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Blick zurück nach vorn

Schon lange nichts mehr hier geschrieben. Das Jahresende bringt es leider mit sich, dass ich als armer Vereinsvorstand immer arg beschäftigt mit anderen Dingen bin. Trotzdem möchte ich aber jetzt mal was gegen diese Leere tun und habe lange gegrübelt, wie ich meine Schreibblockade überwinden kann. Also nicht nur die durch Überbeschäftigung verursachte, sondern auch die Leere im Kopf die mit dem Gedanken „Interessiert doch eh keinen“ einhergeht. Und nachdem ich bei meiner Bloggerkollegin Julia deren Jahresrückblick gelesen habe, kam mir die Idee, auch einen Jahresrückblick zu schreiben. Aber keinen Rückblick auf 2015, sondern einen vorausschauenden Blick nach 2016. Sozusagen ein kleiner Zukunftsroman…

Pünktlich zum 1. Januar startet das Projekt „Abnehmen“, genauso wie schon in den vergangenen unzähligen Jahren.  Die ganzen im Überschwang der Weihnachtsstimmung eingekauften Packungen an Lebkuchen und Christstollen sind endlich gegessen und nun können wir frohen Mutes in eine leichte Zukunft blicken, denn die Waage zeigt bedenklich hohe Zahlen an. Wenn doch mein Gehalt genauso flott steigen würde wie mein Gewicht zur Weihnachtszeit.

Ende Januar kommt so richtig Streß bei meinem Ziel, jeden Monat einen Roman zu lesen auf. Dummerweise lese ich seit Dezember 2015 das Buch „Die Hyperion-Gesänge“ von Dan Simmons und was bei Kobobooks nicht erwähnt wurde ist, dass das ein 1400-Seiten-Schmöker ist wenn man ihn in der Print-Version kauft. Aber egal, werde ich eben noch mehr Seiten jeden Abend vor dem Schlafengehen lesen.

Im Februar sind die Narren unterwegs. Denn immerhin ist bereits am 9. Februar schon Faschingsdienstag. Da meine Firma weitgehend spaßbefreit ist und wegen des total überraschend stattgefundenen Weihnachtsfestes vor 6 Wochen viel Arbeit liegen geblieben ist nutze ich die Zeit an Rosenmontag und Faschingsdienstag um mal eine Menge Arbeit zu erledigen. Ende Februar bauen wir die Gartenmöbel wieder auf, da es ja bis heute noch nicht geschneit hat wird wohl der Winter in diesem Jahr ausfallen.

Am zweiten Samstag im März wollen mir plötzlich eine Menge Leute die Hände schütteln und zur Schnapszahl gratulieren, dabei trinke ich seit diesem Jahrtausend gar keinen Alkohol mehr. Und was nützt mir die große Zahl wenn der Eintritt in die Rente noch elfeinhalb Jahre in der Zukunft liegt. Mein im Januar gestartetes Projekt ist auch noch nicht so richtig auf Erfolgskurs, ich kämpfe noch mit dem Winterspeck obwohl der Winter klimatechnisch ja gar nicht so richtig stattgefunden hat. Als Motivation für mehr sportliche Betätigung bekommt unser Sohn ein neues Fahrrad und ich nehme mir fest vor, mit ihm ein paar große Radtouren zu machen.

Im April feiere ich mit meiner Liebsten 1000 Jahre Ehe, zumindest wenn man die Zahl im Binärsystem hinschreibt. Der nicht zu vergessende Hochzeitstag ist der 10. April (diesmal in dezimal). Ein weiteres Jubiläum steht am 23. April an, da jähren sich meine Versuche mit der Bassgitarre zum ersten Mal. Nach einem Jahr auf den dicken Saiten bin ich mit dem Lernfortschritt nicht wirklich zufrieden, weiß aber, dass mehr im Selbststudium des Instrumentes vielleicht nicht drin ist.

Der Wonnemonat Mai wird für mich ein sehr arbeitsreicher Monat. Der Garten braucht dringend Zuwendung und Pflege. Zum Glück ist das Wetter gut und Gartenarbeit ist als körperliche Arbeit meinem Abnehmprojekt sehr zuträglich. In der Firma wird hingegen gerade mächtig genervt, dass wir doch bis zur Jahresmitte endlich unseren Jahresurlaub geplant haben solllen. Also ob ich das heute schon wüsste.

Der Juni wird wieder unerträglich heiß. Ich bin froh um mein Arbeitszimmer im Keller denn da ist es auch an den heißen Tagen noch relativ kühl. Und nach vielen Monaten des Schreibens bin ich nun endlich mit dem „Handbuch für Vereinsarbeit“ fertig das ich ja angefangen habe um irgendwann mal als Vereinsvorstand in Rente gehen zu können.

Der Juli beginnt mit der Halbjahresbilanz und der ernüchternden Erkenntnis, dass die Preise wieder schneller steigen als mein Gehalt. Diverse ungeplante Ausgaben haben ein tiefes Loch ins Budget gerissen. Aber gut, bin ich mal froh solange ich überhaupt noch einen Job habe. Von den Kollegen in Paderborn sind die schon weg die vorzeitig einen neuen Job gefunden haben und die anderen harren noch bis Ende September aus bevor der Standort endgültig geschlossen wird.

Der August ist für Augsburger relativ arbeitnehmerfreundlich. Die Feiertage 8. August und 15. August fallen auf einen Montag. Stefan möchte zum Opa nach Italien gefahren werden. Unser Auto ist mittlerweile 10 Jahre alt und wir überlegen, ob wir noch in die Instandhaltung investieren sollen oder gleich das finanzielle Wagnis eines Neuwagenkaufes eingehen sollen. Die Klimanlage ist ja schon seit einem Jahr defekt und bei der Hitze ohne Klimaanlage nach Italien könnte auch recht schweißtreibend werden.

Mitte September sind die Schulferien in Bayern endlich vorbei. Der Ausnahmezustand ist also beendet und wir hoffen auf nervliche Erholung wenn die Kinder wieder in der Schule sind. Die letzten Ferienwochen waren die Hölle.

Im Oktober feiert Anna ihren Geburtstag. Nur noch zwei Jahre, dann ist sie volljährig. Und ich frage mich wo die Zeit geblieben ist als sie noch das liebe Mädchen war, das immer bei uns bleiben wollte. Ein kleines Erfolgserlebnis habe ich bei meinem im Januar gestarteten Abnehmprojekt. Das Gewicht ist jetzt wieder zweistellig. Das Problem ist, das die alten Klamotten nun recht weit sind. Aber das können wir bestimmt irgendwie lösen.

Der November kommt und mit ihm der Geburtstag von Stefan. 14 Jahre ist der Junge jetzt alt und mittlerweile ist er voll im Stimmbruch. Das hört sich sehr seltsam an. Zu seinem Geburtstag gab es den üblichen Besuch in der Pizzeria, was mein Abnehmprojekt auf eine harte Belastungsprobe stellt. Zugleich fängt der Streß mit den Weihnachtsgeschenken wieder an. Ich werde wieder gelöchert, was ich mir zu Weihnachten wünsche, dabei bin ich doch

Anfang Dezember sind alle Weihnachtsgeschenke besorgt. Und wir schicken unsere Weihnachtspakete jetzt noch früher nach Italien, man weiß ja nie wie lange die italienische Post wieder braucht um das Paket dort abzuliefern wo es hin soll.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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