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Servicewüste mal wieder

Meine Frau hat seit etwa einem Jahr ein Lenovo Android Tablet A3000H. Das Ding war günstig bei Amazon zu besorgen und ist an und für sich auch ganz nett, allerdings hat es eine Eigenart die fürchterlich nervt. Die Android-Entwickler bei Lenovo haben den Speicher des Tablet so dämlich partitioniert, dass für Apps nur knapp 1 GB an „Plattenplatz“ zur Verfügung steht. Nachdem sich im Laufe der Zeit immer mehr nette Apps gefunden haben die genutzt werden wollen ist das mitllerweile ein hartes Limit und Abhilfe wäre dringend nötig. Also habe ich mal mein Glück beim Herstellersupport versucht.

Den kann man entweder anrufen unter einer 01805-Nummer für 14 Cent pro Minute oder über ein Webformular sein Problem schildern. Das habe ich versucht und bin schon an der Eingabe der Seriennummer gescheitert. Erst mal im Androiden die Seriennummer zu finden ist etwas, das nicht wirklich irgendwo sauber dokumentiert ist. Aber egal, wir haben die Seriennummer, 2 Buchstaben und 6 Zahlen. Wenn ich die aber in das Support-Formular eingebe, dann bekomme ich nur den blöden Hinweis, dass diese Seriennummer falsch ist.

Also gehen wir eben mal den unkonventionellen Weg und tarnen unser Problem als Kundeninteresse an einem Produkt, da braucht man nämlich keine Seriennummer und kann via Web-Formular eine Mail schicken. Dort habe ich mein Problem mit der Seriennummer geschildert und auch das eigentliche Problem mit der sehr suboptimalen Partitionierung. Mittlerweile habe ich eine Antwort die von der Medion AG kommt welche hier in Deutschland wohl den Endkunden-Support für Lenovo machen darf.

Zum Thema Seriennumnmer lese ich da dann (Seriennummer verfälscht):

Die Seriennummer Ihres Tablets HB###### ist nicht eindeutig. Für eine eindeutige Identifizierung wäre noch der Machine-Type des Gerätes notwendig.

Danke auch. Und wie bitteschön gebe ich das in eurer bescheuertes und unkommentiertes Seriennummer-Textfeld ein? Meine Lebenszeit ist zu kostbar um hier alle möglichen Permutationen zu probieren. Das lässt für mich eigentlich nur den Schluß zu, dass über diesen Kanal wohl keine Support-Anfragen da aufschlagen, weil keiner ohne das entsprechende Insiderwissen diese Hürde meistern kann.

Aber egal, mir ging es ja eigentlich mehr um die Frage, ob man die Partitionierung so ändern kann, dass der Flsah-Speicher eben komplett zur Verfügung steht. Da ist die Antwort ebenso hochmotiviert:

Die Partitionierung des Tablets kann nicht geändert werden.

Ja. Seltsam nur, dass ich in englischen Lenovo-Foren genau von diesem Problem lese und davon, dass es wohl Firmware-Versionen geben soll welche das geradeziehen bzw. das Gerät eingeschickt werden kann um dann einen Factory-Reset mit optimierter Partitonierung zu erhalten. Bedeutet zwar, dass man erst mal seine Daten sichern muss und hinterher ein wenig Arbeit mit dem Restore hat, aber wenigstens könnte man dann mit dem Ding noch vernünftig arbeiten.

Dann muss ich mal alternative Wege suchen. Eine Möglichkeit die wir mal ausprobieren werden ist Link2SD das vielleicht besser die Apps „schieben“ kann als es die Funktion kann welche das Tablet von Haus aus anbietet. Da sehen wir nämlich keine deutliche Verbesserung der Situation.

Tja, und das nächste Tablet das bestimmt früher oder später angeschafft werden wird werden wir eben mal wieder von einem anderen, möglicherweise kundenfreundlicheren Hersteller kaufen. Gibt ja zum Glück noch ein paar Mitbewerber.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

2 Kommentare

  1. Da ich ein Samsung Tab habe und meine Tochter ein Huawey Smartphone, bin ich immer noch auf der Suche nach einem „Aufräumprogramm“, um Datenmüll zu entfernen (und Cleanmaster ist keine Lösung, sondern macht das Problem nur schlimmer). Denn in kürzester Frist liegt die CPU-Auslastung bei über 80 % und höher und die Dinger hängen sich einfach auf.

    Und hier ist nun meine Lebenszeit zu kostbar, als dass ich das Problem lösen könnte. (Ich „darf“ mich leider mit zu vielen Ämtern beschäftigen, die mir erklären was Eltern von behinderten Kindern noch so alles leisten können müssen 🙄 *Sarkasmus off*)

    Selbst auf Werkseinstellung zurücksetzen und nur 2 – 3 Apps’s installieren bringt keine Abhilfe. Weil man die vorinstallierten Dinger, die keiner braucht einfach nicht löschen kann und auch den Zugriff auf Netz und/oder CPU Kapazitäten nicht beschränken oder stoppen kann (also ich einfacher User jedenfalls nicht *seufz*).
    Also auch in keinster Weise besser oder gar kundenfreundliche Handhabung.

  2. Carsten Kettner

    26/09/2014 @ 09:09

    Die eingeschränkte Nutzbarkeit muss man doch unter Marketing-Gesichtspunkten betrachten: Die Unternehmen haben doch gar kein Interesse, dass die Tablets länger als 1 bis zwei Jahre in Gebrauch sind. Die User sollen doch die aktuellen Geräte kaufen. Was liegt also näher, als die vorhandenen Alt-Geräte mit Absicht auf Dauer unbrauchbar zu machen und die Verbraucher auf die neuesten Spielzeuge aufmerksam zu machen?
    Für mich ist das geplante Obsoleszenz.
    Das kann man mitmachen, muß man aber nicht. Nach der ersten Euphorie mit einem Acer-Tablet, spare ich meine Lebenszeit dadurch, dass ich einen Bogen um diese Geräte mache. Ich muß nicht ständig und überall ins Internet – und mir fehlt nichts.