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Genervt von Windows-Update

Wer mein Blog schon länger liest weiß ja um meine besondere Beziehung zum Betriebssystem von Microsoft. Am Freitag hatte ich wieder so ein Erlebnis mit unserem PC im Verein. Und wieder mal ging mein Blutdruck steil nach oben.

Der PC in unserem Schützenverein fristet ja eher ein Schattendasein und ist in unserer „always on“ Welt eigentlich ein Anachronismus, denn wir nutzen den eigentlich nur, wenn es was zu tun gibt wofür man einen PC braucht. Am Freitag war es dann wieder so weit, es kam die Ansage „Kannst Du mal Formulare für das Kassenbuch ausdrucken.“ Also PC angeschaltet und Formulare gedruckt. Kurz raus aus dem Büro um was zu trinken und als ich zurückkomme sieht der Bildschirm so aus:

IMG_20180209_195138Na super. Windows will also Sicherheitsupdates einspielen, stellt aber fest, dass es dazu eigentlich die akutelles Version von Windows 10 bräuchte. Das soll im Hintergrund ablaufen, aber eigentlich wollte ich den PC ja ausschalten um dann heim zu gehen. Na gut, warten wir eben bis 100%, vielleicht wird das ja was. Dummerweise bewegt sich der Fortschrittsbalken (was für ein Wort für so einen Scheiß, das hat mir Fortschritt nix zu tun) nur im Schneckentempo nach rechts. Dann, kurz vor 9 Uhr abends die Erlösung, 100% geschafft.

Auf die Euphorie folgt sofort die Ernüchterung:

20180209_205111Schwupps, wir sind wieder bei 0% und es geht wieder extrem schleppend dahin. In meiner Verzweiflung beschließe ich, den PC über Nacht einfach weiterlaufen zu lassen, als Vorstand habe ich ja den Schlüssel fürs Vereinsheim und kann dann am nächsten Tag mal sehen, ob wir fertig sind.

Also am Samstagvormittag mal zum Vereinsheim gefahren um zu sehen was los ist. Zunächst begrüßt mich das Bild mit dem Fortschrittsbalken und der freudigen Nachricht „Something went wrong“. Ja, schöne Grüße vom Mister Murphy und warum sind diese Meldungen eigentlich in Englisch wenn das Windows in Deutsch ist? Egal. Also statt den Microsoft-Support anzurufen und einen 8-stelligen hexadezimalen Fehlercode durchzugeben klicke ich auf „Retry“. Gebannt kann ich zuschauen, wie der Fortschrittsbalken wieder bei 0% anfängt, diesmal aber relativ flott voran schreitet. Nachdem wir die 100% überschritten haben zeigt mir der Monitor dieses höchst informative Bild:

20180210_102202Da läuft also ein Windows, aber das habe ich mir schon gedacht. Was da tatsächlich läuft bekomme ich auch nicht raus wenn ich auf das Icon in der Taskleiste klicke, denn da steht dann nur „Die Installation von Windows…“ tja, was ist damit. Wird beendet? Wird durchgeführt? Ist abgestürzt drum können wir Dir keine Statusanzeige geben.

Entnervt verlasse ich das Vereinsheim und gehe erst mal eine Runde mit dem Auto. Etwas 50 Minuten später dann der nächste Aufschlag im Vereinsheim. Nun sieht der Bildschirm so aus:

20180210_105814Ach wie schön. Habe ich gerade ein Deja-Vu? Das hatten wir doch gestern auch schon. Also gut, gehen wir halt wieder heim und kommen später dann wieder vorbei.

Bei meinem dritten Besuch im Vereinsheim am Samstag begrüßt mich das System dann mit einem Login-Schirm. Wow. Da stört es ja fast gar nicht, dass die angeschlossene USB-Maus zwar leuchtet, aber kein Mauszeiger zu sehen ist. Ich drücke entnervt auf den Power-Button um das System runter zu fahren und gehe heim. Am Dienstag werde ich weiter sehen was nun ist.

Rant beiseite, ich verstehe ja die Notwendigkeit und Wichtigkeit von Security-Updates. Was mich aber zur Weißglut bringt ist der totale Kontrollverlust, sprich in der Situation am Freitagabend hat nicht der PC gemacht was wir gerne gemacht hätten, nämlich ausschalten und heimgehen, sondern die Kontrolle wurde uns entzogen mit dem Hinweis, dass jetzt unbedingt Updates gemacht werden müssen und wir das Ding so lange nicht ausschalten sollen. Und obwohl wir mit 16 MBit/sec DSL gesegnet sind dauert dieser Prozess dann sehr lange, läuft auf Fehler und alles komplett intransparent, denn in keiner Phase des ganzen Dramas war mir tatsächlich klar, was denn nun gerade passiert. Bei Leuten deren PC jeden Tag 8 Stunden läuft fällt das vielleicht gar nicht auf, weil das im Hintergrund abläuft. Probleme werden natürlich diejenigen haben, die in unserem Digitalisierungs-Entwicklungsland in ländlichen Gegenden ohne Breitband-Versorgung leben, die dürften mit so einem Update wohl länger beschäftigt sein.

Aber für das Nutzungsszenario unseres Vereins-PCs ist diese Policy sozusagen absolut kontraproduktiv. An dieser Stelle hätte ich dann gerne die Möglichkeit meine PC per internem Timer zu einer bestimmten Zeit nachts aufzuwecken und hochzufahren. Dann soll meinetwegen ein Update-Job schauen, ob es was zu tun ist, seine Arbeit machen und die Kiste einfach wieder runter fahren. Vielleicht beim nächsten Login dann die Meldung dass Updates durchgeführt wurden und gut ist es. Aber nicht so ein Theater das dem Nutzer in letzter Konsequenz doch nur vor Augen führt, dass er längst die Kontrolle über „seinen“ PC verloren hat.

3 Kommentare

  1. Hi Rainer. Mich Ärger Windoof auch immer wieder. Das Betriebssystem taugt hallt nicht zum Arbeiten. Immer wenn man den Rechner anmacht wegen für Stunden Update eingespielt.

  2. Du kannst den PC im BIOS so einstellen dass er automatisch hochfährt…
    Dann musst das halt per PowerShell scripten, dass er das erkennt, Updates installiert und dann wieder herunterfährt. Alles möglich.

    Ernst gemeinte Frage am Rande:

    Warum dann Windows 10? Würde es nicht ein Windows 8.1 auch tun? Alternativ ein Windows 10 LTSB, da gibt’s keine Feature Updates.

    Warum überhaupt Windows?
    Tut es ein schönes Linux mit windowsnaher Bedienbarkeit nicht auch?

    • Warum Windows 10? Der PC ist „neu“ und wurde mit Windows 10 vorinstalliert geliefert.

      Warum überhaupt Windows? Leider müssen wir zur Mitgliederverwaltung ein vom Dachverband vorgeschriebenes Programm nutzen das (wie kann es anders sein) nur unter Windows läuft. Zudem habe ich im Verein viele Funktionäre die lernresistent sind und nix anderes als Windows wollen. Die will und kann ich wohl nicht zu einem richtigen Betriebssystem bekehren. 😉

      Daheim läuft seit 18 Jahren Linux und Windows nur noch virtuell, wenn es denn unbedingt sein muss.