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Warum ich kein WhatsApp nutze

Gestern wollte ich mal wieder mit meiner Schwester skypen und da ich nicht am PC saß wollte ich da mit der Android App tun. Doch die wurde mittlerweile von Microsoft so „verschlimmbessert“ dass sie nicht mehr benutztbar ist. Hallo Microsoft, wäre nett, wenn ich bei meinen Kontakten sehen würde ob sie online sind oder nicht. Und der ganze andere Schnickschnack ist total überflüssig. Egal, also mal überlegt welche Alternativen zu Skype ich denn hätte um kostenlos zu „telefonieren“. Eine Alternative wäre wohl WatsApp.

Also habe ich mir mal WhatsApp als App installiert und aufgerufen. Und bevor ich eingestiegen bin habe ich mir die Mühe gemacht, tatsächlich die Nutzungsbedingungen zu lesen. Und ich musste feststellen, dass ich diesen Nutzungsbedingungen nicht zustimmen kann.

Denn da gibt es folgenden Absatz in den Nutzungsbedingungen:

Adressbuch. Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können.

Nein, genau das will ich nicht. Mir ist klar, dass jedes „Social Network“ (und ganz abstrakt ist WhatsApp das ja auch) nach neuen Kontaktdaten fischt, aber ich weigere mich, irgend einem Dienstanbieter mein Adressbuch zu geben. Denn da drin sind personenbezogene Daten. Und auch wenn die evtl. in öffentlich zugänglichen Telefonbüchern hinterlegt sind möchte ich trotzdem nicht, dass irgend ein Dienst hier wieder Rückschlüsse daraus zieht, dass diese Kontakte eben genau bei mir im Adresssbuch stehen.

Außerdem müsste ich ja bestätigten, dass ich autorisiert bin diese Telefonnummern weiter zu geben, d.h. ich bräuchte also von jedem der mehr als 100 Kontakte eine schriftliche Einverständniserklärung (nur so was ist im Zweifelsfall rechtssicher) dass ich autorisiert bin diese Kontaktdaten weiterzugeben. Das dürfte eine „Mission Impossible“ sein, denn ich müsste quasi jedem einen Brief mit diesem Anliegen schicken und am besten ein vorgefertigtes Formular mit frankiertem Rückumschlag, also pro Kontakt erst mal 1,40€ Porto. Und wehe einer antwortet nicht, dann ist da ganze Konzept hinfällig, denn ich kann ja leider nicht „per Kontakt“ entscheiden ob ich diese Daten rausgeben darf oder nicht, sondern nur global für das ganze Adressbuch. Das wäre doch mal eine echte Marktlücke, eine Art „zweites Adressbuch“ das diese Datenkraken nicht zu sehen bekommen, das ich aber für alles wofür ich es brauche auch nutzen kann.

Nun denn, da ich diesem Passus unmöglich zustimmen kann ohne zu lügen habe ich die App also wieder beendet und deinstalliert. Mir ist klar, dass manche Leute das für reichlich extrem halten, zumal bei einer Milliarde Nutzer bei WhatsApp durchaus eine gewisse Wahrscheinlichkeit existiert, dass WhatsApp die betroffenen Informationen eh schon hat, weil andere User hier halt wesentlich weniger Bewußtsein für den Datenschutz haben.

Ein juristisches Tretminenfeld bleibt trotzdem übrig, wie dieser aktuelle Fall zur WhatsApp-Nutzung zeigt.

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