscheinlich nur halb so teuer wie das damalige Produkt. Und man sieht ihm den Billigstatus an, mittlerweile habe ich gelernt, die Klick-Profile vor dem Verlegen genauestens zu inspizieren ob da alles passt, denn eine kleine Delle dort führt unweigerlich zu Fugen wenn man sie nicht entfernt.

Alles in allem ist die Arbeit mit diesem Laminat eine fürchterliche Plagerei. Ok, es mag erschwerend hinzukommen, dass mein Kellerboden nicht unbedingt total eben ist, aber diese Verlegetechnik ist deutlich schlechter als die damalige. Damals war die Regel, was liegt das liegt und muß nicht mehr angefasst werden. Heute muss man jedes Laminatteil mindestens zweimal anfassen, einmal beim Verlegen auf den Keilen und dann nochmals wenn man die Keile entfernt. Möglicherweise geht es einfacher wenn man zu zweit ist, aber für einen Solo-Heimwerker ist das der Stoff aus dem die Alpträume sind.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 von 5)

Loading...

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

Kommentare sind geschlossen.