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Sag mir wo das Geld hingeht

Gestern abend fiel mir eine Frage im Zusammenhang mit der Situation in Griechenland ein auf die ich bislang noch keine zufriedenstellende Antwort gefunden habe. Es geht um die diversen Meldungen zur Krise die besagen, dass den Griechen das Bargeld ausgeht und bestenfalls noch für ein paar Tage reichen wird.

Da regte sich mein Unterbewusstsein und legte dezent Widerspruch ein. Wir alle kennen den schlauen Spruch wenn man als Kleinanleger an der Börse abgezockt wurde:

„Ihr Geld ist nicht weg, das hat jetzt nur ein anderer.“

Auch wenn viele von uns die Situation kennen, dass am Ende vom Geld noch eine Menge Monat übrig ist, so ein Problem unseres individuellen Haushaltes. Aber wie der Spruch oben sagt, das Geld hat sich nicht in Luft aufgelöst, es hat jetzt jemand anderes, also z.B. der Vermieter, das Elektrizitätswerk, der Supermarkt und so weiter. In einer makroökonomischen Betrachtungsweise wechselt das Geld den Besitzer, aber es ist immer noch da. Wenn es aber gefühlt „weg“ ist, dann bedeutet das nichts anderes, als dass irgendwer dem Wirtschaftskreislauf aktiv Geld entzieht.

Die Aussage, dass das Geld nach ein paar Tagen weg ist und man ständig neues in das System pumpen muss ist in etwa so wie wenn ich täglcih den Wasserkreislauf in der Zentralheizung auffüllen müsste weil der Wassserdruck gefährlich abnimnmt und die Heizkörper nicht mehr voll sind. Das wäre für mich der Anlass sofort nach dem Leck zu suchen durch welches das Wasser in so großer Menge abfließt.

Wer sucht in Griechenland nach dem Bargeld-Leck? Wer entzieht dem Patienten „griechische Wirtschaft“ einem Aderlass gleich ständig das Blut (aka Geld) welches er zum Leben braucht? Ich weiß es nicht, denn Volkswirtschaftslehre war nie meine Stärke, aber als Techniker würde ich gerne verstehen, wie so etwas bei einem relativ geschlossenen System passieren kann.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

2 Kommentare

  1. Ob die die ganze Zeit von Bargeld (Reserven) sprechen?

    Und das könnte tatsächlich sein, dass die Griechen das Geld abheben, und dann nur noch in den Haushalten behalten.

    DAS bedeutet, dass die Banken effektiv kein (Bar)Geld mehr haben und entsprechend auch nicht mehr wirtschaften können.

    Dann können sie auch keine Überweisungen ausführen. 💡

    Der harte Euro in der Hand des kleinen Mannes ist mehr wert als Zahlen auf dem Papier.

    Und an den Papierzahlen fehlt es.

    Und ehrlicherweise, jeder, der derzeit Bargeld bekommt, wird es nicht auf die Bank bringen. Denn er weiß ja nicht, wann irgendwer von den EU-Staaten bereit ist, hier etwas zu tun. Mit papiernen Zahlen kann man dort derzeit kein Brot kaufen.

  2. Naja, Griechenland importiert wesentlich mehr als exportiert wird. Mit dem näherrücken des 30. Juni waren viele Firmen ausserhalb Griechenlands dazu übergegangen Ware und Leistungen nur noch gegen Cash an Griechenland (Staat, Firmen) zu verkaufen. Jetzt ist das Problem eines drohenden „Grexit’s“ akut, das im Umlauf befindliche Geld wandert von den Bürgern in die Firmen (Lebensmittelgeschäfte, Energiesektor usw), die wiederum so im Ausland Ware einkaufen können.
    Weil der Staat seinen Verpflichtungen nur noch mehr schlecht denn Recht nachkommen kann (Beispiel Gesundheitswesen: KK-versichert ist nur der, der in einem Angestelltenverhältnis steht oder sich selbst drum kümmert. Bei einer Arbeitslosenquote kommen da immer weniger Gelder rein->es können immer weniger Medikamente gekauft werden) wird das in immer mehr Bereichen zu einer immer schneller drehenden Abwärtsspirale.
    Das wäre mein naiver Versuch zu erklären weshalb der Geldkreislauf in Griechenland immer mehr zusammenzubrechen scheint.