Artikelformat

Die Ausreden der Massenmörder

Heute weckte ein Artikel im Heise Newsticker meine Neugier, denn die Überschrift lautete „Drohnenkrieg: USA veröffentlichen Rechtfertigung für außergerichtliche Tötung„. Also war ich gespannt auf die Darstellung aus amerikanischer Sichtweise, denn es könnte ja sein, dass unser aller Moralempfinden total dejustiert ist und das Thema einfach nur „richtig kommuniziert“ werden muss damit wir verstehen warum das Ermorden von unschuldigen Menschen „richtig“ ist.

Doch bereits beim Intro des Artikels überfällt mich das kalte Grausen. Denn es geht keineswegs um die generelle Rechtfertigung für das Morden via Drohne, sondern nur um die Tötung von US-Bürgern durch Drohnen, etwas das laut Artikel für Anwar Al-Awlaki und sienen 16-jährigen Sohn zutrifft. Die Tausende Menschen die von Drohnen ins Jenseits befördert wurden und dummerweise für sich nicht reklamieren können „US-Citizen“ zu sein werden hier einfach ignoriert, so als wäre die USA die neue „Herrenrasse“ und alles was nicht USA ist stellt minderwertiges Leben da und hat per definition keinerlei Rechte die irgendwen in den USA interessieren würden.

Um die Tötung eines US-Citziten zu rechtfertigen holt man nun weit aus:

Erklärt werde aber, dass al-Awlakis Verbindung zu Al-Quaida ihn für die US-Regierung in den Anwendungsbereich der juristischen Grundlage für den Afghanistan-Krieg gebracht habe

Um also einen US-Amerikaner zu beseitigen dichtet man ihm erst mal eine Verbindung zu Al-Quaida an und hat damit sofort den Persilschein ausgestellt, um ihn irgendwo auf der Erde per Drohne ins Jenseits zu befördern. Irgendwelche Beweise die einer gerichtlichen Prüfung standhalten würden braucht  es dazu nicht, es reicht aus ihn als „Islamisten“ zu titulieren und schon hat er sämtliche Menschenrechte verwirkt. Eben wie „die Anderen“ die eben zufällig im Drohneneinsatzgebiet leben und deren Verhaltensmuster in irgend ein Schema passt das man auch „dem Feind“ andichten kann.

An dieser Stelle sollte man sich auch noch mal erinnern, wie denn der Afghanistan-Krieg der hier als Rechtfertigung herangzeogen wird begründet wurde. Soweit ich mich erinnern kann hat die Regierung unter George W. Bush damals als offizielle Begründung für den Angriff auf die Taliban deren Weigerung Osama bin Laden an die USA auszuliefern genannt. Nun, wenn jemand keine Gewalt über den Auszuliefernden hat ist es natürlich etwas schwierig so eine freundlich formulierte Forderung zu erfüllen. Aktuelles Beispiel sind z.B. die angeblich von Palästinensern entführten Jugendlichen in Israel, ein hervorragender Vorwand um im Stile eines George W. Bush einfach mal kräftig gegen den ausgemachten Feind Militäroperationen zu starten, ganz egal ob dieser tatsächlich dessen schuldig ist was man ihm vorwirft oder nicht.

Die USA hat also in Afghanistan einen Krieg angezettelt der an und für sich schon völkerrechtswidrig war und benutzt diesen nun als Vorwand um ihren Massenmord per Drohne zu begründen. Und was tun unsere Politiker angesichts dieser Kriegsverbrechen die „unser transatlantischer Freund“ verübt, zum Teil sogar mit deutscher Unterstützung. Nichts, bzw. sie kriechen noch weiter in das Hinterteil der US-Regierung und lassen sich freudig für die US-Kriegspropaganda einspannen, allen voran der Darsteller des Bundespräsidenten der lieber für den Krieg wirbt als sich als Theologe auf den Wert es Friedens zu besinnen. Da kann man sich eigentlich nur noch angewidert abwenden…

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.