88 und nicht leise

Mein Kellerverlies, auch als „Hades“ bekannt hat in dieser Woche wieder einen musikalischen Zuwachs bekommen. Obowohl ich ja mittlerweile sehr gerne E-Gitarre und auch den E-Bass spiele liegen meine musikalischen Wurzeln doch eher bei den Tasteninstrumenten. Mein altes Yamaha-Keyboard habe ich aber letztes Frühjahr an einen talentierten Jugendlichen verschenkt, also war ich in der Zwischenzeit mit MIDI-Keyboards zum Anschluß an den PC unterwegs, aber das war eigentlich nix wirklich für mich brauchbares.Also habe ich mich schon einige Zeit mit dem Gedanken beschäftigt, wieder in die Tastenwelt einzusteigen, aber diesmal auch in Richtung 88 Tasten und gewichtet, also nicht nur die simplen anschlagdynamischen Tasten der ganz billigen Keyboards.

Anders als damals als ich mein Yamaha-Keyboard für damals sehr viel Geld gekauft habe wollte ich diesmal eher mit einem geringen Budget auskommen. Und natürlich sollte es nicht nur ein E-Piano sein, denn so was haben wir ja schon im Wohnzimmer stehen, sondern neben dem Piano auch über die üblichen Features eines Musik-Keyboards verfügen, also eine Begleitautomatik und viele Instrumenten-Voices.

Am Mittwoch habe ich dann mal einen Ausflug nach Schongau zum Musikhaus Kirstein gemacht, denn ich wollte vor dem Kauf das Ding erst mal im Laden antesten um zu sehen, ob es meinen Erwartungen entspricht oder nicht. Im Laden angekommen hatte ich dann zwei Kandidaten, einmal ein Casio CDP 230R BK oder ein Classic Cantabile SP-250 BK. Von der Tastatur her nicht viel Unterschied, vom Klangvolumen hat aber das Classic Cantabile ganz klar die Nase vorn gehabt. Also habe ich das gekauft und dann im Auslieferungslager am Nachbarort abgeholt und nach Hause gebracht. Mit gekauft habe ich einen Unterbau aus Holz der dann auch 3 Pedale in Piano-Konfiguration hat und einen passenden Hocker. Und natürlich noch ein paar Notenbücher für Piano und Keyboard, denn als ich mein altes Keyboard verschenkt habe gingen die alten Noten alle mit zum Beschenkten.

Das Untergestell war schnell mit 4 Schrauben zusammengeschraubt und das Keyboard passt optimal auf dieses Gestell und wird da dann mit 4 Schrauben fixiert. Die Pedaleinheit wird an der Unterseite des Instrumentes eingesteckt. So sieht das dann hier im Keller jetzt aus:

SP250

Wer das Bild ansieht, der merkt, dass dieses Gerät der Kirstein-Hausmarke „Classic Cantabile“ bei anderen Vesendern auch erhältlich ist. Thomann verkauft es sogar etwas günstiger als „SP-5600“ und bei YouTube findet man auch Videos unter „Medeli SP 4200“. Aber ein Ausflug nach Franken hätte die Preisdifferenz wohl wieder wett gemacht, und ich wollte es ja auf jeden Fall vorher im Laden ausprobieren.

Beim ersten Einschalten habe ich natürlich erst mal die Demo-Songs abgespielt. Sind ganz nett. Und dann mal die Styles und Voices durchprobiert. Hier hat das Gerät einiges zu bieten, manches nicht so super aber in der großen Auswahl von 230 Rhythmen und 600 Instrumentenstimmen findet man eigentlich immer was. Man kann auch zwei Stimmen kombinieren. Die Begleitautomatik ist wie ich es von früher her gewohnt bin, man greift einfach einen Akkord und der wird dann auch gespielt. Es gibt anscheinend auch eine „Single-Finger“ Automatik, aber auf verzichte ich gerne, denn lieber lerne ich die korrekten Akkord-Griffe.

Hat man das passende Arrangement für einen Song gefunden, dann kann man diese Parameter auch im Gerät abspeichern und sogar den Speicherinhalt auf einen USB-Stick schreiben. Intern hat das Gerät 8 Speicherbänke mit jeweils 6 Presets.

Ein wenig ungewohnt für „Keyboard-Songs“ war am Anfang die gewichtete Tastatur, da muss ich im Vergleich zu früher schon kräftiger auf die Tasten hauen, aber nach ein paar Tagen läuft das auch schon gut, ist also nur eine kurze Eingewöhnungsphase.

Jetzt werde ich einfach mal sehen, wie ich meine Keyboard-Skills reaktiviere und mich auch mit dem Thema Klavierspielen beschäftigen, also die linke Hand nicht nur zum Akkorde an die Begleitautomatik übergeben nutzen, sondern selbst die Basslinien spielen. Wird bestimmt interessant.