Die den Hals nicht vollbekommen

Gerade vorhin hat Heise einen Artikel veröffentlicht demzufolge Verlage ihren Käufern verbieten können gebauchte eBooks zu verkaufen. Angeblich wäre ein Gebraucth-eBook-Markt nicht im Interesse von Autoren, Verlagen, Händlern und Käufern. Die ersten drei mag ich ja noch verstehen, aber als Käufer stelle ich mir schon die Frage, warum ein Markt für gebrauchte eBooks nicht in meinem Interesse sein sollte.

Wenn ich also jetzt den neuesten Schmöker eines Autors als eBook kaufe, dann darf ich ihn lesen und wenn ich mit dem Lesen fertig bin, dann habe ich keinerlei Weiterverkaufsrechte mehr daran. Wenn ich also die Printausgabe kaufe, dann kann ich die ohne weiteres gebraucht weiterverkaufen, bei der elektronischen Ausgabe wird mir das gesetzlich verboten. Mal ganz abgesehen davon, dass viele der Schmöker ja eh mit DRM verseucht sind, mir also auch technisch die Möglichkeit zum Weiterverkauf des gebrauchten eBooks gar nicht gegeben ist.

Aber selbst Bücher ohne DRM kann ich nun zwar lesen, aber eben nicht mehr weiterverkaufen. Denn das würde den eBook-Primärmarkt ja so was von schädigen. Weil es ist ja auch eine riesige Aufgabe, eBooks in der Druckerpresse herzustellen, oder. Der Inhalt liegt in der heutigen Zeit sowieso digital vor, Dinge wie Lektorat bedeuten für das eBook keinen echten Mehraufwand und das Aufbereiten des Inhalts in eine eBook-Reader-Format kann heute jeder etwas intelligentere Taschenrechner machen. Und man geht auch kein Risiko ein, dass man tausende von eBooks druckt die dann auf Halde liegen und vergammeln. Dafür kann man den Preis festlegen wie man will und oft ist dieser nur unwesentlich niedriger als bei der gedruckten Version des Buches.

Es ist ja nun nicht so, dass ich tatsächlich eBooks verkaufen wollen würde, meine Fachbücher habe ich gerne vorrätig und wenn die mal veralten will sie eh keiner, also ab ins Nulldevice was umweltschonender ist als das Wegwerfen von Printausgaben. Fragt nicht wieviel Buchmeter dieses Jahr bei meiner Renovieraktion in die Papiertonne gewandert sind weil sie veraltet waren.

Und Schmöker, ja, da gäbe es vielleicht schon ein paar die man verkaufen würde weil man eben nicht so begeistert davon ist. Wobei man ein schlechtes Buch eher wegwerfen sollte, denn es hat einem Zeit geraubt und durch die Weitergabe würde man einem Mitmenschen auch Zeit rauben.

Aber diese Dreistigkeit mit der die Buchverleger ihre Profite sichern wollen hat schon einen sehr bitteren Beigeschmack. Da wünscht man sich, dass diese gierigen Proftigeier bald aussterben.

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Ein Gedanke zu „Die den Hals nicht vollbekommen

  1. Naja, „die“ versuchen es halt, wie jene, die gekaufte Musik an ein Gerät binden, den Käufer zu bevormunden.

    Da kaufe ich mir lieber eine CD oder ein Papierbuch und bin Herr meiner Entscheidungen. Das kann ich dann sogar verleihen, ohne mich strafbar zu machen!

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