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Lassen sie ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt

Diese Ansage hört man immer wieder an Bahnhöfen und Flughäfen. Und manchmal will man einfach mal für kurze Zeit sein Gepäck los werden, beispielsweise wenn man im Bahnhofsviertel noch ein paar Besorgungen machen will. Was tut man also? Richtig, man sperrt es in ein Schließfach. Ein Vorfall in Mainz zeigt nun, dass das eine ganz schlechte Idee ist.

Was war passiert? Die Polizei übte mit ihren Sprengstoff-Suchhunden und an einem Schließfach schlugen die Hunde an. Das Schließfach wurde geöffnet und der Inhalt inspziert, ein Laptop, einen Rasierapparat sowie Waschutensilien. Also keine Bombe und nichts Explosives. Eigentlich sollte man annehmen, dass es damit erledigt sein sollte und man dem Besitzer vielleicht ein Nachricht hinterlässt warum die Sachen inspiziert wurden. Weit gefehlt, denn vorsorglich wurde der Inhalt dennoch zerstört.

An dieser Stelle muss man einfach die Frage stellen, wie bescheuert man eigentlich sein muss um so zu handeln? Man zerstört also absichtlich Eigentum von unbescholtenen Bürgern um was zu erreichen? Sicherheitsgewinn? Showeffekt? Abschreckung, dass auch ja keiner sein Gepäck unbeaufsichtigt hintelegt, eben auch nicht in Schließfächern. Als Betroffener würde ich jetzt Schadenersatzforderungen in exorbitanter Höhe stellen, denn so ein Notebbook ist eben nicht so ohne weiteres zu ersetzen, je nachdem wie regelmäßig dieser gesichert wurde kann der ideelle Schaden schon gravierend sein. Und als Betreiber der Schließfachanlage würde ich Anzeige wegen Geschäftsschädigung stellen, denn nach so einem Vorfall sinkt das Vertrauen in die Schließfächer auf den Nullpunkt.

Im Nachhinein wurde dann erklärt, dass die Hunde wohl von dem Geruch der Waschutensilien verwirrt wurden der ähnlich von dem wie Sprengstoff sei. Ist doch was dran an der Duschgel-Werbung die bombastische Wirkung des Duschgels verspricht? 😉

Zum Glück sind die Ordnungshüter nicht überall solche Spezialisten. Hier in Augsburg gab es gestern eine anonyme Bombendrohung in einem Geschäftshochhaus. Eine Bombe hat man zwar nicht gefunden, aber nach der Logik der Mainzer Polizei wäre ja jetzt wohl mindestens die Abrissbirne fällig…

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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