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Buch gelesen: Dr. Nadja Hermann – Fettlogik überwinden

Die letzten 4 Wochen hatte ich eine interessante Bettlektüre, nämlich das Buch „Fettlogik überwinden von Dr. Nadja Hermann, die den Leuten auf Twitter auch als @erzaehlmirnix bekannt ist. Und wo sie wegen dieses Buches leider auch diversen Anfeindungen ausgesetzt ist bei denen die Aussage „das schlechteste Buch aller Zeiten“ noch zu den „netteren“ Dingen gehört. Aber mein Eindruck von diesem Buch ist sehr positiv.

Eine Kritik möchte ich allerdings vorausschicken, doch die geht eher an den Verlag denn an die Autorin. Ich habe von diesem Buch die Taschenbuchausgabe gekauft und das Buch ist für meine alten und strapazierten Augen sehr schwer zu lesen, denn der verwendete Font ist so was wie „Arial Light“ und gerade abends vor dem Schlafengehen sehr ermüdend zu lesen, wahrscheinlich mit ein Grund warum es mich 4 Wochen gekostet hat, dieses Buch zu lesen. Normalerweise lese ich ja schneller. Wer also auch altersbedingt Augenprobleme hat, der sollte vielleicht auf die eBook-Ausgabe umsteigen, denn beim eBook-Reader kann ich die Schriftart ja so einstellen, dass ich damit gut lesen kann.

In den Tweets von @erzaehlmirnix habe ich schon oft über diese „Fettlogik“ gelesen. Als Ingenieur frage ich mich natürlich, wie kann Fett logisch sein, aber es geht nicht um die Logik des Fettes, sondern um die vielen Argumentationen mit denen wir uns einreden, warum denn das mit dem Abnehmen partout nicht klappen will. Die Autorin selbst ist Verhaltenstherapeutin mit ernährungswissenschaftlichem Hintergrund und kennt das Thema „Abnehmen“ aus eigener Erfahrung, sie selbst hat von 150 kg auf 65 kg abgenommen. Und sie behandelt in kurzen und gut verdaulichen Kapiteln die diversen Sprüche und Halbwahrheiten zum Thema Abnehmen und erklärt nebenbei die Risiken und Nebenwirkungen des Übergewichts die jedem der davon betroffen ist ein zustimmendes Nicken entlocken.

Was sie hingegen nicht tut ist irgend eine spezielle „Wunderdiät“ anzupreisen, so wie das viele Zeitschriften und Wundermittel-Hersteller gerne tun, die einem großen Gewichtsverlust in wenigen Wochen versprechen, dabei aber verschweigen, dass das verlorene Gewicht meist mit Verstärkung wieder kommt. Die im Buch beschriebene Abnehmmethode ist prinzipiell ganz einfach:

Zähle Deine Kalorien, wenn Du weniger aufnimmst als Dein Körper braucht, dann nimmst Du ab, wenn Du mehr aufnimmst, dann nimmst Du zu. Wichtig ist, dass man hier ganz ehrlich zu sich selbst ist, die Autorin zeigt diverse Studien auf die zu dem Ergebnis kamen, dass man seine persönliche Kalorienaufnahme gerne unterschätzt, also weitaus mehr zu sich nimmt als man tatsächlich glaubt. Natürlich tut sportliche Betätigung einiges dazu beitragen, dass man mehr verbraucht, aber die Autorin kennt selbst das Problem, dass man bei hohem Übergewicht tatsächlich kaum Sport machen kann, man also ein einem Deadlock festhängt, man würde abnehmen wenn man Sport macht, aber um Sport machen zu können müsste man erst mal abnehmen.

Insgesamt ist dieses Buch aus meiner Sicht ein sehr gutes Buch, das dem Leser einen echten Erkenntnisgewinn beschert. Und tatsächlich habe ich aufgrund dieses Buches angefangen, den Kalorienzähler in meiner Gesundheits-App zu aktivieren und trage nun ein, was ich über den Tag so zu mir nehme. Und versuche dabei nach Möglichkeit, weit unter dem „Verbrauch“ zu liegen um tatsächlich mal abzunehmen. Wie gut das klappt zeigt meine persönliche Gewichtsstatistik:

Mit ein paar Rückschlägen und jetzt an Ostern zu vielen süßen Verlockungen geht der Trend doch in die Richtung die ich haben will. Natürlich ist es nicht leicht, wenn es leicht wäre hätte ich ja dieses Problem nicht. Aber ich vermeide jetzt den Kantinenbesuch während der Arbeit und auch das „ach da ist ja noch eine Semmel, mal essen bevor die steinhart wird“ am Abend. Das Nahziel bei mir sind die 110kg zu unterschreiten was ich bis zum Sommer schaffen will, das Fernziel liegt hingegen im Bereich des für meine Größe normalen Gewichtes. Mal sehen wie lange das dauert, aber ich bin zuversichtlich, denn dank des Buches von Dr. Nadja Hermann weiß ich jetzt, worauf ich achten muss.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

2 Kommentare

  1. Lieber Rainer,
    Vielen Dank für den Beitrag. Das Buch flog mehr als einmal auch durch meine Timeline und ich wollte es mir eigentlich mal kaufen. In meinem Kopf ploppen gerade ganz viele Fragen auf:

    Wie zählst du die Kalorien? Gibt es da eine Messmethode oder ist jedem Lebensmittel/Gericht, das du zu dir nimmst, eine bestimmte Kalorienzahl zugeordnet? Woher weißt du, wieviele Kalorien du brauchst? Gehst du da nach den 2000 oder orientierst du dich da eher an einer Pi-mal-Daumen-Schätzung?

    Wahrscheinlich werden die Fragen alle im Buch beantwortet, habe ich recht? 😉

    • Hallo Nathan, meine Kalorien-Zähl-App ist ein Bestandteil von „Samsung Health“. Bislang nutzte ich davon nur den Schrittzähler der automatisch mitläuft und die Zählung meiner Kaffee-Rationen. Und wie lange ich geschlafen habe. Jetzt habe ich aber auch das Gewichts-Tracking und die Funktion fürs Kalorien-Zählen aktiviert. Da das Ding mein aktuelles Gewicht kennt berechnet es auch den täglichen Bedarf. Und beim Erfassen von Essen kann man auf eine große Datenbank an Produkten zurückgreifen, das reinhacken eines Frühstücks dauert vielleicht ein bis zwei Minuten.
      Im Buch wird keine besondere App erwähnt, sondern einfach, dass man Kalorien zählen muss. Am besten auch mit einer aufs Gramm genauen Waage, so genau bin ich momentan aber nch nicht unterwegs. Aber solange der Trend beim Gewicht nach unten geht ist es mir auch egal, ob mein „Meßfehler“ 1% oder 10% sind.