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Sollbruchstelle?

Gestern abend hatten wir noch einen sehr verzweifelten Sohn, denn sein PC-Lenkrad wollte plötzlich nicht mehr lenken. Zunächst dachte ich, er hätte wieder in irgendwelchen Konfigurationsmenüs gespielt und sich dabei die Konfiguration des Lenkrads zerschossen, aber ein Test mit dem Kommandozeilentool „jstest“ (aus dem Paket „joystick“) zeigte dann schnell, dass die Lenkachse des Lenkrades tatsächlich tot war.

Heute habe ich das Ding dann mal aufgeschraubt und nachgesehen, was verkehrt ist. Zum Entfernen des Gehäusebodens muss man hier 10 Schrauben rausdrehen, 4 davon sind sofort sichtbar, die anderen 6 verbergen sich unter den Gummifüßen die man erst mal abhebeln muss. Da sie geklebt sind geht das relativ einfach und danach kommt man problemlos an das Innenleben des Lenkrades. Das sieht dann so aus:

LenkradHier sieht man dann schön das Potentiomenter welches vom Lenkrad über ein kleines Plastikgetriebe bewegt wird. Und man sieht auch gleich das Problem, von den drei Leitungen die eigentlich am Potentiometer angeschlossen sein sollten hingen zwei in der Luft:

bruchstelleDamit ist klar, warum die Bewegungen des Lenkrades nicht mehr korrekt übermittelt wurden. Aber dank Elektronik-Lötstation in meinem Werkzeug war das natürlich problemlos zu reparieren. Ein kurzter Test an meinem PC zeigte dann auch, dass das Lenkrad wieder funktioniert. Damit haben wir uns ungefähr 30 € für ein Ersatz-Lenkrad gespart. Aber was machen Leute, denen das passende Werkzeug und wissen fehlt? Und warum war die Lötstelle der Kabel so lausig ausgeführt, dass die sich bei normaler Benutzung dann löst? Immerhin ist auf der Leitung eigentlich keine besondere Zugkraft welche einen Bruch erklären würde.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

1 Kommentar

  1. Carsten Kettner

    08/09/2014 @ 08:03

    Solche Phänomene sind nicht ganz ungewöhnlich. Glücklich derjenige, der ein Händchen hat und selbst Reparaturen durchführen kann. Dennoch ist dies alles unter geplanter Obsoleszenz abzuhaken. Eigentlich ist das vorsätzliche Umweltverschmutzung und Energievergeudung solch schrottiges Zeug auf den Markt zu werfen. Leider gibt es hierzu keine Sanktionsmöglichkeiten.