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Videofilmen im Wandel der Zeit

Das letzte Mal als ich mich intensiv mit Videosfilmen und der Nachbearbeitung am Rechner beschäftigt habe ist ungefähr 8 Jahre her. Mittlerweile hat sich viel getan. Zeit um also mal zu sehen, was heute der Stand der Dinge ist.

Fangen wir mal mit dem Videoaufnahmegerät an. Vor 8 Jahren war das eine Mini-DV Kamera die auf eben Mini-DV Kasetten aufnahm. Ein Band mit einer Laufzeit zwischen 60 und 90 Minuten. Schön digital, aber eben sequentiell auf Band. Das bedeutet für das Einspielen in den Rechner:

  • Man braucht eine geeignete Schnittstelle. Um bei meiner Kamera die Videos in den Rechner zu bekommen ist eine Firewire-Karte (IEEE1394) im Rechner notwendig und das passende Verbindungskabel zur Kamera.
  • Das Einspielen dauert so lange wie das Material auf dem Band dauert. Wenn Du 45 Minuten Filmmaterial auf dem Band hast, dann dauert das Einspielen in den Rechner auch 45 Minuten.

Die Speichermedien DV-Kassette sind hingegen vergleichweise billig, man tendiert also dazu, einmal gefilmtes direkt auf diesen Medien zu archivieren und imme rneue Bänder zu nutzen. Die Auflösung der Videos meiner Kamera ist schlichte 720p, also 16:9 PAL.

Heute ist die Kameratechnik deutlich weiter. Für wenig Geld bekommt an eine Full-HD (1080p mit 1920×1080) und wer noch ein wenig mehr Geld hinblättern will bekommt auch eine UHD in 4K-Auflösung. Oder wir nehmen einfach ein x-beliebiges Mittelklasse-Smartphone, das hat auch schon Video-Aufzeichnungsfunktionen in Full-HD. Klar, die Optik einer Smartphone-Kamera ist im Vergleich zu den optischen Zooms eines richtigen Camcorders relativ bescheiden, aber dafür ist die Smartphone-Kamera eben die, die man immer dabei hat.

Das Filmmaterial landet auf einer Flash-Speicherkarte. Solche Speicherkarten sind vergleichsweise billig, 64 GB (was schon recht viel ist) bekommt man für ungefähr 30 € bei den Discountern oder Online-Händlern. Die Smartphones hier im Haus können bis 128 GB Speicherkarten nutzen. Und über einen Kartenleser oder ein USB-Kabel zur Kamera bekommt man das Filmmaterial deutlich schneller in den Rechner, denn jetzt überträgt man einfach eine Datei.

Wenn man dann den fertigen Clip im Rechner hat will man vielleicht ein paar kleine Dinge ändern. Smartphone-Videos haben relativ „harte“ Schnitte, also Bild da…filmen und am Ende ist das Bild weg. Da wünscht man sich ein sanftes Einblenden am Anfang und am Ende ein sanftes Ausblenden. Und vielleicht eine Titeleinblendung.

Am Wochenende hatte Stefan sein Vorspielen beim Konzert der Musikschule. Ich habe sein Stück mit meinem Galaxy S5 Neo aufgenommen und in den Rechner geholt. Dann wollte ich eben die oben erwähnten „Verbesserungen“ machen. Nachdem ich meinen Rechner neulich komplett neu aufgesetzt habe sind natürlich keine Tools mehr von früher vorhanden, also habe ich mal das ausprobiert, was mir meine openSUSE-Distribution bereitstellt.

Als erstes war da OpenShot auf der Liste. Dieser Video-Editor hat eine angenehm aufgeräumte Oberfläche und ist trotzdem relativ intuitiv zu bedienen. Da ist mir das Titeln und die Ein- und Ausblendungen relativ schnell gelungen.

Die Ernüchterung kam dann beim Versuch, das was in der Vorschau so gut aussieht in eine Video-Datei zu „rendern“. Hier stürtze OpenShot gnadenlos ab, egal, welche Render-Settings ich ausgewählt habe. Fazit: Hübsch, aber derzeit für mich nicht für einen produktiven Einsatz geeignet. Und Lust hier die Fehler zu suchen hatte ich eigentlich auch nicht.

Der zweite Versuch fand dann mit Flowblade statt, einem anderen Video-Editor. Dessen Benutzeroberfläche hat deutlich mehr Knöpfe als die von OpenShot und bei manchen Funktionen muss man etwas Geduld mitbringen, denn manche Funktionen reagieren recht langsam, trotz meiner 24 CPU-Kerne. Flowblade liefert aber auch alles, was man für die oben erwähnten Aufgaben braucht. Und hier funktioniert das Rendern. Das Ergebnis, ein Clip von etwa 88 Sekunden habe ich dann auf YouTube hochgeladen:

Man merkt dem Clip natürlich an, dass er von einer Smartphone-Kamera stammt, da sind Störgeräusche drauf, die Sound-Qualität ist nicht so berauschend (da ist meine Mini-DV-Kamera um Klassen besser) und das Bild ist mangels Stativ auch nicht besonders ruhig.

Aber für ein schnelles Video ist es durchaus ausreichend. Und für Smartphones gibt es mittlerweile Klemmvorrichtungen mit Stativgewinde für unter 10€, so was ist schon unterwegs zu mir, am Wochenende musste ich aber aus der „freien Hand“ filmen.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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