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Rechtsüberholer

Der Januar dieses Jahres bietet leider neue Tiefpunkte auf der politischen Bühne. Das weiterhin heftig diskutierte Thema ist das der Flüchtlinge und die AfD wühlt sich im braunen Schlamm. Ihre Vorsitzende Petry hat doch tatsächlich öffentlich gefordert, dass man die deutschen Grenzen auch mit Schußwaffen verteidigen müsse. Nein, ich verlinke das nicht, aber ihr werdet es finden wenn ihr danach sucht.

Vor noch 6 Monaten wäre so eine Äußerung bestenfalls von einem bekloppten AfD-Anhäger gekommen, der aber dann gleich von der Parteispitze als „spricht nicht für uns“ zurückgepfiffen worden wäre. Jetzt jedoch kommen solche Parolen direkt aus der Spitze dieser „Partei“ und statt zurückzurudern bekräftigt die Vize Frau von Sturch dann auch noch lautstark dass sie auch auf Frauen und Kinder schießen lassen würde um die deutschen Grenzen zu verteidigen.

Na bravo. Wie tief kann man eigentlich noch sinken. Fangen jetzt die Verteilungskämpfe an um das letzte Quentchen Lebensstandard das diese Nazi-Brut (sorry, was anderes fällt mir da nicht mehr ein) nun bedroht sehen. Ja, ich vestehe ja, die AfD-Enthusiasten sind ja schon zu kurz gekommen als damals das Hirn verteilt wurde und auch als die demokratischen und sozialen Grundwerte definiert worden waren sie wohl gerade auf dem Klo. Ok, kann passieren, aber diese Grundwerte könnte man nachlesen und reflektieren, aber das würde natürlich erst mal wieder Hirn erfordern. Deadlock, kein Entrinnen aus dieser Falle.

Erschreckend ist es aber für mich dann wirklich, wenn ich in den Nachrichten auch noch hören muss, dass dieses Gesocks nun die drittstärkste Partei ist. Aber hallo, deja-vu irgendwer? Wählen wir uns wieder neue starke Führer an die Macht so wie 1933 die dann Europa wieder in Schutt und Asche legen wollen?

Dieses Absacken in den braunen Sumpf bei der AfD hat aber auch noch ganz andere Nebenwirkungen die man bedenken muss. Vergleichen mit den abstrusen Forderungen der Frau Petry sieht dann der Brandbrief eines Horst Seehofers plötzlich relativ gemäßigt aus. Nennt man „Kontrastprinzip“. Obwohl auch der Bayerische Ministerpräsident ins gleiche populistische Horn stößt, nur will er halt noch nicht auf Flüchtlinge schießen lassen sondern beharrt bei den Obergrenzen die aber nicht realisierbar sind, zumindest wenn wir uns an bestehende Gesetze und einen gewissen moralischen Grundkodex halten wollen. Wofür stand nochmal das „C“ in CSU? Christlich scheint mir diese Politik jedenfalls nicht zu sein.

Und auch das Gejaule um die Kosten der Flüchtlingskrise kann ich nicht mehr hören. Wir sind stolz auf unseren Exportweltmeister und der Platzierung bei den Rüstungsexporten, dann müssen wir aber auch erkennen, dass auch hier Newton’s Axiom „Action = Reaction“ Gültigkeit besitzt. Wenn wir weiterhin Krieg und Gewlat exportieren und weiterhin in den Arsch von Möchtegerndiktatoren kriechen weil sie uns vorübergehend „nützlich“ sein können, dann werden wir eben auch weiterhin Flüchtlingsströme generieren. Punkt.

Und hey, die Kosten. Schätzungen für 2015 schwanken zwischen 20 und 30 Milliarden. Wieviel Geld kosten uns die Bundeswehreinsätze weltweit? Oder was sind schon 30 Milliarden vergleichen mit der Bankenrettung. Als damals die private Mittelstandsbank IKB ins Trudeln geriet hatte der damalige Finanzminster Peer Steinbrück keinerlei Probleme, der Bank mal schnell 10 Milliarden zu geben ohne lang deswegen im Bundestag darüber debattiert zu haben. Also genauer gesagt gar nicht. Ging wohl aus der Portokasse des Finanzministeriums. Als dann die Bankenkrise größere Dimensionen annahm weil man aus solchen Hilfspaketen sofort lernte „Weiter wie bisher, die Politik zahlt im Ernstffall“ mussten wir mal schnell 480 Milliarden Euro aus dem Hut zaubern um die Banken zu retten. Wenn wir von einem Bundeshaushalt in Höhe von 300 Milliarden ausgehen, dann ist das mehr als eineinhalb Bundeshaushalte. War aber innerhalb kürzester Zeit abgesegnet und wir nennen das ja auch nicht „Schulden“ oder „Kosten“ sondern „Sondervermögen“. So, und schwupps waren die Banken gerettet, haben wieder nix daraus gelernt und das „Wir müssten mal die Finanzmärkte regulieren“ war nicht mehr als ein Lippenbekenntnis das nie wirklich umgesetzt wurde.

Unkontrollierte Finanzmärkte haben aber sicher auch ihren Anteil an der Erzeugung von Flüchtlingen. Wenn der afrikanische Bauer sein Geflügel nicht mehr verkaufen kann weil er mit den Preisen der Abfälle die wir noch gewinnbringend dorthin exportieren nicht mithalten kann und dann die Flucht nach vorne, also zu uns ergreift, dann beschimpfen wir ihn als „Wirtschaftsflüchtling“. Bingo, aber was soll er denn machen? Sterben damit unsere Profite schön hoch bleiben?

Und gleichzeitig lernten wir diesen Monat, dass 62 Leute genausoviel besitzen wie die Hälfte der Weltbevölkerung. Das System ist kaputt und muss dringend repariert werden. Aber dazu braucht es bei Gott keine solchen radikalen Idioten wie die AfD und andere Paranoiker.

 

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

2 Kommentare

  1. Hallo Rainer

    Ketzerisch wie ich manchmal bin mit einer Prise schwarzen Humor gewürzt würde ich Frau Petris Vorschlag ja schon fast annehmen. Allerdings unter der Prämisse, dass zuerst Zielübungen an allem Braunen vorgenommen werden, um die Treffsicherheit gewährleisten zu können. Soll ja niemand leiden müssen. Das dauert ein bisschen und bis die Treffsicherheit dann da ist, gibt es auch niemanden mehr der den Abschuss von Flüchtlingen fordert. Ich würde sagen: zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen 🙂

    Ich sehe bei dem Thema „Flüchtlinge“ viel Hilflosigkeit, Ratlosigkeit und zugleich Gefahren wie auch Chancen. Meiner Meinung nach kommt die Flüchtlingswelle nicht von ungefähr sondern ist vorallem dem politischen Unvermögen / der Wirtschaftshörigkeit der Politik in der EU und USA geschuldet und ein Resultat dessen.

    Warum geht es uns in Europa, im weltweiten Vergleich gesehen so gut? Weil wir zielstrebig sind? Weil wir es verstanden haben die Situation zu unserem Vorteil zu nutzen? Ja, aber vorallem nein. Uns mit 800 Millionen Bewohnern in Europa geht es vorallem so gut, weil es einem Grossteil der Menschen der Welt so richtig dreckig geht. Jeder Bürger der EU hat einige Grundrechte wie: Dach über dem Kopf, zu Essen, zu trinken, im Notfall medizinische Grundversorgung, Jetzt bin ich der böse und schreibe: uns geht es in Europa sehr gut.
    Naja, den letzten Satz hätte ich zumindest vor 20-25 Jahren noch so geschrieben. Denn mittlerweile reicht das Auspressen des Grossteils Weltbevölkerung scheinbar nicht mehr um die Pfründe des eilitären Zirkels der vielleicht 10’000 Familien zu sichern. Nun sind auch wir langsam dran (Riesterrente „brauchst Du, sonst bist Du im Alter bettelarm“-> aber das mit oder ohne Riestern, HartzIV usw. usf.). Irgendwo hatte ich mal gelesen „Eine Gesellschaft kann man daran messen, wie sie mit ihren Ärmsten und Geschwächtesten Mitmenschen umgeht“… Und da sieht es mittlerweile zappenduster aus.

    Die jahrhunderte dauernde Ausbeutung der Menschen in der „dritten Welt“ wurde in den letzten Jahrzehnten beschleunigt. Oh, ich weiss um diverse Projekte, die lobenswert sind (Max Havelaar zum Anfang, mittlerweile…, oder der Gedanke von FairTrade). Im Grossen und Ganzen verbessert sich aber für den Grossteil der Menschen nichts, im Gegenteil, man opfert der Gewinnmaximierung wegen die Menschlichkeit, verstösst gegen Gesetze und treibt immer mehr Menschen in die Armut.

    Beispielsweise Hühnchenzucht in Kenia… Das war eine lange Tradition, die ganze Dörfer in Kenia ernährte, den Handel mit anderen Dörfern ankurbelte und bis vor 10 Jahren einen bescheidenen Wohlstand ermöglichte. Irgendwann kam man in Brüssel auf die Idee, den hungerleidenen Bevölkerung in Kenia helfen zu müssen und beschloss, minderwertige Teile von Hühnchen gefroren nach Kenia zu schippern. Eine Win-Win-Situation wie man meint… Mitnichten… Die Schlachterbetriebe erhalten EU-Gelder damit sie die Reste der Hühnchenproduktion einfrierern, die Transportunternehmen kriegen EU-Geld, das die Ware gefroren in Kenia ankommt und sogar die Verkaufsgeschäfte kriegen EU-Gelder, damit die Tiefkühltruhe die Ware schön kühlt. Und für den durchschnittlichen Kenianer muss der kulinarische Hochgenuss auch noch erschwinglich sein, was weitere EU-Gelder ermöglichen. Die relativ kurzfristige Konsequenz dieser tollen Hilfe:
    die Anzahl der Bauern die Hühnchen züchten hat sich innert 2 Jahren mehr als halbiert, in Kenia können sich immer mehr Menschen kein echtes Hühnchenfleisch am Stück mehr leisten sondern dürfen sich mit den TK-Schlachtabfällen abgeben. Ich war 2001 selbst in Kenia im Urlaub und hatte einige Kontakte aufgebaut die bis heute existieren. Man war schon alles andere als begeistert als die EU-Pläne dort bekannt wurden, dachte aber nicht an die weitreichenden Konsequenzen.

    Beispielsweise „freier Zugang zu Trinkwasser“… Ist laut UNO ein Menschenrecht. Da gibt es einen grossen Lebensmittelkonzern, der hat das irgendwie so nicht mitbekommen oder er scheint auf dem Ohr taub zu sein. Anders kann man es nicht erklären, weshalb dieser Konzern die Wasserrechte von Gebieten aufkauft um dann das Wasser in Flaschen abzufüllen und teuer zu verkaufen. So teuer, das die jeweilige einheimische Bevölkerung sich dieses Luxusgut „Trinkwasser“ nicht leisten kann. Oh… Fairerweise muss man schreiben: die einheimische Bevölkerung hat immer noch Zugang zu ihrer Quelle… So irgendwie… Ein Wasserrohr, aus dem ein Rinnsal tröpfelt. Respekt!

    Da gäbe es noch weitere Beispiele aus Afrika, weshalb man Kriege nicht beenden will sondern lieber günstig an Rohstoffen kommt. Die Ironie am Ganzen ist ja, das die Bevölkerung einiger Länder stinkreich wäre, würde man nur mit dem Krieg aufhören, alles in geordnete Bahnen lenken, die Menschen bilden und ausbilden damit sie selbst die Rohstoffe fördern und gewinnbringend verkaufen können. Das will man aber offensichtlich nicht sondern bemüht sich um das Wohlwollen der jeweiligen „Herrscher“, damit man günstig an Rohstoffe kommt und der „Herrscher“ zumindest soviel Geld erhält um seine Macht zu sichern und was fürs Rentenalter auf die Seite zu schieben.

    In Europa wundert man sich ernsthaft über die Flüchtlingswelle? Assad, der Herrscher über Teile von Syrien, den hoffierte man noch vor 10 Jahren in der EU als Vorzeigedemokrat im Nahen Osten. Das die Menschen dort die Schnauze voll haben von Krieg, Mord und Totschlag? Verständlich. Es gibt Nachbarländer wie den Libanon oder Jordanien, die schon Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufnahmen. Die hätten auch ihre Grenzen dicht machen können, sie taten es nicht.
    Sie hofften jedoch auf die Hilfe der Staatengemeinschaft… Auf Gelder aus einem UN-Geldtopf. Der sollte auch einigermassen gefüllt sein. Sollte…. Die Geberländer taten sich schon die Jahre davor schwer ihren Verpflichtungen nachzukommen und ihren Beitrag dort einzuzahlen. Die letzten paar Jahre flossen jedoch fast keine Gelder mehr.
    Nun, in den Flüchtlingscamps mangelt es an allem. Zelte, Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamente… Alles fehlt eben auch weil die Geberländer ihren Beitrag nicht zahlen. Und was macht ein Flüchtling dem man nicht hilft? Er zieht weiter.
    Irgendwann steht er vielleicht in Griechenland, das Land das eh schon mit runtergelassener Hose und nach aussen gekrempelten Hosentaschen dasteht. Das Tafelsilber wurde schon verkauft, FraPort freut sich über die lukrativen Flughäfen Griechenlands und Griechenland selbst kann noch Steine zählen, aber kein Geld mehr.
    Aber der Grieche, der soll jetzt den Flüchtlingsstrom aufhalten? Beklau mal einen nackigen Mann der schon ausgeraubt wurde… Zu Recht und äusserst sarkastisch war die Reaktion von Griechenland auf die Forderungen der EU, die Flüchtlinge aufzuhalten… Was? Sollen wir die vor der Küste absaufen lassen?

    Gut, statt in den UN-Geldtopf einzuzahlen will Merkel jetzt 3 Milliarden Euro zur Flüchtlingsabwehr dem Erdogan in die Hand drücken. Dem Vorzeigedemokrat im Lande von Mustafa Kemal Atatürk. Würde man an seinen Sarg zwei Drähte spannen, man hätte eine schier unerschöpfliche Energiequelle, so muss der angesichts der Geschehnisse rund um Erdogan und der Türkei im Sarg rotieren.

    Man hat es also mit der Flüchtlingshilfe und dem UN-Geldtopf verbockt, also muss Plan B herhalten. Sozusagen wird Deutschlands Freiheit jetzt am Bospurus verteidigt und man macht ein Geschäft mit dem Kalifen von Ankara, wie ich den Herrn Erdogan zu nennen pflege. Jemanden der demokratische Grundwerte mit Füssen tritt, jemanden der das Erbe von Mustafa Kemal Atatürk, die Trennung von Religion und Staat bespuckt und jemandem, der auch mal gerne nicht zwischen IS-Kämpfer und Kurden zu unterscheiden vermag. Der Buchstabe „I“ in IS kommt ja auch vor dem Buchstaben „K“ in Kurde im Alphabet…
    Der also soll die Flüchtlingswelle also aufhalten?

    Ich bin ja fast ein Menschenfreund und verabscheue eigentlich jede Form der Gewalt, aber
    Quizfrage:
    Im Falle von Syrien, weshalb lässt man Assad nicht über die Klinge springen? Ein paar Bomben sollten das richten.
    Macht die USA bei vermuteten Terroristen auch so. Ohne Gerichtsverfahren wird bestimmt wenn man auslöschen will. Dann sitzt jemand mit dem Joystick vor dem Monitor und lenkt eine Drohne ins Ziel. Wenn dann auch mal eine halbe Strassenzeile mit in die Luft fliegt und zig andere Menschen mit ums Leben kommen nennt man das gefühlsneutral und menschenverachtend „Kollateralschaden“.
    Und sollte sich herausstellen, dass der vermeintliche Terrorist keiner war, ja dann war es *schulterzuckend* eine bedauerliche Verwechslung.
    Warum auch auf lange erprobte und in der Regel gut funktionierende Verfahren wie Verhaftung, Gefängnis, Prozess und Verurteilung setzen? Oh, dann würden Firmen wie Lockheed Martin als Drohnenhersteller ja nichts am Krieg verdienen?

    Dem Assad das Licht mit einer Drohne ausknipsen geht aber nicht? Ernsthaft? Aber bei jedem beliebigen Noname-vielleicht-Terroristen , der auch ein Anrecht auf ein faires Verfahren hätte dann schon?

    Quizfrage 2:
    Warum will man nicht endlich die Ursachen, die Menschen erst zu Flüchtlingen machen, bekämpfen?

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das jemand freiwillig seine Heimat verlässt wenn er dort alles hat was er zum Leben braucht und vielleicht sogar noch einen bescheidenen Wohlstand erreicht hat. O.k., Menschen die gezielt auswandern gibt es, auch bei uns. Das ist auch gut so. Das sind aber nicht die Flüchtlinge. Ich stell mir einen syrischen Flüchtling vor, wenn der vor 4 Jahren bei uns bei -18 Grad aufgeschlagen wäre. So etwas wie Cool Runnings, diesmal aber im Ernst… Sieht nicht nur komisch aus, es ist es! Aber nicht, weil der Syrer sich hier lieber den Arsch abfriert statt in Syrien mit einer Kugel „beglückt“ zu werden, sondern weil wir in Europa und den USA nicht schaffen das der Krieg dort aufhört.
    Die Flüchtlingswelle müsste uns alle eigentlich wachrütteln. Die sind nicht zum Spass hier. Genauso wie viele afrikanische Flüchtlinge die Schnauze voll haben, wenn wir mit deren Diktatoren und Menschenschlächter Geschäfte machen, weil „mit gut zureden erreicht man mehr als mit Ausgrenzung“.

    Kann man einem Wolf eine Schafsherde anvertrauen nur weil man ihm sagt, das er die Schafe nicht fressen darf?

    Es gibt einen Schlag Mensch, dem kann man mit einer rationalen Argumentation nicht begegnen. Die bleiben Wölfe, egal ob man denen ein Schafsfell überzieht, zum Veganer umerzieht, sie sind und bleiben Wölfe.
    Das betrifft die Menschenfreunde vom Schlag Assad, aber auch unsere Wirtschafsdenker und -lenker.

    Das System sollte solche „Fehlgriffe“ vermeiden oder zumindest bei Erkennung des „Fehlgriffs“ die Macht entziehen. Genau das findet jedoch nicht statt.
    Statt Gelder in den UN-Hilfstopf zu geben drückt man sie dem Kalifen von Ankara in die Hand. Hilft irgendwie wie… nichts… Gut, wir in Europa haben vielleicht eine Zeitlang weniger Flüchtlinge, aber die wirklichen und vorallem ursächlichen Probleme, die Menschen in die Flucht schlagen, die sind damit keinesfalls gelöst.

    Nun könnte man in der Denkweise der AfD-Mitglieder ja sagen: „die sollen dort bleiben und nicht zu uns kommen“.
    Könnte man, sofern der geistige Horizont nur genügend begrenzt und am besten einen Radius von 0 hat, dann glaubt man das auch selbst.

    Konkret: wir in Europa und den USA sind zu einem grossen Teil darand Schuld das es Flüchtlinge gibt. Jahrzehnte/jahrhunderte lange Ausbeutung, aktives Wegschauen von Problemen, zumindest passive Unterstützungen von Systemen vor Ort die wiederum die Ausbeutung begünstigen…

    Ich glaube, wir alle in Europa haben zumindest die moralische Verantwortung alles zu unternehmen um Flüchtlinge zu verhindern. Da diese nun nicht mehr warten wollten sondern schon hier sind ist es unsere moralische Pflicht sie aufzunehmen. Das ist das Mindeste an Entschädigung, was wir wieder gut machen können.
    Und nein Frau Merkel, nach drei Jahren werden nicht die Koffer gepackt und wieder ins Land zurückgeschickt. Sonst sieht es noch so aus, als würden wir die Flüchtlinge hier so weit aufpäppeln, damit wir sie im Ursprungsland aufs Neue ausbeuten können.
    Ach ja Frau Merkel, Sie wissen es vielleicht noch nicht… Der Krieg in Syrien dauert schon ein paar Jahre. Was macht sie so sicher, das der Krieg in drei Jahren vorbei ist?
    Na… Von ihrer Seite wird diesbezüglich keine Hilfe zu erwarten sein. Ihre Aussage deute ich mal so, das sie dem Horstl in München mal kurz ihren Kopf hinten reinsteckten… Der ist zwar auch doof wie Brot, sägt aber zumindest durch seine andauernde Meckerei an Ihrem Stuhl. Er wird ihn zwar nicht beerben können, aber ein Stuhl hat in der Regel vier Beine. Wenn einer an einem Bein sägt finden sich auch noch andere…

    Interesant dürfte nur noch sein, das die Flüchtlingswelle, ohne sie verharmlosen oder relativieren zu wollen, eine Herausforderung für die EU ist, aber eine die man schaffen sollte. Nicht mit „wir schaffen das“, sondern mit Taten.
    Da haben wir den Orban in Ungarn, der will keine Flüchtlinge, da haben wir die PIS-Partei in Polen die nein zu Flüchtlingen sagt, da haben wie die AfD in Deutschland, die auch mal auf Flüchtlinge schiessen will, da haben wir die SVP in der Schweiz, die dreht derart im Rad das man Hitler schon fast als Menschenfreund bezeichnen möchte.
    Die Stimmung in Europa ist vergiftet. Konservative Kreise rutschen auf ihrer braunen Scheisse aus, legen sich hin und heulen wutentbrand Parolen die dem Nazi das Herz höher schlagen lassen.

    Immer mehr Menschen in Europa erliegen dem süssen Gift des nicht mehr Denken müssens, sie marschieren zumindest gedanklich im Stechschritt den Parolen nach, denn wenn soviele gegen Flüchtlinge sind _muss_ ja etwas dran sein.

    Viele vergessen dabei gefliessentlich unsere Grundwerte, unsere Geschichte, unsere Menschlichkeit. Alles Punkte die uns vorwärts brachten.
    Mittlerweile leben wir in Europa in einer reinen Oligarchie, der Politik der Wenigen oder genauer: der Politik des Geldes.
    Diese Politik verursacht soviel unsägliches Leid, Krieg, Armut und Tod das es eigentlich endlich mal genug sein müsste.

    Dazu passt irgendwie: EAV-Neandertal… Unbedingt mal wieder hören… Aktuell wie nie.

    Obwohl ich ja auch Teil dieses Systems bin verachte ich es jeden Tag mehr. Ich wünschte mir das System würde sich auflösen und jedem Menschen die gleichen Chancen ermöglichen. Egal ob schwarz, weiss, gelb, Mann oder Frau, behindert oder nicht, gross oder klein, dick oder dünn, … … oder … …

    Als Realist befürchte ich jedoch, dass die Flüchtlingswelle erst der Anfang war, die EU vor die Zerreissprobe stellt und es noch viel schlimmer wird mit Kriegen, Ausbeutung, Armut und Tod.

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